“Sober Truth im Interview”

Bandlogo

Am 10.09.2021 veröffentlichen “Sober Truth” ihr neues und sechstes Album “Laissez Faire, Lucifer! [ lɛseˈfɛʀ, ˈluːsɪfə(r)!]” über “A Chance For Metal”. Meine Review kam am 06.09.2021 und ir könnt sie AN DIESER STELLE lesen! Auf der Bandhomepage (Link) findet ihr jede Menge interessante Infos über Prog-Groove-Thrash Metal Band. Ich habe ein bisschen gediebt und möchte euch hier das “About us” von der bandeigenen Homepage posten:

Das Ändern mit Leidenschaft leben
Experimentierfreudig. Genreübergreifend. Unkonventionell: Eine kleine Auswahl jener Charakteristika, die den ungewöhnlichen Sound von Sober Truth beschreiben.
Alle schreien nach Eigenständigkeit und Diversität in der Musikszene.

Hier ist sie, die „Eigenständigkeit Deluxe“. Die nüchterne Wahrheit spielt seit 14 Jahren mit einer nie unterbrochenen Leidenschaft auf vielen Bühnen deutschlandweit und veröffentlichen am 10.09.2021 ihr neues Kapitel Laissez Faire, Lucifer!. Auch mit Studio-Album Nummer 6, welches über TaktArt und das Label ACFM RECORDS mit dem Vertrieb SOULFOOD released wird, wollen sie ihren Traum von den kleinen, wie großen Bühnen weiter fortsetzen.

2007 in Bonn gegründet, verfolgt das vierköpfige Team seit jeher konsequent einen bestimmten Weg: Den des Wandels. Dabei überwinden Sänger und Gitarrist Torsten Schramm(Stein), Bassistin Jules RoCkwell, Leadgitarrist Aaron Vogelsberg und Schlagzeuger Paul Bendler nicht nur sämtliche musikalische Klischees, sondern durchbrechen auch ganz bewusst genretypische (Schall-)Mauern. Das Ergebnis dieser kleinen Evolution ist ein einzigartiger Modern-Metal-Mix (Prog Groove Metal), der seine Zuhörer in eine andere Welt entführt. Die Kombination von melancholisch gehaltvollen Klängen, energetisch durchschlagenden Gitarrenriffs und einem treibenden Schlagzeug und druckvollen Basslines begeistern Fans aus den Bereichen Progressive Rock/Metal, Groove Metal und Thrash Metal gleichermaßen.

http://sober-truth.com/about-us/

Nun viel Spaß beim Lesen des Interviews mit dem charismatischen Frontmann Torsten und mir, eurem Tobi!


Hallo Torsten von Sober Truth. Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazukommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Natürlich berichte ich auch über den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u. a. zu eurem dreizehnten Album “Laissez Faire, Lucifer! [ lɛseˈfɛʀ, ˈluːsɪfə(r)!]” das am 10.09.2021 veröffentlicht wird.


Meine erste Frage an jeden Interviewpartner lautet stets: Wie geht es dir und deinen Bandkollegen momentan?

Zurzeit geht uns allen ganz gut, wir sind natürlich durch die Pandemie als Band deutlich weniger unterwegs gewesen als gewohnt, konnten die Zeit aber ganz gut nutzen.

Magst du dich und „Sober Truth“ kurz meinen Lesern vorstellen, für die, die dich und euch noch nicht kennenlernen durften?😊

Bandphoto | Credits Sober Truth

Sober Truth hat sich im Jahr 2007 in Siegburg gegründet. Seit der Bandgründung wurden mit der neuen CD 6 Studioalben veröffentlicht und unzählige Auftritte auf den Bühnen Deutschlands und seinen Nachbarländern bestritten. Wir beschreiben unseren Stil als Prog-Groove-Metal, bedienen uns aber an allen möglichen Genres der härteren Musik und grenzen uns nicht ein.

Das aktuelle Lineup besteht aus Paul Bendler an den Drums, Aaron Vogelsberg an der Leadgitarre, Jules RocKwell am Bass und mir, Torsten Schramm an den Vocals und der Rythmusgitarre.

In dieser Besetzung sind wir seit 2017 unterwegs.

Mich interessiert auch immer ein bisschen die Bandgeschichte. Wie kam denn euer Name zustande und was verbirgt sich dahinter?

Nach dem wir an einem kalten Januartag in 2007 zusammen fanden, die ersten male zusammen probten und mehr zusammenwuchsen, stand natürlich die Frage nach dem „perfekten“ Namen im Raum. Jedes Bandmitglied hatte einige zum Teil ziemlich skurile Vorschläge. Man könnte jetzt natürlich schreiben, das wir Sober Truth heißen, weil wir alle Realisten sind oder uns keine Ilusionen machen oder sowas, aber eigentlich gefiel uns der Name einfach nur am besten. Mittlerweile begleitet uns der Name seit fast 15 Jahren und passt besser den je zu uns. 

Seit 2007 besteht die Band und mit Laissez Faire, Lucifer! [ lɛseˈfɛʀ, ˈluːsɪfə(r)!] veröffentlicht ihr euer sechstes Album. Im Album geht es um die sehr komplizierte menschliche Psyche. Woher habt ihr die Inspiration? Eigene Erfahrung? Freunde, Familie?

Jeder von uns hat im Leben so einige schwierige Zeiten und Erlebnisse im Leben hinter sich. Die Musik ist für uns auf jeden Fall schon eine Art der Therapie. Zu Beginn der Corona-Krise sind wir als unermüdliche Live-Kapelle natürlich auch erstmal in ein Loch gefallen, da wir uns anfangs nicht einmal treffen oder zusammen proben konnten. Musik nimmt bei jedem von uns einen extrem hohen Stellenwert ein, das ist schon ein sehr seltsames Gefühl, wenn das alles auf einmal wegbricht.

Diese ganzen Emotionen und Gefühle haben wir auf „Laissez Faire, Lucifer!“ verpackt.

Was unterscheidet „Laissez Faire, Lucifer! [ lɛseˈfɛʀ, ˈluːsɪfə(r)!]“ von „Psychosis“ oder was haben sie gemeinsam? Was dürfen wie eure Fans und neue Hörer vom neuen Album erwarten?

Der typische wilde „Sober Truth-Spirit“ ist natürlich auch auf „Laissez Faire, Lucifer!“ zu jeder Zeit präsent, aber insgesamt wirkt das Album aus unserer Sicht nochmal deutlich aufgeräumter, strukturierter und auch ausgereifter. Wie gewohnt bedienen wir uns beim Songwriting wieder bei mehreren Genres. Besonderheit der neuen Scheibe ist unter anderem, das ich erstmals bei dieser Band auch zum Teil deutsche Lyrics eingebaut habe.

Albumcover

In welchen Formaten wird ” Laissez Faire, Lucifer! [ lɛseˈfɛʀ, ˈluːsɪfə(r)!]” in die Läden kommen? Ist eventuell eine LP in Planung?

Es wird auf jeden Fall eine Digipack CD mit Booklet geben, selbstverständlich werden unsere Songs auch wie immer auf allen Streamingdiensten zu hören sein.

Eine LP für den Plattenspieler iwird in den nächsten Monaten veröffentlicht. Hierzu haben wir noch kein Release Tag gefunden, das kommt nun auf das Presswerk an.

Als Singles wurden “Planted Brains” und „Dizygotic Twins“ veröffentlicht. Warum diese beide Songs und wie waren die Reaktionen der Community, besonders im Hinblick auf das Video bei „DT“ und den Sound bei „PB“? Achja, das Riff zu Beginn von Planted Brains kommt mir bekannt vor. Ich komme nur nicht drauf, kannst du mir helfen?

Diese beiden Tracks haben wir ausgesucht, weil sie tatsächlich doch eher untypisch für Sober Truth sind. Dizygotic Twins zum Beispiel ist ja unsere erste komplett deutsche Nummer. Das Video zu dem Track ist ziemlich spontan entstanden, nachdem ich einen Anruf von unserem befreundeten Videoexperten Ralf Baumann bekam, der mich fragte, ob ich nicht kurzfristig Zeit für einen Videodreh hätte. Zur der Zeit lag grad Schnee draußen, was ja heute recht selten ist und so kam es, das bei minus 5 grad nachts auf einer hennefer Wiese der Videoclip entstanden ist. Das Video zu Dizygotic Twins ist bei unseren Fans recht gut angekommen. Der Song an sich ist natürlich durch die bei uns ungewohnte deutsche Sprache etwas polarisierend, aber dieses ungewohnte, progressive gehört ja auch irgendwie zu uns und macht uns aus.

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Sober Truth – Dizygotic Twins (OFFICIAL VIDEO)

Planted Brains ist ja für Sober Truth Verhältnisse schon fast eine Ballade und fällt besonders durch die den Song durchziehenden cleanen Strophen und die hohe verzehrte Leadgitarre auf, die durch den Song wabert. Zu dem Anfangsriff: Wir nehmen natürlich viele bestimmte Einflüsse auf, aber nen speziellen Song der uns da inspiriert hat gibt es eigentlich nicht. Zu Planted Brains haben wir auch in Eigenregie einen Selfmade-Video gedreht, was im Juli veröffentlicht wurde. Wir sind natürlich keine Filmprofis, aber es ist auf jeden Fall sehr authentisch geworden. 

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Planted Brains – Sober Truth (Official selfmade Clip)

Mein Favorit ist definitiv „Hope, Enjoy & Death“. Ein richtiger Nackenbrecher mit hartem Text. Magst du meine Leser ein bisschen spoilern? 😊

„Hope, Enjoy & Death“ ist auf jeden Fall eine starke Nummer.

Die in deutsch gehaltene Strophe wird von einem fest stampfenden Riff untermahlen, das dann im Refrain, welcher wieder auf englisch ist in eine breite Soundwand übergeht. Der Text beschreibt die große Gier der Menschen alles zu besitzen, zu kontrollieren und zu beherschen. In seinem Wahn zerstört er den Planet, der ihm das Leben an sich überhaupt ermöglicht.

Wird es ein spezielles Releasekonzert geben?

Am 11.09.21 haben wir tatsächlich ein Release-Konzert in der Groove Bar&Lounge in Köln geplant auf das wir uns auch schon riesig freuen. Alles findet natürlich unter den aktuellen Bestimmungen statt.

An dem Abend spielen wir als einzige Band und werden fast 3 Stunden auf der Bühne stehen – hoffentlich macht unsere Kondition das mit. Es wird auf jeden Fall schön sein viele altbekannte Gesichter wieder zu sehen.

Bei einigen Alben, bei denen es um die Psyche geht, gibt es Triggerwarnungen. Was glaubst du? Könnte man getriggert werden durch einige Songs?

Mit unseren Songs wollen wir den Hörern ja eigentlich eher Hoffnung machen, die inneren Dämonen zu besiegen und nach vorne zu sehen. Ich glaube Songs die einen wirklich triggern können haben wir eigentlich nicht, da gibt es glaub ich andere Bands, die da deutlich mehr Potential haben. Mit unserer Musik möchten wir den Hörern vielmehr einen Ausgleich von den Alltagsproblemen und dem Stress geben.

Wie kamst du zur Heavy Metal Musik?

Ursprünglich komme ich Ja eher aus der Punkszene, bin als junger Kerl mit Bunten Haaren, zerissenen Hosen rumgelaufen und habe halt Punkrock gehört. Dann habe ich im Jahr 1989 das erste mal Metallica mit „One“ im Fernsehen gesehen und war sofort geflasht. Seit dem hat mich dieser Sound nie wieder losgelassen.

Wenn man als Musiker über Livemusik, wann und wie sie wieder stattfinden kann nachdenkt, macht man sich auch Gedanken darüber, wie das mit der Hygiene und der eigenen Sicherheit bestellt ist? Ihr wart ja schon unterwegs – wie habt ihr euch gefühlt?

Die ersten Auftritte in der Corona-Krise haben wir letzten Sommer gespielt, dieses Jahr ging es auch im Frühsommer wieder los, bisher haben wir in 2021 3 Gigs spielen können. Am Anfang war es natürlich schon ziemlich ungewohnt in dieser Zeit und vor einem sitzenden Publikum zu spielen. Wir haben bei diesen Events einige verschiedene Konzepte kennengelernt, zum Beispiel mit sitzendem Publikum oder auch mit aufgebautem Testzelt vor Ort, wodurch dann andere Maßnahmen wieder weggefallen sind. Sicherheit für uns und alle anderen steht bei uns auf jeden Fall immer an erster Stelle wenn wir unterwegs sind.

Wie war/ist die Stimmung untereinander während der Arbeit am Album gewesen? Gibt’s eine lustige Anekdote, die ich weitergeben darf?

Hauptsächlich waren natürlich froh mit Sober Truth wieder aktiver zu sein und uns kreativ ausleben zu können. Im großen und Ganzen lief die Produktion von „Laissez Faire, Lucifer!“ relativ reibungslos ab. Dieses mal haben wir das Design des Albums komplett selbst gestaltet, was schon eine kleine Herausforderung war, da wir bisher keine Erfahrung mit sowas hatten. Irgendwann lief uns ein bisschen die Zeit und es wurde etwas stressig, aber das gehört ja auch irgendwie dazu. Auf das Endergebnis sind wir jedenfalls mächtig Stolz. 

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Für mich bestimmt die Musik den größten Teil meines Lebens. Das ist seit über 30 Jahren schon meine große Passion. Ich bin ja schon seit 1991 auf der Bühne unterwegs. Musik ist für mich das Ventil um mit Alltagsstress und Wut umzugehen, oder um schlechte Laune zu überwinden. Viel mehr brauche ich eigentlich gar nicht um glücklich zu sein. Wenn dieses Feuer einmal in dir brennt, kriegst du das so leicht nicht mehr gelöscht. 

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

.. mit Sober Truth (wenigstens einmal) auf der ganz großen Bühne spielen wollen. Das Potential hat die Band meiner Meinung auf jeden Fall. Das wäre ein großer Traum von uns, unsere Vision.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen? 😊

Passt auf euch auf, bleibt gesund und supportet eure lokale Musikszene, die hat nämlich schon ziemlich gelitten in den letzten 1,5 Jahren. Kauft euch mal ein Album und geht wenn es möglich ist auch mal auf ein Konzert eurer Lieblingsbands. Unterstützt die Kultur, sie hat es nötig und auch verdient.

Danke dir für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album!

Vielen Dank für das tolle Interview Tobias, wir haben uns gefreut, dass wir mit Sober Truth dabei sein durften!


Albumcover

Tracks “Laissez Faire, Lucifer!”:

01. „Début Diable“ || 0:23 Minuten
02. „Distinctive“ || 5:36 Minuten
03. „Dizygotic Twins“ || 5:36 Minuten
04. „Imperfection“ || 3:20 Minuten
05. „Entre Les Chansons I“ || 1:27 Minuten
06. „DNA“ || 5:55 Minuten
07. „Planted Brains“ || 7:35 Minuten
08. „Rebirth“ || 4:17 Minuten
09 „Hope, Enjoy & Death“ || 4:11 Minuten
10. „Entre Les Chansons II“ || 1:03 Minuten
11. „Limbus“ || 6:03 Minuten
12. „Taste Unplugged“ || 5:15 Minuten


Line-Up

Torsten Schramm  | Gitarre, Gesang
Aaron Vogelsberg | Gitarre
Paul Bendler | Schlagzeug
Jules Rockwell | Bass

Bandphoto | Photocredit Sober Truth

SOBER TRUTH – DISKOGRAFIE:

2008 Riven
2009 Outta Hell
2011 Outta Hell (Special Edition)
2014 New Slavery World (EP)
2017 Locust ▽ Lunatic Asylum
2019 Psychosis
2021 Laissez Faire, Lucifer!


Das war mein Interview  Torsten Schramm  von “Sober Truth”. Die Band veröffentlicht am 10.09.2021 ihr Album “Laissez Faire, Lucifer!”. Dankeschön, dass ihr das Interview mit dem symphatischen Sänger gelesen habt. Supportet die Band und hört in die bisher veröffentlichten Songs und in das neue Album rein.

Danke an dieser Stelle nochmal an Torsten, für seine ausführlichen Antworten! Ich hoffe euch bald im 7er erleben zu dürfen. Grüße an alle Bandmember! 🙂

Bleibt alle gesund und munter, euer Tobi! Heavy Metal never dies!

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