“Dream Ocean im Interview”

Bandlogo

Heute habe ich die Band “Dream Ocean” im Interview und hier ein paar Infos von ihrer offiziellen Homepage:

Dream Ocean is a Symphonic Metal band found in Turkey and moved and based in Germany. After the successful release of their first album “Lost Love Symphony” with great collaborations of many amazing artists from the Symphonic Metal Scene such as Joost van den Broek at orchestrations (Epica, After Forever, Xandria, Powerwolf…), Ruben Wijga on Keyboards (Revamp, Black Briar, Dark Horse White Horse …) on guest vocals Mark Jansen (After Forever, Epica, Mayan) and Jake E (Amaranthe, Cyhra) under Painted Bass Records, now they have chosen to continue an independent way for our second album “The Missing Stone” and leave our fingerprint with it.


Hallo Başak Ylva von Dream Ocean. Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews,
Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazukommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Natürlich berichte ich auch über den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u. a. zu eurem Album “The Missing Stone” das am 24.09.2021 veröffentlicht wird.

Tobi – Metal and Me

Başak Ylva – Dream Ocean

Singlecover

Meine erste Frage an jeden Interviewpartner lautet immer: Wie geht es dir und deinen Bandkollegen momentan?

Danke der Nachfrage, uns geht es gut! Wir sind momentan sehr beschäftigt mit den letzten Vorbereitungen für die Veröffentlichung unseres Albums inklusive dem Releasekonzert.

Magst du dich und „Dream Ocean“ kurz meinen Lesern vorstellen, für die Follower, die euch noch nicht kennenlernen durften?

Ich bin Başak Ylva, die Sängerin und Gründerin von Dream Ocean und wir spielen Symphonic Metal. Angefangen haben wir in der Türkei in Istanbul, aber für meinen Masterstudiengang in Operngesang bin ich vor einigen Jahren nach Köln gezogen und habe die Band dann hier neu aufgebaut. 2018 haben wir dann unser Debütalbum „Lost Love Symphony“
veröffentlicht und seitdem konnten wir in Deutschland und den umliegenden Ländern (sowie auch erneut in der Türkei) viele Konzerte spielen.

Nun aber zu „Eterna Espera“. Der Song beginnt mit leisen Klängen, du liegst in einer Badewanne mit einem Glas roten Wein und später einem Messer. Eigentlich das Szenario wie es häufig vorkommt, wenn jemand sein Leben beenden will. Was geht in so einem Moment in ihr vor?

Genau das ist das Szenario, dass wir dem Zuschauer zunächst vermitteln wollen, aber wir legen damit bewusst eine falsche Fährte. Erst im Laufe des Videos stellt sich heraus, dass es vielmehr umgekehrt ist: Die Wanne ist der Ort, zu dem die Person ihre Opfer zerrt und tötet.

Zu der Frage: Die Frau in der Wanne musste in ihrer Vergangenheit viel erleiden und musste sich selber in eine starke Gestalt verwandeln, um nicht mehr das Opfer zu sein; Schaden zufügen, um keinen Schaden mehr zu erleiden.

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Dream Ocean – Eterna Espera

Deine Stimme ist meiner Meinung nach ziemlich genial und vermag es im Song eine düstere Stimmung rüberzubringen, die sich visuell durch das Video verstärkt. Musstest du deinen Operngesang für das Performen in einer Symphonic Metal Band arg anpassen oder geht das nahtlos über?

Vielen Dank für das Kompliment! Meine Stimme wird in der Opernszene als „dramatischer Sopran/ Mezzosopran“ angesehen. Diese melancholische, dunkle Färbung meiner Stimme ermöglicht es mir, diese dramatischen Stimmungen zu vermitteln. Auch für meine Opernkarriere erarbeite ich oft dramatische Charaktere. Für den modernen Klang von Dream Ocean passe ich meine Stimme insofern an, dass sie nicht ganz so rund und stark wie in klassischer Musik/in der Oper klingt. Diese Nutzung der Stimme nennt sich „Crossover“, da es auch nicht vollständig ein Pop-Gesang ist.

Wie interpretiert ihr den Song selbst und was glaubt ihr, welche Wirkung er auf eure Hörer hat?

Ich denke, dieses Lied und sein Video haben nicht nur eine Interpretationsmöglichkeit, sondern kann auf viele Weise gesehen werden. Für mich handelt es von dem Schicksal vieler Frauen, die in jungen Jahren viel erleiden und Verteidigungsmechanismen entwickeln mussten, um nicht weitere Verletzungen zu ertragen. Sind diese Frauen dann später in ihrem Leben in einer Beziehung, erscheinen sie oft verrückt oder unnahbar, aber man weiß nicht, was
sie erdulden mussten.

Im Video zeigt sich das durch den direkten Vergleich der „unschuldigen“ goldenen Frau gegenüber der „tödlichen“ roten Frau, die das Ende der Entwicklung darstellt, genauso wie auch in der Ambivalenz der roten Frau, die zunächst suizidal erscheint, dann aber eine Täterin ist. Natürlich sehe ich diese Geschichte aus meiner Perspektive als Frau über Frauen, aber es gilt genauso auch für Männer. Daher ist es wichtig, dass wir im Umgang mit anderen Menschen nicht nur uns selbst sehen, sondern auch die Auswirkungen, die unser Handeln auf andere Menschen hat. Jeder muss die für ihn richtige Art von Liebe erfahren, um sich positiv zu entwickeln. Der schlechte Einfluss kann ein Elternteil sein, oder die Gesellschaft, es ist sehr vielschichtig.

Başak, deine Kostüme sind ja der Hammer und zudem ziemlich sexy! Wie oft musstest du dich denn für das Video in die Maske begeben? Ich stell mir das ziemlich aufwändig vor – wenn es auch super rüberkommt!

Vielen Dank! Für dieses Video habe ich mir das Bühnendesign, die Handlung, die Kostüme und das Make-Up selber ausgedacht. Die Umsetzung haben dann unser Bassist Sebastian und unser Videograf Oliver Rindelaub durchgeführt.
Um die 100%-ige Kontrolle über den Look zu behalten, habe ich mein Make-Up auch selber gemacht. Insgesamt sind es dann nur die beiden Outfits mit jeweils einem unterschiedlichen Make-Up: Rot und Gold.

Photo by Zimtshots

Möchtet ihr uns einen kleinen Einblick in die weiteren Songs von „The Missing Stone“ geben? Was erwartet uns ab dem 24. September 2021?

Ich kann nur raten, vor allem bei dem Intro, dem ersten Song „Dark Miracles“ und dem Finale „The Missing Stone“ hinzuhören. Hier haben wir viele Details und Hinweise versteckt. Insgesamt haben wir unseren Sound unseres letzten Albums konsequent weiterentwickelt und viele moderne Einflüsse, auch aus anderen Musikrichtungen, eingebunden.

Von Daydreamer wird es eine türkische Version geben, darauf bin ich sehr gespannt. Ich muss gestehen, ich habe noch niemals türkischsprachigen Metal gehört. Habt ihr vielleicht befreundete Bands, die meine Leser und ich abchecken sollten?

Also, „Uyan“, die türkische Version ist gleichzeitig mit Daydreamer erschienen, du kannst also sofort reinhören. 🙂 Natürlich habe ich noch Freunde in der Türkei die Rock und Metal-Musik machen, allerdings sind diese Songs meist in Englisch. Wenn du besonders türkischsprachigen Metal/Rock hören möchtest, sind meine persönlichen Favoriten: Mavi Sakal (Melodic Metal), Şebnem Ferah (Pop- Rock)

Wie populär ist Metal eigentlich in der Türkei und im speziellen Dream Ocean?

Dream Ocean war zu unserer Zeit in der Türkei schon recht bekannt, aber da wir jetzt in Deutschland sind und nicht zuletzt aufgrund von Corona in letzter Zeit nicht mehr so viel spielen konnten, hat sich unsere Hörerschaft in der Türkei nicht so entwickelt, wie wir das gerne hätten.

Generell ist die Metalszene in der Türkei nicht so groß wie in Europa, auch spielen nicht so viele Bands dort. Wie ich auch schon Eingangs erwähnt hatte, spielen viele lokale Bands keine eigenen Lieder, sondern nur Cover und während große internationale Bands stets in vollen Hallen spielen können, haben es Newcomer sehr schwer und bekommen nicht dieselbe Wertschätzung wie es in Europa ist. Daher ist unser Fokus auch mehr auf Europa gerichtet.

„Phantom of the Opera“ mit Tommy Johansson war großartig und die neue Single „Eterna Espera“ ist das ebenfalls. Wie kam denn der Kontakt zu Tommy zustande und wie war die Zusammenarbeit mit ihm?

Vielen Dank. Wir sind auch sehr stolz auf unsere Fassung von „The Phantom of the Opera“. Die Zusammenarbeit mit einem so großartigen Sänger wie Tommy hat uns viel Spaß gemacht und motiviert uns auch, in Zukunft weitere solche Projekte/Kooperationen zu realisieren. Tommy ist ein alter Freund von Sebastian, schon aus seiner Zeit vor Sabaton, und
er ist auch schon seit seinem Coveralbum „Swedish Hitz goes Metal“ und seinen Alben mit ReinXeed/Majestica einer meiner Lieblingssänger. Als ich dann von dieser persönlichen Beziehung erfuhr, haben wir in der Band zusammen mit ihm
überlegt, ob man nicht ein Duett aufnehmen könnte.

Konntet ihr euch auch real sehen oder lief das alles digital ab?

Sebastian und Tommy haben sich natürlich schon öfters in Person getroffen, für diese Aufnahmen mussten wir wegen Covid-19 auf die Möglichkeiten der Technologie zurückgreifen und haben alles an getrennten Orten aufgenommen.

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Dream Ocean feat. Tommy Johansson – The Phantom Of The Opera

Wie kamst du zur Heavy Metal Musik und wie zum Symphonic Metal? Es ist auch nicht selten, dass Opernsängerinnen das Genre wechseln bzw. neue Pfade ergründen.

Tatsächlich wollte ich zu Beginn Gesangsunterricht nehmen, um Symphonic Metal zu machen und eine Rock-Karriere zu verfolgen. Aber ich hatte kein Geld für den Unterricht, daher habe ich mich stattdessen direkt an der Musikhochschule in Istanbul beworben. Die Musik hatte ich nur nach dem Gehör gelernt und bin ohne eine einzige Gesangstunde zur Aufnahmeprüfung gegangen.

Dennoch wurde ich dort angenommen und mir wurde von meinen Lehrern gesagt, dass ich auch eine Opernkarriere in Betracht ziehen könnte. Verschiedene Agenturen und Produktionen haben mich dann auch aus der Türkei in alle Welt reisen lassen und auf einmal war ich eine professionelle Opernsängerin und meine Rock-Karriere
wurde zum Nebenprojekt. Leider ist es schwer als Metalmusiker ein gutes Einkommen zu generieren und viele, auch berühmte, Metalmusiker verdienen ihr Geld auch außerhalb ihrer Bands. Für mich ist dies die Opernbühne.

Welche Formate werden ihr mit „The Missing Stone“ bedienen? Ich selbst bin großer Vinyl Liebhaber, besonders Picture Vinyls sind in meiner Sammlung zu finden.

Wir planen zunächst nur den digitalen Vertrieb auf den üblichen Plattformen und als Download sowie die physische Herstellung als CD. Sollte die Nachfrage allerdings hoch sein, ziehen wir gerne weitere Formate in Betracht. Es kommt also
nur darauf an, wie sehr du und ihr es haben wollt 😉

Wann können wir mit der nächsten Singleauskopplung rechnen und welcher Song wird’s sein?

Gleichzeitig mit dem Albumrelease wird am 24. September unser nächster Song „As I Die“, auch wieder mit Video, erscheinen.

Wenn man als Musiker über Livemusik, wann und wie sie wieder stattfinden kann nachdenkt, macht man sich auch Gedanken darüber, wie das mit der Hygiene und der eigenen Sicherheit bestellt ist?

Wir sind in der Band alle durchgeimpft und die Veranstalter müssen ja auch klare Hygienekonzepte vorweisen. Wir nehmen die Pandemie absolut ernst, aber die erstellten Konzepte beseitigen bei uns jegliche Bedenken und hinterlassen nur die Vorfreude, endlich wieder spielen zu können.

Photo by Oliver Rindelaub

Wann wird man euch live erleben können?

Wir sind am 28.8. auf dem „Winds and Woods meet Metal“-Festival im Hellraiser in Leipzig. Außerdem wird das Albumreleasekonzert am 24. September im Underground in Wuppertal stattfinden. Es gibt auch noch Karten und wir werden das Releasekonzert auch live streamen, wenn man aus Sicherheitsbedenken oder anderen Gründen lieber zu Hause bleiben möchte.

Wie war/ist die Stimmung untereinander während der Arbeit am Album gewesen? Gibt’s eine lustige Anekdote, die ich weitergeben darf?

Coronabedingt fand die meiste Arbeit tatsächlich bei jedem vor dem eigenen Rechner statt und die Spuren wurden dann gebündelt in die Mischung gegeben. Die Stimmung war aber durchweg gut und die Entstehung des Albums hat unsere Ungeduld geschürt, uns wieder alle zu treffen und endlich zurück auf die Bühne zu dürfen.

Welches Album hat dich am Anfang deiner Karriere am meisten beeinflusst?

„Once“ von Nightwish.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Ich bin sehr an Mode, Make-Up und Ausstattung/Innendesign interessiert.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

mir wünschen, dass es keine Religionen und keine Grenzen mehr geben würde. Das würde meiner Meinung nach auch keine Kriege mehr nach sich ziehen.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen!

Ich würde mich freuen, wenn die Hörer auch den Bands ein Ohr leihen, die nicht so groß sind und die dennoch eine Chance verdient haben, gehört zu werden. Eine dieser Bands ist „Dream Ocean“ und ich hoffe, dass euch allen da draußen unsere Musik gefällt.

Danke euch für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album „The Missing Stone“!

Vielen Dank!


Tracklist:

01. „Nightmare (Intro)“
02. „Dark Miracles“
03. „Pendulum of Time“
04. „The Great Silence“
05. „Lucid Air“
06. „As I Die“
07. „Eterna Espera“
08.“Daydreamer“
09. „Song to the Ocean“
10. „The Missing Stone“
11. „Uyan (Turkish version of Daydreamer)“


Line-Up
Başak Ylva | Vocals
Sebastian Heuckmann | Bass
Frederic Denuell | Guitar
Photo by Zimtshots

Das war mein Interview  Başak Ylva  von “Dream Ocean”. Die Symphonic Metal Band veröffentlicht am 24.09.2021 ihr Album “Missing Stone”. Dankeschön, dass ihr das Interview mit der symphatischen Sängerin gelesen habt. Supportet die Band und hört in die bisher veröffentlichten Songs und in das neue Album rein. es lohnt sich!

Danke an dieser Stelle nochmal an Başak, für ihre ausführlichen und symphatischen Antworten! Ich hoffe euch und eure Musik live erleben zu dürfen.

Bleibt alle gesund und munter, euer Tobi! Heavy Metal never dies!

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