Surturs Lohe – „Wielandstahl“

Albumcover

Band: Surturs Lohe
Album: Wielandstahl
Genre: Pagan Metal
Label: Einheit Produktionen
Release: 24.09.2021


In diesem Jahr feiern die naturverbundenen thüringischen Pagan Metaller „Surturs Lohe“ ihr 25-jähriges Bestehen und veröffentlichen ihr neuestes Werk „Wielandstahl“ über das Label Einheit Produktionen. Das Album, dass die Sage des Schmiedes Wieland in neun Songs erzählen möchte. Es sei dazu gesagt, dass es diese Sage in verschiedenen Überlieferungen gibt. Es gibt zum einen die Thidressaga und zum anderen die Völundarkviða, das Völundlied der Lieder-Edda. „Surturs Lohe“ erzählen die Sage nach der Thidressaga, die eine umfangreiche Kompillation aus dem 13. Jahrhundert ist. Die lyrische Interpretation der Geschichte wurde von Markus Stock (Empyrium, The Vision Bleak, Sun Of The Sleepless) im Klangschmiede E Studio produziert. Als Gastmusiker sind Shir-Ran Yinon (Haggard) und Stephan Löscher (Fjoergyn) vertreten.

Die Biographie der Thüringer findet ihr im weiteren Verlauf meiner Review und ist komplett von „Surturs Lohe“ verfasst. Ich bin schon ein bisschen gehyped, denn ich finde Alben über Sagen, Mythologien und Co. halt einfach geil. Erscheinen wird das Album als Digi-CD / 2-LP Vinyl (Vinyl 2-12″LPs; Black Megalith Vinyl/ Einheit Produktionen).

Märchenhöhle | Copyright Markus Stock

Während dem Intro von „Sohn von Glut und Stahl“, dass ca. eine Minute spielt, bis die Vocals einsetzen, solltet ihr euch die Geschichte im Booklet durchlesen, denn diese kurzen Texte begleiten euch durch den Song. Mit ruhiger Stimme trägt Heidenherz den ersten Song des Konzeptalbums vor, das ändert sich in „Mimes Reigen“. Dort weicht die vorherige Sangesart einem Black Metal angehauchten Gesang, der von Alraunes lieblicher Stimme begleitet wird. Wer sich fragt was „waberloht“ bedeutet: Die Waberlohe ist altnordisch und bezeichnet in der Germanischer Mythologie einen ringförmig geschlossenen Wall aus Feuer.

„Die Schwanenballade“ wird von Alraun gesungen und ist ein komplett ruhiges Lied. Auch hier solltet ihr die Einführung zum Text lesen, bevor ihr euch dem selbigen hingebt. Allvater,  ist dieses Lied episch! Der Titeltrack „Wielandstahl“ nimmt langsam Fahrt auf und erzählt davon, dass Wielands Waffen nicht nur kunstvoll aussahen, sie „…schnitten durch Fleisch und Knochen, Brünn und Wehr und fällten so Manchen!“ Nach dem härteren „Wielandstahl“ ist „Von albischer Hand“ wieder herrlich ruhig und zum zurücklehnen. Die instrumentale Untermalung der beruhigenden Singstimme hat etwas Erhabenes. Ballova hieß der Felsen, in dessen mitten die  Zwerge waren und dazu ein kleiner Fakt am Rande: die Bezeichnung des Felsens deckt sich etymologisch mit dem Namen der Stadt Balve mit der bekannten Balver Höhle!

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Surturs Lohe – Kelche von Gold (Offical Video)

Mit E-Gitarre geht es für Wieland weiter in „Nidungs Reich“. An dieser Stelle muss ich aufpassen euch nicht zu spoilern, da ich natürlich auch die Hintergründe recherchiere, weil mir die Sage gefällt. Musikalisch dürfen die Häupter zu den donnernden Drums bewegt oder sich in den Pit bewegt werden. In „Der Lahmende Schmied“, dass auch mit brachial guter instrumentaler Leistung glänzt und die Kelche im Hause Nidung wackeln lassen würde, hören wir neben Heidenherz auch Alraun wieder.

„Kelche von Gold“ ist einer meiner Favoriten auf „Wielandstahl“ und leitet auch das Finale der Sage ein, dass fast an die Marke der acht Minuten kommt und indem wieder die Flöte zu hören ist, die von Alraun gespielt wird. „Nur ein Vogel“ handelt von der Flucht Wielands, die ihm seine Schmiedekunst ermöglicht.

Metal and Me Fazit

Wo fange ich nur an bei meinem Fazit zu „Wielandstahl“? Zur Geschichte rund um Wieland möchte ich JEDEM ans Herz legen, diese zu recherchieren und sich damit auseinanderzusetzen. Entweder im Gleichgang wenn ihr „Wielandstahl“ hört, was ich gemacht habe, es anschließend nochmals in Ruhe anhören und genießen. Denn dann läuft zum Album ein ganz anderes, fantastisches Bild im Kopf ab, dass das Hörvergnügen nochmals gewaltig steigert. Oder ihr machts danach.

Musikalisch und lyrisch bietet das Album epische langsame Songs, Schwanenlied ist so guuuuut, abwechslungsreiche Vocals durch Alraun und Heidenherz und eine Vielfalt an Instrumenten, nicht zuletzt durch Gastmusiker Stephan Löscher mit Orchestration und Shir-Ran Yinon an Bratsche und Violine. Auch Freunde der härteren Gangart werden ihre Freude haben an Songs wie „Mimes Reigen“, „Wielandstahl“ oder „Kelche von Gold“.

Diese Aspekte plus den Fakt, dass ihr jegliche geschichtliche Fakten im Netz finden könnt, samt der Leidenschaft für Pagan-Metal die in jeder Sekunde zu hören ist, macht das Album zum absoluten Muss für Fans des Genres und für jene, die gerne Geschichten, Sagen und Mythologien hören!

9 von 10 Pommesgabeln
9 von 10 Pommesgabeln

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Tracks “Wielandstahl”:

01. „Sohn von Glut und Stahl“ || 3:54 Minuten
02. „Mimes Reigen“ || 6:45 Minuten
03. „Die Schwanenballade“ || 2:30 Minuten
04. „Wielandstahl“ || 6:58 Minuten
05. „Von albischer Hand“ || 5:30 Minuten
06. „Nidungs Reich“ || 7:56 Minuten
07. „Der Lahmende Schmied“ || 6:22 Minuten
08. „Kelche von Gold “ || 5:20 Minuten
09. „Nur ein Vogel“ || 7:58 Minuten

Albumcover

Line-Up

Ragnafalt | E-Gitarre, Clean-Gitarre, Akustikgitarre, Text und Lyrics
Heidenherz | Gesang, Chor, E + Clean-Gitarre, Akustikgitarre, Dums, Bass
Alraun | Gesang, Chor, Flöten
Ralph | Bass
Fix | E-Gitarre, Clean-Gitarre, Akustikgitarre
Max | Drums

Bandphoto | Copyright Markus Stock

Biographie „Surturs Lohe“

SURTURS LOHE wurde am 30. April 1996 durch Ragnfalt (Gitarre, Bass, Gesang) und Tristan (Schlagzeug) als Pagan-Metalband ins Leben gerufen. SURTURS LOHE waren inspiriert von Bands wie BATHORY, ULVER, SATYRICON, ISENGARD, STORM und TUMULUS. Letztere kann als erste Pagan-Metalband Deutschlands betrachtet werden. Da sich die Band intensiv mit der nordischen und der germanischen Mythologie sowie mit ihrem regionalen Sagenschatz auseinandersetzte, sollten diese Themenfelder die Basis für Texte SURTURS LOHEs bilden. Der Bandname SURTURS LOHE rührt vom  Feuerriesen Surtur, welcher mit seinem Flammenschwert den Weltenbrant entfacht, aus der nordischen Mythologie.

Im Laufe der Jahre waren/sind verschiedene Bandmitglieder SURTURS LOHEs bei Band wie HELRITT, FIMBULVET, MENHIR, EMPYRIUM, TUMULUS, XIV DARK CENTURYS, ODROERIR und HERBSTNEBEL aktiv.

Im Jahr 2005 entstand aus SURTURS LOHE die Band HELRITT, welche das Demo „Wälder“ und das Album „Trotzend dem Niedergang“ hervorbrachten.

Von 2000 bis 2011 veröffentlichten SURTURS LOHE für das Label Christhunt Productions drei CDs, zu denen sie vertraglich verpflichtet waren. Die Tatsache, dass Surturs Lohe bei dem Label Christhunt Productions unter Vertrag stand, heißt nicht, dass sich Surturs Lohe mit dem Label und dessen Bands identifizierte.

Surturs Lohe war dazumal (2000) die dritte Band, nach Bluttaufe und Belmez, welche vom Label Christhunt Productions für drei CDs verpflichtet wurde. Eine derartige Entwicklung von Christhunt Productions war vom damaligen Zeitpunkt nicht einzusehen. Spätere Bemühungen aus dem Plattenvertrag auszusteigen blieben erfolglos.

Demzufolge mussten die Auflagen aus genanntem Vertrag erst erfüllt werden, wodurch 2011 auch das dritte vollständige Album (Nornenwerk) unter Christhunt Productions erschien.

Surturs Lohe distanziert sich ausdrücklich von einer so genannten NSBM – Szene! Die Musik SURTURS LOHEs  beinhaltet keinerlei politische Botschaften. SURTURS LOHE sympathisieren weder mit religiösen, links gerichteten noch mit rechts gerichteten Weltanschauungsmodellen.

Im Jahr 2015 unterschrieben SURTURS LOHE einen Plattenvertrag bei dem Label Einheit Produktionen. Die Band ist froh und stolz einen guten Partner gefunden zu haben. Über das Label Einheit Produktionen wurde 2016 das viertes Album SURTURS LOHEs namens  „Seelenheim“ sowie zusätzlich mit dem Label Black Megalith Vinyl 2018 „Nornenwerk“ als Vinyl wiederveröffentlicht.

Fast auf dem Punkt genau fünf Jahre nach „Seelenheim“ (ein Album, was mittlerweile zum Standardwerk in der paganen Szene avanciert ist), heben die Pagan Metal – Veteranen von Surturs Lohe ihr fünftes Album „Wielandstahl“ aus der Glut. „Wielandstahl“ ist ein Konzeptalbum und erzählt von der Wielandsage in lyrisch anspruchsvoller Form. Musikalisch präsentieren sich Surturs Lohe allerdings härter, schneller, aber auch epischer denn je zuvor. Produziert wurde das Album von Markus Stock in der Klangschmiede Studio E. Laut Surturs Lohe, wird man auch in Zukunft die Zusammenarbeit mit Markus Stock suchen.

Diskographie:

1999 – Urda (CD; Demo)
2000 – Brennende Stürme (Vinyl 7″; Split w/Nachtfalke, Christhunt Productions)
2001 – Wo einst Elfen tanzten (CD; Christhunt Productions)
2002 – Vor Wallvaters Thron (CD; Christhunt Productions)
2004 – Enter the Fields of Clear Blue Sky (7″EP Split w/Odal, Christhunt Productions)
2011 – Nornenwerk (CD; Christhunt Productions)
2016 – Seelenheim (CD/2xCD-Box+Patch+Poster; Einheit Produktionen)
2018 – Nornenwerk (Vinyl 12“LP; Black Megalith Vinyls/ Einheit Produktionen)
2021 – Wioland 7″ Vinyl EP (Einheit Produktionen)
2021 – Wielandstahl Digi-CD / 2-LP Vinyl (Vinyl 2-12″LPs; Black Megalith Vinyl/ Einheit Produktionen)