Ragnfalt | Surturs Lohe | Interview

Albumcover

Surturs Lohe wurde 1996 durch Ragnfalt (Gitarre, Bass, Gesang) und Tristan (Schlagzeug) als Pagan-Metalband ins Leben gerufen. Surturs Lohe waren inspiriert von Bands wie BATHORY, ULVER, SATYRICON, ISENGARD, STORM und TUMULUS. Letztere kann als erste Pagan-Metalband Deutschlands betrachtet werden. Da sich die Band intensiv mit der nordischen und der germanischen Mythologie sowie mit ihrem regionalen Sagenschatz auseinandersetzte, sollten diese Themenfelder die Basis für Texte SURTURS LOHEs bilden. Der Bandname SURTURS LOHE rührt vom  Feuerriesen Surtur, welcher mit seinem Flammenschwert den Weltenbrant entfacht, aus der nordischen Mythologie.

Am 24.09.2021 veröffentlichten die Tühringer ihr neues und mittlerweile fünftes Album „Wielandstahl“. Die Review zum Album findet ihr HIER! Heute habe ich mein Interview mit Ragnfalt für euch und hoffe ihr freut euch darauf genauso wie ich.

Tobi – Ragnfalt


Hallo Ragnfalt von SURTURS LOHE. Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazukommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Natürlich berichte ich auch über den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u. a. zu eurem zweiten Album „Wielandstahl“ das am 24.09.2021 veröffentlicht wird.


Hi Ragnfalt! Wie geht’s dir und dem Rest von „Surturs Lohe“ derzeit?

Hallo! Hab erst einmal Dank für die Möglichkeit zum Gespräch. Wir stehen aktuell kurz vor der Veröffentlichung unseres fünften Albums „Wielandstahl“. Es ist momentan ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits sind wir sehr gespannt und freuen uns sehr darauf, das Album an unsere Zuhörerschaft übergeben zu können und andererseits sind wir auch ein wenig angespannt, da wir hoffen, dass mit der Pressung und dem ganzen „Drumherum“ auch alles gut geht.

Magst du dich und „SURTURS LOHE“ meinen Lesern vorstellen, für alle die, die dich und euch noch nicht kennenlernen durften?

Surturs Lohe | Photo by Markus Stock

Da für uns die Band immer weit vor irgendwelchen Personalien stand, möchte ich es lieber dabei belassen, kurz etwas über Surturs Lohe zu sagen. SURTURS LOHE wurde 1996 durch Ragnfalt (Gitarre, Bass, Gesang) und Tristan (Schlagzeug) als Pagan-Metalband ins Leben gerufen. SURTURS LOHE waren inspiriert von Bands wie BATHORY, ULVER, SATYRICON, ISENGARD, STORM und TUMULUS. Letztere kann als erste Pagan-Metalband Deutschlands betrachtet werden.

Da sich die Band intensiv mit der nordischen und der germanischen Mythologie sowie mit ihrem regionalen Sagenschatz auseinandersetzte, sollten diese Themenfelder die Basis für Texte SURTURS LOHEs bilden. Der Bandname SURTURS LOHE rührt vom Feuerriesen Surtur, welcher mit seinem Flammenschwert den Weltenbrant entfacht, aus der nordischen Mythologie. Im Laufe der Jahre waren/sind verschiedene Bandmitglieder SURTURS LOHEs bei Band wie HELRITT, FIMBULVET, MENHIR, EMPYRIUM, TUMULUS, XIV DARK CENTURYS, ODROERIR und HERBSTNEBEL aktiv.

Ich habe bei meinen Recherchen gelesen das man euch in die NSBM Ecke „rücken“ möchte. Dies habt ihr bestritten und ich kann auch auf „Wielandstahl“ keinerlei Anhaltspunkte entdecken. Müsst ihr noch immer gegen derartige Vorurteile kämpfen? 

Es ist schon weit über zehn Jahre her, dass es Vorwürfe in dieser Richtung gab. Wir haben uns immer wieder dagegen ausgesprochen, da wir mit unserer Musik keinerlei politische Botschaften, in welcher Richtung auch immer, kundtun.  Nun war das wirklich schon lange kein Thema mehr und wir denken auch, dass uns dieses Thema auch in Zukunft nicht tangiert.

Nun aber zum Album. Was dürfen Pagan Metal Freunde von „Wielandstahl“ erwarten und warum sollten auch Metalheads anderer Genrezugehörigkeit ins Album hören?

Freunde der heidnischen Musik, können sich erst einmal auf eine finstere und altehrwürdige Fassung der „Wielandsage“ freuen. Musikalisch zeigen wir uns mit „Wielandstahl“ deutlich härter als gewohnt.  Es gibt aber auch safte Klänge in Form zweier Balladen, die das Album im Surturs Lohe –typischen Gleichgewicht halten.    

Die Sage des Wielands gibt es in zwei Versionen. Welche habt ihr gewählt und warum?

Die altnordische Thidressaga trägt in unserer Fassung den Haupterzählstrang. Allerdings gibt es auch Fabelanteile aus der  Völundarkviða, dem sogenannten Wölund-Lied (bspw. die walkürischen Elemente). Mir war wichtig die Sage in einem Spannungsbogen zu erzählen, welcher harmonisch und bildmächtig zu unseren Kompositionen wirkt. 

In welchen Formaten wird „Wielandstahl“ in die Läden kommen? 

Bei Tante Emma könnt ihr das Album in CD- und LP Format erwerben. Den Onlinehandel bedienen wir natürlich auch auf allen gängigen Plattformen. 

Mit den Gastmusikern Stephan Löscher (Orchestration) und Shir-Ran Yinon an Bratsche und Violine habt ihr zwei Gäste auf „Wielandstahl“ Wie war denn die Zusammenarbeit mit ihnen? 

Stepahn (Fjoegyn) ist ein alter Freund von mir. Wir kennen uns seit über 15 Jahren und es gab in der Tat bereits auch schon eine Zusammenarbeit auf unserem vorhergehenden Album „Seelenheim“. Zum Titel „Der Kaiser im Berg“ bearbeitete er die Orchestration. Stephan hat dafür ein Händchen und so kam es dazu, dass er das Orchester zur „Schwanenballade“ setzte.

Dabei sind die Streicher (Violine und Bratsche) von Shir-Ran eingespielt. Sie ist eine der aktuell besten Violinistinnen und wir sind stolz, dass wir sie für diesen Song gewinnen konnten. Die Form der Zusammenarbeit erfolgte natürlich situationsbedingt so, dass Stephan und Shir-Ran in ihren eigenen Studios arbeiteten und uns mit im Prozess hielten, so dass wir immer im Bilde waren und auch Feedback geben konnten. Auch wenn die Zusammenarbeit mit „Abstand“ erfolgte, muss ich sagen, dass fabelhafte Prozesse waren, die wir erfahren durften.

Was bedeutet Markus Stock für euch und eure Band?

Erst einmal ist Markus unser Produzent. Und vermutlich wird er das über „Wielandstahl“ hinaus auch sein. Die Zusammenarbeit mit ihm war sehr angenehm. Eins kann man aber mit Sicherheit sagen. Wir haben „Wielandstahl“ innerhalb von drei Wochen in der Klangschmiede Studio E eingespielt. In so einer kurzen Zeit haben wir noch nie ein Album aufgenommen. Wir haben Tonnen von Riffs und Melodien eingespielt und gleichzeitig fühlten wir uns unendlich wohl.

Markus hat eine angenehme Art mit Musikern zu arbeiten, sodass  es einem möglich wird in vermeintlichen „Drucksituationen“ keinen Druck zu verspüren und Bestleistungen abzuliefern. Auch mit den von Markus erzielten Ergebnissen im Mix und Master sind wir überaus zufrieden. Besonders hat es mir das Vinyl-Master angetan. Allerdings gibt es eine kleine Unstimmigkeit;-), da ich nach wie vor der Meinung bin, dass der Thüringer Wald selbstverständlich das schönste Mittelgebirge Deutschlands ist. 

Wie waren die Resonanzen auf die beiden Singles „Wielandstahl“ und „Kelche von Gold“ bisher?

Bisher gab es sehr gute Rückmeldungen. Es dürfen sich aber gerne noch ein paar Menschen mehr die Videos anschauen. Sie sind recht ansehnlich!

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Surturs Lohe – Wielandstahl (Official Video)

Wird es denn weitere Videos zu Songs aus dem Album geben?

Vielleicht?

Habt ihr favorisierte Songs auf eurem Album?

Nein. Jeder Song auf dem Album trägt einen Anteil zur Wirkkraft von „Wielandstahl“ bei.  

Woher bekommt ihr eure Inspiration bevorzugt her, wenn es um die Songs für Surturs Lohe geht?

Die berühmte „Musenfrage“! Das ist natürlich bei jedem Bandmitglied anders und jeder schöpft aus anderen Quellen der Kreativität. Ich fühle mich zum Beispiel inspiriert, wenn ich Kunst und Kultur konsumiere. Das gepaart mit der Prachtvollen Region in der ich lebe, lässt ab und an die Musen herab steigen. Ich find aber auch, dass das ein vollkommen natürlicher Prozess ist, der vieles erlaubt aber eines nicht verzeiht und das ist Druck und Stress. Glücklicherweise bekommen wir keinen Druck, weder von unserem Label Einheit Produktionen, noch machen wir ihn uns selber. Wir legen großen Wert darauf, die Prozesse, die ein Album braucht, von A bis Z mit Genuss zu durchlaufen.

Gibt es Pläne für eine Tour? Oder lasst ihr euch coronabedingt noch Zeit? 

Eine Tour findet nicht statt. Wir werden einige ausgewählte Konzerte geben, wenn es die Situation zulässt. 

Wenn man als Musiker über Livemusik, wann und wie sie wieder stattfinden kann nachdenkt, macht man sich auch Gedanken darüber, wie das mit der Hygiene und der eigenen Sicherheit bestellt ist?

Das sind wichtige Themen, die aktuell erst einmal die Veranstalter auf der Agenda haben. Ich denke in der Branche wird sich einiges ändern, bzw. es hat sich schon viel verändert. Als Künstler muss man sich dann eher die Frage stellen, inwieweit die Konzepte der Veranstaltung zu dem passt, was man darbietet. Ist das miteinander vereinbar oder wird man sich untreu?

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Surturs Lohe – Kelche von Gold (Offical Video)

Wie war/ist die Stimmung untereinander während der Arbeit am Album gewesen? Gibt’s eine lustige Anekdote, die ich weitergeben darf?

Im Studio wird nicht gelacht! Spaß! Wie eingangs schon erwähnt, hatten wir ein sehr gutes Miteinander. Das Album eingespielt haben wir in der Viererkonstellation. Dabei haben wir uns im Schichtbetrieb durchgewechselt. In der dritten Woche waren dann „nur“ noch die Gesangsspuren dran. Alraun und Heidenherz hatten enorm viele Spuren einzusingen (Leads, Chöre, mehrstimmige Melodiebögen etc.). An den Abenden nach der Aufnahme wurde das Reden zurückgestellt, um die Stimme zu schonen. Freitag 16 Uhr gab es eine Punktlandung und die letzte Gesangsnote fand den Weg auf das Album und beide brachten kein Wort mehr heraus. Ich fand es lustig, Alraun und Heidenherz sehen das bestimmt etwas anders. 

Welches Album hat dich am Anfang deines Interesses am Metal allgemein am meisten beeinflusst und wie kam es dann zur Spezialisierung?

Beide Fragen kann ich mit folgendem Album beantworten: Bathory – The Twilight Of the Gods

Wo wir bei anderen Alben sind. Welche Platten sind deine Favoriten bisher in 2021 und auf welche freust du dich noch – Außer euer eigenes 😊

Iron Maiden – Senjutsu und Empyrium – Über den Sternen sind bisher meine Jahres -Highlights.   Die Platten liegen schon recht häufig auf meinem Plattenteller. 

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Ich würde es mal so sagen: Die Musik bindet einiges an Zeit.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

…mir viele Wünsche wünschen.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen? 😊

Was ist das ganze wert, wenn ihr nicht wärt? Kein Publikum, keine Gespräche, weder Lob noch Kritik. Nur Stille. Welch eine Tristesse!  Surturs Lohe verneigen sich vor euch! Habt Dank, dass ihr uns die Treue haltet, manch einer von euch schon ein viertel Jahrhundert. „Wielandstahl“ ist für euch.

Danke euch für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album „Wielandstahl“!


Tracks “Wielandstahl”:

01. „Sohn von Glut und Stahl“ || 3:54 Minuten
02. „Mimes Reigen“ || 6:45 Minuten
03. „Die Schwanenballade“ || 2:30 Minuten
04. „Wielandstahl“ || 6:58 Minuten
05. „Von albischer Hand“ || 5:30 Minuten
06. „Nidungs Reich“ || 7:56 Minuten
07. „Der Lahmende Schmied“ || 6:22 Minuten
08. „Kelche von Gold “ || 5:20 Minuten
09. „Nur ein Vogel“ || 7:58 Minuten

Albumcover

Line-Up
Ragnafalt | E-Gitarre, Clean-Gitarre, Akustikgitarre, Text und Lyrics
Heidenherz | Gesang, Chor, E + Clean-Gitarre, Akustikgitarre, Dums, Bass
Alraun | Gesang, Chor, Flöten
Ralph | Bass
Fix | E-Gitarre, Clean-Gitarre, Akustikgitarre
Max | Drums
Photo by Markus Stock

Das war mein Interview Ragnfalt von „Surturs Lohe“. Dankeschön an Ragnfalt, dass er meine Fragen so ausführlich beantwortet hat und natürlich auch für euer Interesse. Bis dahin, bleibt gesund und munter, euer Tobi!

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