Wreck-Defy – „The World Enslaved“

Albumcover

Band: Wreck-Defy
Album: The World Enslaved
Genre: Thrash / Power Metal
Label: Doc Gator Records
Release: 17.12.2021


Auf Wreck-Defy wurde ich aufmerksam, als deren Album „Powers That Be“ im Jahr 2020 in der Gruppe „Heavy Metal Fans“ großen Anklang fand. Natürlich war ich sehr neugierig auf das neue Werk – denn wer die Jungs aus Kanada kennt weiß, hier wird der Stahl zum Kochen gebracht. Hinter der Stahlschmiede Wreck-Defy steckt Gitarrist Matt Hanchuck, ein absoluter Profi und Tausendsassa, denn er veröffentlichte z.b. auch noch eine 4-Track EP mit Covern von kanadischen Künstlern, zwischen beiden Alben.

Die Band kommt mit Änderungen auf zwei Positionen. Zum einen singt nicht mehr Ex-Annihilator Sänger Aaron Randall, sondern Greg „Wags“ Wagner (Ex-Archetype, Ex-Shatter Messiah) – den ich im weiteren Verlauf noch öfter erwähne – und zum anderen wird der Studioschlagzeuger David Allen nun dafür sorge tragen, dass auch die Termiten in Nachbars Gehölz headbangen.

Hanchuck über die Entsehung des neuen Albums in der Presseinfo:

„Die Songs für „The World Enslaved“ kamen sehr schnell zusammen. Ich hatte noch eine Menge Riffs von der letzten Platte „Powers That Be“ übrig und ehrlich gesagt, als die Welt für die längste Zeit stillstand und ich nicht spielen konnte, tauchte ich einfach in das Songwriting ein und war knietief im Prozess der Entwicklung des vierten Wreck-Defy Albums versunken. Die Texte für das neue Album sind größtenteils von der Realität durchdrungen. Es gibt auch einige Fantasy-Komponenten, aber angesichts des Zustands der Welt, der Korruption der Regierung, der Tyrannei, der Lügen, der Unwahrheiten und der Gier, gab es keinen Mangel an Themen, über die ich schreiben konnte. Die Songs wurden über einen Zeitraum von etwa drei Monaten geschrieben, arrangiert und aufgenommen.“

Aufgenommen wurde „The World Enslaved“ an unterschiedlichen Orten:

Die Gitarrenspuren wurden in Sault Ste. Marie Ontario Kanada und Thunder Bay ON aufgenommen, die Schlagzeugspuren im Trident Studio in Pacheco Kalifornien, ebenso wie die Bassspuren von Greg Christian. Der Gesang von „Wags“ wurde in Ohio/USA aufgenommen. Als Gastmusiker hat Justin Steer einen Teil der Bassspuren eingespielt und sie in Winnipeg MB aufgenommen. Gemischt und gemastert wurde „The World Enslaved“ in den Trident Studios in Pacheco Kalifornien. Das geile Artwork wurde erneut von Ari Arianthi von Hand Rot Art gestaltet, der schon für „Powers That Be“ ganze Arbeit geleistet hat. Hier beide Cover zur Ansicht.

The World Enslaved
Powers That Be

Bevor ich zu den einzelnen Songs komme, möchte ich noch die Formate erwähnen, in denen das Album erscheint und im Shop von Doc Gator Records (Shoplink) erhältlich sind. Neben der CD im Jewelcase kommt „The World Enslaved“ auf Vinyl in 200x Black, 100x Clear Red / Black Marbled, 100x Milky Transparent / Red Marbled und 100x Blue Magenta Marbled. Hier meine Vinylausgabe:

Jetzt aber zum kanadischen Feuerwerk!

Der Wutausbruch eines offensichtlich sehr in Rage gekommenen Mannes – der zur Untermauerung seiner Argumente eine Kettensäge startet – eröffnet das vierte Album der Kanadier von Wreck-Defy. Wer auf Slasher-Filme steht, hat erkannt woher der gesprochene Ausschnitt kommt und für die, die es nicht wissen: Er ist aus „Texas Chainsaw Massacre 2“ und stammt von Dennis Hopper. Der Song dazu heißt „Bring It All Down“ und gibt gleich zum Auftakt mal so richtig aufs Fressbrett – vor allem für (die Wahrheit strapazierende) Politiker! Justin Stear ist hier Gast am Bass – wie auch bei Song #7 und #10. In „Fashionably Offended“ geht es nicht minder hart zur Sache und wir bekommen zwei gnadenlos gute Solos von Glen Drover.

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Wreck-Defy – Obey (Official Lyric Video)

„Obey“  wurde als Single ausgekoppelt und ist eure erste Möglichkeit euch von der neuen Scheibe einen Eindruck zu verschaffen. Zieht euch die Single rein. „Crushing The Coward“ handelt von Gewalt gegen Frauen und ist eine deutliche Ansage an Feiglinge, die ihre „Macht“ ausüben und Schwächere unterdrücken! Der nächste Song, „Towing The Line“ kommt mit catchy Lyrics und habe ich schon erwähnt, dass die Stimme von Greg einfach Mega ist? Nein? Greg´s Stimme ist einfach MEGA – ebenso wie das Solo von Nikolay Atanasov!

„I’d Share Your Grave“ durfte man ebenfalls als Singleauskopplung anhören und wenn ich im letzten Abschnitt die Sangeskunst des Herrn Wagner gelobt habe, dann muss ich das bei folgendem Sonmg erst recht. „I’d Share Your Grave“ ist ein brutal starker und gefühlvoller Titel.  „Death By War“  beginnt mit einem Dialog zweier Alphatiere 😉wovon eines Clint Eastwood ist (Heartbreak Ridge, 1986) und würde mit dem Druck, der aus den Boxen kommt, tatsächlich einem Floh die Arschhaare glätten (hat ein Floh einen Arsch? Oder sitzt er ab und an nur auf einem?).

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Wreck-Defy – I’d Share Your Grave – Official Lyric Video

Hier heißt es Fäuste hoch und den Refrain mitgröhlen. Über „Moments Of Clarity“  geht’s zu „Form Of Release“. Man kann einige Einflüsse raushören bei den Songs, waren die Bandmitglieder schon bei einigen anderen Bands aktiv. Ich möchte von deren Aufzählung aber Abstand nehmen, wer es gerne wissen möchte kann natürlich nachforschen. Wreck-Defy haben ihren eigenen, kompromisslosen Klang gefunden und das ist gut und geil so. „Kill The Pain“ handelt von traumatisierten Soldaten und hebt dieses ernste und leider noch immer vernachlässigte Thema hervor.

Das Metal and Me Fazit

Ich durfte schon den Vorgänger „Powers That Be“ der Kanada-Thrasher hören und war hocherfreut als ich erfuhr, dass Ende 2021 eine neue Scheibe erscheint. „The World Enslaved“ fällt vielseitiger aus, was den Genre-Mix angeht. Es ist zwar überwiegend feinster Thrash, hat jedoch Heavy und Powermetal Elemente dabei, was mir sehr gut gefällt. Auch der Härtegrad ist am oberen Level, Ausnahme ist die Powerballade „I’d Share Your Grave“, die einer meiner Favoriten auf dem Album ist.

Die brutal geile Gitarrenarbeit, das Drumgewitter und die Reibeisen-Stimme reißt jeden Fan der Materie mit. Mich würde es nicht wundern, wenn so mancher Nacken knackt und die Muskulatur eine Pause braucht, bei 60 Minuten Spielzeit. Wer Thrash-Metal mag, der bekommt ihn hier auf einem silbernen Tablet serviert und kann die Weihnachtskugeln vibrieren lassen. Neben der erwähnten Powerballade sind „Crushing The Coward“ und „Death By War“ meine momentanen Highlights, in einem Album das vor Hits nur so strotzt.

9 von 10 Pommesgabeln
9 von 10 Pommesgabeln

Tracks „The World Enslaved“:

01. Bring It All Down || 05:54 Minuten
02. Fashionably Offended || 05:28 Minuten
03. Obey || 06:21 Minuten
04. Crushing The Coward || 06:47 Minuten
05. Towing The Line || 05:51 Minuten
06. I’d Share Your Grave || 07:00 Minuten
07. Death By War || 05:16 Minuten
08. Moments Of Clarity || 05:15 Minuten
09. Form Of Release || 07:17 Minuten
10. Kill The Pain || 06:14 Minuten


Wreck-Defy Membercollage | Quelle: Presseinfo Doc Gator Records

Line-Up

Matt Hanchuck | Guitar
Greg Wagner | Vocals
Greg Christian | Bass
Dave O’Neal | Drums


Diskografie:

Fragments Of Anger | 2017
Remnants Of Pain | 2019
Powers That Be | 2020
We Got You Covered EP | 2021
The World Enslaved | 2021

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Wreck-Defy – Fashionably Offended – Official Lyric Video