Monosphere – „The Puppeteer“

Albumcover

Band: Monosphere
Album: The Puppeteer
Genre: Progressive Metal, Post-Metal, Mathcore
Label: Selfrelease
Release: 26.11.2021


Aus Mainz kommen zu bestimmten Jahreszeiten musikalische Ergüsse, die nicht unbedingt zu den Favoriten geneigter Metalheads gehören. Dort spielt man auch relativ erfolgreich Fußball. Das war aber bisher so ziemlich alles was mit Mainz zu tun hat, mit dem ich mich näher beschäftigt habe in der jüngeren Vergangenheit, bis ich eine Mail von Rodney bekam, der Schlagzeuger bei den Jungs von Monosphere ist. Diese Band, die sich in den oben erwähnten Genres zuhause fühlt, entstand aus der Progressive Deathcore Band „Lost Without Direction“. Neben der Neuentstehung gab es auch einige Wechsel in der Besetzung.

Ihr Album „The Puppeteer“ entstand bereits 2018 und bewegt sich laut Presseinfo zwischen Post Metal und Progressive Metal inklusiven Einflüssen von Mathcore. Für alle, die mit der Bezeichnung Mathcore nichts anfangen können, hier die Genredefinition von „Laut.de“: https://www.laut.de/Genres/Mathcore-125

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Monosphere – I Am In Control, Pt. I ft. Nils Wittrock from The Hirsch Effekt (Official Music Video)

Die Idee war es, ein Prog Metal Album zu schreiben, das sich etablierter Trademarks bedient und dennoch die Grenzen des Genres ausreizt. Zwischen deftigem Metalcore, Post-Rock, Black Metal und Technical Death Metal schaffen Monosphere Platz für viel Inspiration und Experimente. Mit Einflüssen aus der klassischen Musik, Neoklassik und Minimal Music adaptieren Monosphere Techniken, die sie in einen post-modernen Metalsound verpacken und so zu einem einzigartigen Metal Opus werden lassen. Das musikalische Narrativ wird von der textlichen Ebene unterstützt und wirkt wie ein düsterer Thriller, den man mehrmals gehört haben muss, um vollständig zu begreifen, worum es auf „The Puppeteer“ wirklich geht.

Gemischt wurde das Album von Phil Kaase (The Mixing Mine) und von Brad Boatright (Audiosiege, u.a. Rolo Tomassi, Stranger Things OST etc.) gemastert. Monosphere produzierten die Scheibe selbst. Das stylische Cover stammt von Kevin Ernst. Als Gast war Nils Wittrock (The Hirsch Effekt) dabei und steuerte Vocals bei „The Disconnect“ und „I Am In Control, Pt I“ bei.

Wir bekommen mit „The Puppeteer“ ein Konzeptalbum, dass die Hauptfigur in die „Klauen“ einer Gruppierung gerät, die versucht, Human Behaviors zu kontrollieren. Damit landen die Mainzer einen Volltreffer in der heutigen Zeit – wobei es hier aber nicht um krude Theorien geht! Das möchte ich extra betonen. Ich verrate an dieser Stelle auch keine weiteren Inhalte, um euch nicht die Spannung zu nehmen. Stattdessen erzähle ich euch, was euch musikalisch erwartet.

„sheer strings“ eröffnet das Album und baut langsam Spannung auf, die sich im Titeltrack „The Puppeteer“ auch gleich entladen darf. Der Track animiert sofort zum Headbangen. Ich mag die Stimme des Frontmanns. Trotz gutturalem Gesang ist er gut zu verstehen. „The Luminary“ haut weiter mit Volldampf auf die Trommeln und lässt die Bude beben. Wie oben schon geschrieben ist bei „The Disconnect“ Nils Wittrock mit dabei. Bei „The Lover“ wird es langsamer und ein bisschen düsterer, ja gar ein wenig beklemmend. Ich finde die vielen verschieden Gesangsarten toll. Mal flüsternd, mal unheimlich leise und dann wieder richtig wütend.

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Monosphere – The Marionette (Official Music Video)

Auch die vielen musikalischen Spielereien machen das Album zu etwas besonderem und nicht Alltäglichem. Dabei wirken die Songs nicht überladen, sondern sind kurzweilig und es macht Spaß zuzuhören! Die Übergänge von Song zu Song sind fließend, man merkt nicht sofort, wann der nächste Song beginnt. Diesen Fakt finde ich klasse. Man kann sich so der Story hingeben, ohne kurze Pausen. Über “The Verdict” und “The Marionette” kommen wir zur zweiten Hälfte des Erstlingswerkes. Diese eröffnet mit „no strings attached” sehr ruhig und gibt 95 Sekunden Zeit zum Verschnaufen.  Auch „I Am To Blame“ ist noch kein Speedmonster im Gegensatz zu “I Am In Control, Pt. I” das dem Hörer mit dem Dampfhammer auf den Schädel kracht, zumindest in der ersten Hälfte des Liedes. Hier ist wieder Nils Wittrock dabei. In Part II und III ist es mit Gesang und Musik ruhig. „I Am In Conflict, Pt. I“ beißt wie eine Bestie um sich, macht in Part II eine Pause, um zum finalen Teil dem Hörer den Rest zu geben.

Das Metal and Me Fazit

Eigentlich wollte ich aufhören über Musik zu schreiben. Eigentlich. Angesichts der vielen Perlen, die es im Underground gibt und die ich noch nicht für mich entdeckt habe, bin ich froh, nicht aufgehört zu haben. Die Mail von Rodney kam genau richtig und „The Puppeteer“ ist ein absolut geiles Erstlingswerk. Man wünscht sich diesen Mut und diese Power auch bei etablierten Bands. Die lange und harte Arbeit an „The Puppeteer“ hat sich definitiv gelohnt und ist für Freunde von Konzeptalben ein Pflichtkauf. Der Hörer wird mit Sicherheit eine lange Zeit Spaß an den 40 Minuten haben.

9 von 10 Pommesgabeln
9 von 10 Pommesgabeln

Tracks „The Puppeteer“:

01. “sheer strings” || 1:25 Minuten
02. “The Puppeteer” || 2:09 Minuten
03.“The Luminary” || 2:47 Minuten
04. “The Disconnect” || 2:11 Minuten
05. “The Lover“ || 4:57 Minuten
06. “The Verdict” || 2:39 Minuten
07. “The Marionette” || 3:43 Minuten
08. “no strings attached” || 1:35 Minuten
09. “I Am To Blame || 2:55 Minuten
10. “I Am In Control, Pt. I” || 3:19 Minuten
11. „I Am In Control, Pt. II“ || 2:23 Minuten
12. „I Am In Control, Pt. III” || 0:52 Minuten
13. „I Am In Conflict, Pt. I“ || 1:31 Minuten
14. „I Am In Conflict, Pt. II“ || 2:08 Minuten
15. „I Am In Conflict, Pt. III“ || 5:08 Minuten

Albumcover
Bandphoto | Copyright by QuintenQuistCom

Line-Up

Kevin Ernst | Gesang
Max Rossol | Gitarre
Valentin Noack | Gitarre
Marlon Palm | Bass
Rodney Fuchs | Schlagzeug