„Alain | Second Reign | im Interview“

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„Gravity“, so heißt das Debütalbum von Second Reign. Das Erstlingswerk wurde über einen Zeitraum von 16 Monaten aufgenommen. Der eigentliche Plan war es,  einige Songs aufzunehmen, um Buchungen für Auftritte zu bekommen und die Songs als Singles zu releasen. Aber manchmal kommt es anders und so wurde es ein Songwriting, zum ersten Longplayer führte. Die Truppe wählte aus gut 30 Songs die 13 Songs aus, die am 24.09.2021 auf dem Album zu hören sein werden. Kleiner Fakt am Rande: die letzten Songs wurden noch während des ersten Lockdowns in der Schweiz geschrieben. Die Aufnahmen waren etwas Besonderes denn, jedes Bandmitglied hat seine Tracks allein im Studio von Mack Schildknecht (Mack Music) aufgenommen. Begonnen wurde mit den Drums, gefolgt von den Vocals, Gitarren und Bass. Die Keyboardklänge wurden im bandeigenen Proberaum aufgenommen und dann an Mack übergeben.

Ich habe mit allen Bandmitgliedern ein Interview geführt und heute möchte ich euch das Gespräch mit Alain zum lesen posten! Also viel Spaß mit dem Interview und hört in die bisher veröffentlichen Singles rein.

TobiAlain

Albumcover

Hallo Alain von Second Reign. Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazukommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Natürlich berichte ich auch über den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u. a. zu eurem ersten Album „Gravity“ das am 24.09.2021 veröffentlicht wird.


Meine erste Frage an jeden Interviewpartner lautet immer: Wie geht es dir und deinen Bandkollegen momentan?

Wir haben lange an unserem Erstling gearbeitet, all unsere Liebe und Kraft reingesteckt. Es war eine intensive und schöne Zeit und jetzt bin ich einfach unglaublich froh, das fertige Werk in den Händen zu halten. Ich kann voll und ganz dahinterstehen und das Album hat meine eigenen Erwartungen übertroffen. Das erfüllt einen, macht mich glücklich. Da wäre es natürlich schön, voll die Stufe 2 zünden zu können, rauszugehen und das Album auch live zu rocken. Nun ja, das bleibt wohl in der aktuellen Situation zumindest bis zu einem gewissen Grad ein Wunschdenken. Das ist hart und beschäftigt einen.

Magst du dich und „Second Reign“ kurz meinen Lesern vorstellen, für alle die, die dich und euch noch nicht kennenlernen durften?😊

Second Reign, das sind vier Jungs. Wir haben uns gegen Ende 2017 formiert mit dem Ziel, einen neuen Zugang zum Melodic Rock zu schaffen. Damit meine ich all unsere verschiedenen Geschichten und Erfahrungen, verschiedene Stilrichtungen wie klassischer Rock und Metal, aber auch modernere Synth Sounds, neu zu verpacken. Wie in den 80ies, aber mit einem modernen Touch. Seit da hat sich ja doch auch einiges getan und das wollen wir erforschen. Ich bin als letzter dazugestossen und man sagt, ich sei der jüngste. Die Gitarre ist mein Instrument, mein Sprachrohr in die Welt des Rocks und Metal, seit meiner frühen Kindheit. Was bei mir nie fehlen darf sind Harmonien, Melodien und die richtige Portion Rhythmik.

Alain ist der zweite von rechts!
Bandphoto | Photocredit by Second Reign

Ihr habt die Band Mitte 2017 gegründet. Gibt es eine gemeinsame Geschichte, die zur Gründung führte?

Wie vielmals üblich waren es mehr Zufälle. So wie ich es verstanden habe (😉) wollte Bo, unser Keyboarder, wieder eine Band gründen und hat so via Inseraten unseren Drummer Dan und dann unseren Bassisten und Frontmann Stephan gefunden. Ein Kollege von Bo (mein damaliger Mentor Adi Honegger) hat mich dann zu guter Letzt mit der Band in Kontakt gebracht. Ein Volltreffer. Hahaha! Also für mich auf jeden Fall! Irgendwie so ging das…

Auf eurer Website https://www.second-reign.ch/ steht, dass ihr alle aus verschiedenen musikalischen Richtungen kommt. Welche sind das denn?

Meine „Homebase“ sozusagen ist ganz klar der Heavy Metal. Ich liebe aber auch progressive Elemente. Und dann kam mit den Jahren noch der ganze Melodic Black Metal dazu. Parallel zur E-Gitarre habe ich aber auch lange Klassische/Spanische Gitarre gespielt und hatte hier auch Zugang zu ganz anderen Stilrichtungen. Die verschiedenen Genres sind ja wie verschiedene Welten. Man kann sich auch aus jeder Welt einem Stilelement bedienen und kann diese dann neu kombinieren. Das macht die Musik auch so spannend. Und der Melodic Rock ist auch genug offen, damit man mit verschiedenen Stilelementen spielen kann.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Massacre Records?

Ha! Das war definitiv ein Glückstreffer und kam zur genau richtigen Zeit. Kurz bevor unser Album ganz fertiggestellt war. Das hat Dan eingefädelt. Phil Klauser von Requiem, welche auch bei Massacre unter Vertrag sind, hat uns die Türen geöffnet. Das Album und diese Zusammenarbeit sind sicher die Top Highlights unserer bisherigen Reise. Natürlich nebst den Konzerten. Denn schlussendlich machen wir ja Musik für alle Musikliebhaber da draussen und nicht nur für die vier Wände im Bandraum und Wohnzimmer.

Wie kam denn euer Bandname zustande?

Ein Wortspiel. Bo’s vorheriges Bandprojekt hiess Sahara Rain. Daraus ist dann Second Reign, also die zweite Herrschaft entstanden. Der Name bedeutet aber mehr. Er skizziert, dass wir aus einer früheren Herrschaft, also dem Melodic Rock aus den 80ies, etwas Neues aufbauen, eben eine neue Herrschaft, welche auch einen moderneren Rock zulässt und trotzdem der Bezug zur Geschichte behält.

Eure Aufnahmen zum Album waren nicht alltäglich, habe ich gelesen. Was war daran besonders/ungewöhnlich?

Ja, das war in der Tat etwas speziell. Wir gingen nämlich separat ins Studio. Wir hatten die Songs schon bis zu einer gewissen Güte vorarrangiert, so quasi als Demo. Deshalb war das grundsätzlich möglich. Das bringt natürlich gewisse Vor- und Nachteile mit sich. Beispielsweise hatte ich mich beim Recording von Fire anfangs ziemlich aufgeregt, da sich Dan auf dem Drum so richtig ausgetobt hatte, und mein Rhythmus-Gitarre dann nicht mehr wirklich dazu gepasst hatte. Das hat aber auch was Schönes an sich, da genau dann eine gewisse Spontanität dazukommt, die das ganze Werk einmalig und spannend macht. Definitiv ein Vorteil ist, dass man weniger unter Zeitdruck steht. Wir konnten uns für alle Parts wirklich die Zeit nehmen, die es gebraucht hatte. Bei Let Me Breathe zum Beispiel sind im Studio noch einige neue Fill-Ins entstanden. Und so ist aus einem für mich Anfangs geradlinigen Rocksong eine echt filigrane, mehrschichtige Hammer Nummer geworden.

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SECOND REIGN – Fire (Official Video)

Wie würdet ihr eure Musik genretechnisch einordnen?

Melodic. Power. Rock. Metal. Irgendwie sind diese Ingredienzen sicher alle enthalten.

Jetzt gibt es viele Metalheads oder auch Hard Rock Fans die dank eurer Single „Fire“ an die 80er erinnert werden. Was dürfen sie erwarten von „Gravity“?

Dass Gravity so weitergeht! Und doch noch einige Überraschungen mit sich bringt. Was ich sagen kann ist, dass es definitiv viel zu entdecken gibt auf Gravity. Die 13 Songs sind so vielschichtig. Wenn man denkt, man kenne sie schon, dann ist das 100% ein Fehlalarm. Es geht sogar mir so! Hahah!

In welchen Formaten wird „Gravity“ in die Läden kommen?

Als CD im guten alten Jewel Case. So richtig 80er Jahre halt.

Mit Beda Felber habt ihr einen Gast auf „Gravity“ Wie war denn die Zusammenarbeit mit dem Künstler? Konntet ihr euch auch im Studio treffen?

Wir hatten Beda bereits vorher mal zu einer Probe eingeladen. Das war so eine Impro Session um sich mal kennenzulernen. Wir hatten da ein bisschen Soundprobleme. Sein Sax kam nicht wirklich so durch wie wir uns das erhofft hatten. Ehrlich gesagt, ich hatte meine Bedenken. Es war aber so, dass wir es als Versuch angeschaut hatten, denn Plan B war so oder so schon im Köcher. Umso mehr war es dann aber ein Highlight, als Stephan und ich seine Performance im Studio mit anhören durften. Das war Tag und Nacht! Einfach genial! Er hatte sich so ins Zeug gelegt, dass sein Kopf faktisch geglüht hat 😉

„Fire“ war eure erste Singleauskopplung. Warum der Song und werden noch Singles folgen?

Fire ist sicher ein repräsentativer Song, der unserer musikalischen Breite auch gerecht wird. Intro mit Metal Touch. Eingängiger Refrain mit Chören, viele Synth Sounds, fliegendes Gitarrensolo. Was will man mehr! Und ja, vor dem Album folgt noch eine weiter Single.

Wie waren die Resonanzen auf die Single bisher?

Ganz ehrlich. Es hat uns etwas weggefegt. Wir hatten es ja zeitgleich mit einem Videoclip veröffentlicht. Die Resonanz hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Wir erhielten viele Kommentare, auch von uns wildfremden Leuten. Das war und ist echt motivierend.

Habt ihr favorisierte Songs auf dem Album?

Na da hat wohl so jeder seine Vorlieben. Dark Matter hat für mich echt was sehr Tiefgründiges. Ich kann mich auch sehr gut daran erinnern, als ich dafür die Gitarren arrangiert hatte. Sehr spezielle Gefühle schwingen da bei mir mit, immer wieder Genial diese zu spüren.

Bandphoto | Photocredit by Second Reign

Woher bekommt ihr eure Inspiration wenn es um die Songs von Gravity geht?

Hier ist natürlich unser kreatives Oberhaupt, Stephan, eine unerschöpfliche Quelle. Die Grundkompositionen der Songs stammen von ihm. Für mich ein Wahnsinn. Denn sie berühren mich sofort. Das Grundarrangement der Gitarren entsteht vielfach in einer Nacht je Song. Es muss einfach klick machen und dann kommt es einfach. Woher weiss ich auch nicht, aber es ist so, als ob es schon existiert, einfach noch nicht materialisiert wurde. Man muss dazu aber auch sagen, dass wir ein Dutzend andere Songs ausgemustert hatten. Manchmal ist es einfach so, dass ein Song eben nicht funktioniert. Der Klick Effekt ist also nicht bei jedem Song gegeben. Aber mit dieser Fülle an Songs hatten wir wirklich das Glück, die Perlen für Gravity rauspicken zu können. Was natürlich toll ist.

Gibt es Pläne für eine Tour? Oder lasst ihr euch coronabedingt noch Zeit? 

In den Köpfen wäre mal eine Tour für nächstes Jahr angedacht. Ob und wie es dann aussieht… Gott weiss.

Wie kamt ihr zur Heavy Metal Musik?

Mein älterer Bruder kam mit Tapes von Iron Maiden, Poison, Judas Priest usw. nach Hause. Da hatte ich noch eine Ziffer am Rücken und wollte das auch Hören. Seither hat es mich nie mehr losgelassen.

Wenn man als Musiker über Livemusik, wann und wie sie wieder stattfinden kann nachdenkt, macht man sich auch Gedanken darüber, wie das mit der Hygiene und der eigenen Sicherheit bestellt ist?

Wie so bei vielem: ich bin gut im Verdrängen. Das kommt dann beim Musizieren wieder raus.

Wie war/ist die Stimmung untereinander während der Arbeit am Album gewesen? Gibt’s eine lustige Anekdote, die ich weitergeben darf – auch wenn ihr euch so richtig nicht gesehen habt.

Ich war gerade einen Gitarrentrack am Einspielen. Da kam mich Stephan besuchen. Typischerweise ist er nicht alleine, sondern in Gesellschaft seines Wollknäuels, wie ich ihn nenne (sein Hund…). Auf alle Fälle rennt er zu Mack, unserem Produzenten, und mir, dreht sich um, niest und kackt im Studio auf den Boden. Paff. Das war der Tiefpunkt im Entwicklungsprozess von „Gravity“ und hat mich tief getroffen. (Anmerkung Stephan: Siehe auch Antworten Bo)

Hahaha wie geil! Ich hab auch einen Hund und gerade Kopkino… 😂

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Second Reign TV – Songtalk Episode 1

Welches Album hat dich am Anfang deiner Karriere am meisten beeinflusst?

Judas Priest – Painkiller, das war ein Killer!

Wo wir bei anderen Alben sind. Welche Platten sind deine Favoriten bisher in 2021 und auf welche freust du dich noch – Außer euer eigenes 😊

Haha das ist einfach: Morgen kommt Senjutsu raus. Das neue Album von Iron Maiden. Da vergesse ich grad echt was dieses Jahr schon war. Da haut es mir echt einfach die Sicherung im Kopf raus!

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Ich bin ein Nachtmensch. Da lässt sich also echt auch gut Programmieren. Für mich von der Kreativität her ein Stückweit vergleichbar mit der Musik.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

…gerne in die 80er zurückreisen und mit Second Reign rumtouren.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen? 😊

Für alle die Gravity (also die CD) holen, gibt’s ne Überraschung! Im Ernst! Nebst den 13 Songs…!

Danke dir für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album „Gravity“!


Tracks “Gravity”:

01. „Uninvited“ || 4:24 Minuten
02. „The Truth“ || 5:06 Minuten
03. „Let Me Breathe“ || 3:33 Minuten
04. „Fire“ || 4:27 Minuten
05. „Falling“ || 4:57 Minuten
06. „Borderline“ || 4:37 Minuten
07. „Wrong“ || 4:57 Minuten
08. „Another Night“ || 4:23 Minuten
09. „You’ll Never Catch Me“ || 4:54 Minuten
10. „Dark Matter“ || 4:23 Minuten
11. „Uncover“ || 4:17 Minuten
12. „The Big Lie“ || 4:29 Minuten
13. „Home“ || 5:22 Minuten

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Bandphoto | Photocredit by Second Reign

Line-Up

Stephan Lipp | Gesang, Bass
Alain Schneble | Gitarren
Bo Rebsamen | Keyboards
Dan Hammer | Drums


Das war Interview eins von vier mit Alain – dem Mann an der Gitarre von Second Reign. Ich finde es toll, dass jedes einzelne Bandmitglied sich die Zeit genommen hat um meine Fragen ausführlich zu beantworten. Ausserdem macht Alains Interview Bock auf mehr. Also stay tuned, das nächste Gespräch folgt morgen! Bis dahin, bleibt gesund und munter, euer Tobi!

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