Rolf | Fear Connection | Interview

Bandphoto Fear Connection | Quelle: Fear Connection

Am 01.10.2021 veröffentlichten „Fear Connection“ ihren ersten Longplayer, nachdem sie 2018 ihre EP „Raging Terror“ veröffentlichten. Das Album habe ich natürlich besprochen, die Review könnt ihr unter https://metalandme.stahlonline.net/2021/11/09/fear-connection-progeny-of-a-social-disease/ nachlesen! Heute habe ich ein Interview mit Sänger Rolf für euch! Eigentlich sollte das Interview schon früher erscheinen, doch leider war ich zwei Wochen krank. Daher wünsch ich euch erst jetzt: Viel Spaß beim lesen!

Band: Fear Connection
Album: Progeny Of A Social Disease
Genre: Death Metal
Label: MDD Records
Release: 01.10.2021


Hi Rolf! Wie geht’s dir und deinen Bandkollegen denn im Winter 2021?

Tja, momentan könnte es gesundheitlich tatsächlich besser sein, drei von uns sind böse angeschlagen, aber glücklicherweise nur “normal” erkältet ! Aber sonst sind wir mehr als zufrieden mit der durchweg sehr positiven Resonanz auf unser Album, welches ja erst am 01.10. erschienen ist.

Wie kam euer Bandname „Fear Connection“ zustande und seit wann gibt es euch?

Die Band existiert seit Sommer 2016 und der Bandname entstand bei einem gemeinsamen Brainstorming.

Was dürfen eure Fans bzw. die zukünftige Hörerschaft vom Debütalbum „Progeny Of A Social Disease“ in musikalischer Hinsicht erwarten?

37 Minuten geballte Energie und Aggression gepaart mit Melodie und eingängigen Refrains und Mitsingparts 🙂

Möchtest du etwas zu den neuen Songs im Einzelnen sagen?

Wandering Souls
Ein instrumentales Intro, welches auf einem alten Song von uns basiert, den wir ganz am Anfang mal entwickelt und auch zwei oder drei mal live gespielt haben aber dann ausgemustert haben.

Fight The Plague
Ein absoluter Faustschlag in die Fresse aller Rechten, Faschos, Nazis, Holocaustleugnern, Ewiggestrigen und AfD Wähler, die es immer noch nicht verstanden haben. Der Song und die Lyrics entstanden 2019 kurz nach den erschreckend hohen Wahlergebnissen der AfD bei den Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern.

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FEAR CONNECTION – Fight The Plague (official lyric video)

The Ravishment
Eine fiktive, düstere Story über eine Entführung und die Angst des Opfers einerseits und das Machtgefühl des Entführers andererseits.

Vengeance
Der Song, der als letztes vor dem Studio bzw. quasi im Studio zu Ende geschrieben / arrangiert wurde. Eine Geschichte über einen Mann, der seine ermordete Frau rächt und es immer wieder genau so tun würde…

Democracy Dies
Einer unserer ältesten Songs, kurz und knackig auf den Punkt. Handelt von den mittlerweile stark von der Basis (also dem Volk) entfernten Politikern unseres Landes, die sich immer stärker selbst bereichern und den Bezug zur Realität und dem ursprünglichen Demokratiegedanken mehr und mehr verlieren.

War Inside My Head
Der längste Song der Scheibe…er behandelt den Zwiespalt einer einzelnen Person mit sich selbst zum einen und zum anderen mit der Gesellschaft im Allgemeinen. Daraus ergibt sich dann eine sehr depressive, selbstzerstörische Dynamik, die sich gut im Song widerspiegelt.

Cerebral Attack
Auch ein älterer Song, den wir irgendwann neu arrangiert und dadurch wesentlich verbessert haben, weil er jetzt ein absoluter Killer ist, sowohl auf der Aufnahme als auch live. Textlich behandelt er die für mich schreckliche Vorstellung, z.B. nach einem Schlaganfall in das “Locked In” Syndrom zu verfallen und dann zwar alles rund um sich herum mitzubekommen aber sich nicht mehr mitteilen zu können. Das ist für mich ungefähr so, als würde man von innen heraus bei vollem Bewusstsein verwesen ohne etwas dagegen tun zu können.

False Prophets
Ein deutlich von der Trump Ära geprägter Song und Text…er behandelt/hinterfragt aber neben der Manipulation durch Politiker und deren Aussagen alle Facetten der Fakenews im TV, Internet, Boulevardpresse usw., auch die Relevanz von selbsternannten Influencern, manipulative Werbung etc etc…er ruft letzten Endes dazu auf, dass es besser ist, sich immer selbst ein Bild der Dinge zu machen, Behauptungen zu hinterfragen, kritisch zu sein und zwischen den Zeilen zu lesen.

Time To Die
Ein gelungener Abschluß für das Album…es geht um das Phänomen des vereinsamten Sterbens, sprich sozialer und familiärer Isoliertheit und das am Ende niemand da ist, um auch nur eine Träne zu vergießen.

Welche Formate habt ihr mit „Progeny Of A Social Disease“ bedient?

Picture taken by „Metal and Me“

Es gibt die klassische CD, zwei verschiedene Vinylversionen (die nur direkt bei uns geordert werden können z.B. bei Bandcamp) und natürlich auch die digitale Variante auf Spotify & Co.

Welche Songs wurden denn ausgekoppelt als Single mit Video und wird es weitere Singleauskopplungen geben?

Als erste Single haben wir Fight The Plague ausgekoppelt und ein Lyricvideo dazu produziert. Ein weiteres Video ist für 2022 angedacht.

Hattet ihr Einschränkungen durch die Pandemie, bei der Arbeit am Album?

Ja, das war schon recht spannend. Wir hatten das Studio ja schon weit vor der Pandemie 2019 für April 2020 gebucht und waren somit auch darauf angewiesen, dass unser Producer Jörg Uken auch überhaupt bereit war, während des ersten Lockdowns und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen seine heiligen Hallen des Soundlodge Studios zu öffnen. Aber da ihm natürlich schon im Vorfeld etliche Produktionen durch die Pandemie ausgefallen sind, war er froh, dass wir, genauso wie er, ebenfalls bereit waren, die Aufnahmen “coronakonform” durchzuziehen. Das hat dann aber auch alles sehr gut geklappt und wir waren mit dem gesamten Entstehungsprozess des Albums sehr zufrieden.

Weitere Einschränkungen waren dann natürlich der Ausfall aller geplanten Konzerte für 2020 und 2021!

Apropos Pandemie. Wohlwissend das euer neues Album erst VÖ hatte, möchte ich trotzdem fragen, ob es Ideen/Pläne für das zweite Album gibt.

Wir haben eigentlich die gesamte Zeit über hindurch kontinuierlich geprobt und an Ideen und Songs gebastelt. Momentan gehe ich stark davon aus, dass wir auch noch ein weiteres Album aufnehmen werden 😊 !

Was inspiriert euch beim Songwriting? Speziell bei den Songs auf dem neuen Werk.

Ob es eine Art Grundinspiration gibt, kann ich gar nicht genau sagen…wir arbeiten die Songs meist aus mehreren Riffs heraus, die Naushad uns vorstellt. Das findet bei uns noch richtig “old school” im Proberaum statt. Jeder bringt Ideen mit ein und sagt, welche Parts gut zusammenpassen würden oder wie und wo er sich etwas anders vorstellen könnte, z.B. in welcher Rhythmik ein bestimmter Part gespielt werden kann etc. Aus diesem Konglomerat an Ideen entsteht dann eine erste Version eines Songs, die dann im Laufe der Zeit feingeschliffen wird. Steht das soweit alles, lasse ich mich von der musikalischen Stimmung dann zuhause “inspirieren” und verfasse die Lyrics dazu.

Ab wann geht es dann auf Tour und wo gibt’s Termine + Tickets?

Das ist momentan reines Wunschdenken und nicht absehbar…

Habt ihr spezielle Hygienebedingungen oder richtet sich das nach Veranstalter?

Das richtet sich nach den Auflagen des jeweiligen Bundeslandes und der Location. Aber momentan sieht es ja eher so aus, als müssten die Locations eher schon wieder den Schlüssel von innen umdrehen, und das wäre mit das Schlechteste für die gesamte Branche, was passieren kann.

Habt ihr bedenken euch irgendwie anzustecken bei einer Indoor-Veranstaltung?

Natürlich, die Gefahr besteht jederzeit und sollte auch nicht unterschätzt oder sogar ignoriert werden. Man sieht es ja gerade an den stark steigenden Zahlen.

Wie kamst du zur Heavy Metal Musik?

Über Geschwister und persönliche Neugier.

Welches Album hat dich am Anfang deiner Karriere am meisten beeinflusst?

Als jemand der die „goldenen“ 80er Jahre des Metals voll miterlebt hat, wären das wahrscheinlich zu viele, um es hier unterzubringen. Letzten Endes hat mich persönlich einfach die gesamte Zeit geprägt und das Lebens- und Szenegefühl der genannten Ära, welches sich im Laufe der Jahre aber natürlich leider stark verändert hat.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Neben Handball und Sport im Allgemeinen…Metal LP’s und CD’s sammeln 😉

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

…den hier nicht ausplaudern 🙂

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen!

Vielen Dank an alle die uns bislang entdeckt, unterstützt, unsere Platten und CD’s gekauft haben und zu unseren Konzerten gekommen sind ! Bleibt gesund und ich hoffe, wir sehen uns 2022!!!

Danke euch für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album „Progeny Of A Social Disease“!

Vielen Dank Tobi für dieses tolle Interview und deine großartige Arbeit…! Es war uns ein Fest 🙂


Tracks „Progeny Of A Social Disease“:

01. „Wandering Souls“ || 1:16 Minuten
02. „Fight The Plague“ || 3:36 Minuten
03. „The Ravishment“ || 4:29 Minuten
04. „Vengeance“ || 4:00 Minuten
05. „Democracy Dies“ || 2:45 Minuten
06. „War Inside My Head“ || 6:07 Minuten
07. „Cerebral Attack“ || 4:20 Minuten
08. „False Prophets“ || 5:29 Minuten
09. „Time To Die“ || 4:50 Minuten

Albumcover

Line-Up

Rolf | Vocals
Naushad | Guitar
Sipo | Bass
Doc Tim | Drums

Bandphoto Fear Connection | Quelle: Fear Connection

Das war mein Interview mit Rolf von Fear Connection! Wie ich auf die Jungs aufmerksam wurde wisst ihr ja – wenn nicht, so findet ihr die Infos in meiner Review. Es lohnt sich, in allen Stilrichtungen des Metals auch den Underground zu durchstöbern. Am besten auf und mit Bandcamp oder in den sozialen Medien in bestimmten Gruppen mitlesen. Die Bremer hauen einen so geilen Death Metal raus – da kommen zum Teil Szenegrößen nicht mit. Also zieht euch das Album rein . es lohnt sich!

Dankeschön an dich, Rolf, dass du vielen Fragen so ausführlich beantwortet hast. Viel Erfolg für euer Album und bleibt gesund! Ich hoffe, dass ich euch mal live erleben und auch euer nächstes Album unter die Lupe nehmen darf. Auch meinen Lesern vielen Dank fürs Lesen des Interviews. Hört in das Album rein und supportet die Band! Bis dahin, bleibt gesund und munter, euer Tobi!

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Fear Connection – Raging Terror (Official Video)
Der Song ist von der gleichnamigen EP aus 2018