“SpitFire im Interview”

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“Do Or Die” ist so direkt und ehrlich, wie man es von SpitFire erwartet, jedoch beinhaltet es auch Klänge, die man so vom Dreiergespann noch nicht gehört hat. Die letzten 5 Jahre waren nicht einfach für die Band und das merkt man manchen Texten auch an – aber keine Bange, SpitFire wissen noch, wie man Party macht und Songs wie “Like A Lady” beweisen das.

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SpitFire- Like A Lady (Official Video)


Nach alter Tradition haben SpitFire auch dieses Mal wieder ein Cover in ihr neues Album einfließen lassen. Mit Absicht nah am Original, jedoch produktionstechnisch mit klarer SpitFire Kante, fügt sich “Out In The Cold” von Tom Pettys Album “Into The Great White Open” (1991) nahtlos in dieses Album ein. Die Einfachheit Pettys, gemischt mit der Lässigkeit kalifornischem Punk Rocks, dem Rotz alter schwedischer Schweinerockplatten und dicken Gitarren einer 2021er Produktion machen sowohl dieses Album als auch den Sound aus, den die Band nun für sich gefunden hat.

SpitFire klingen abwechslungsreicher denn je und bleiben trotzdem ihrer Linie treu – freut euch auf geradlinige, schnörkellose und handgemachte Rockmusik! Die meisten Songs auf dem Album wurden in einem Zeitraum von 6 Monaten geschrieben und haben mehr als 30 Songs bzw. Songideen verdrängt, die die Band in den letzten 5 Jahren angehäuft hat. Als die COVID-19 Pandemie und die daraus resultierenden Lockdowns über die Welt hereinbrachen, bedeutete das fast das Ende dieses Projekts. Stattdessen entwickelte sich eine “Jetzt oder nie!”-Haltung, die aus offensichtlichen Gründen diesem Album seinen Titel gab. (Quelle Presseinformation Massacre Records)

Heute darf ich euch mein Interview mit “Dick Dropdick” präsentieren, der meine Fragen sehr ausführlich beantwortet hat. Viel Spaß beim Lesen des Interviews mit dem Münchner Künstler!

Tobi – Metal and Me

Dick Dropkick – SpitFire


Hallo Dick Dropkick von SpitFire. Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazukommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Natürlich berichte ich auch über den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u. a. zu eurem Album “Do Or Die” das am 17.09.2021 veröffentlicht wird.

Albumcover

Meine erste Frage an jeden Interviewpartner lautet immer: Wie geht es dir und deinen Bandkollegen momentan?

Hi Tobi,
soweit so gut danke der Nachfrage! Wir sind alle einigermassen gut durch die Pandemie gekommen und hoffen dass das ganze Spektakel sich jetzt dann dem Ende neigt…

Magst du dich und „SpitFire“ kurz meinen Lesern vorstellen, für die, die dich und euch noch nicht kennenlernen durften?😊

Wie kamen z. B. eure Nicknames:

Dick Dropkick
Nikk Nitro
Tony Törpedo

…zustande?

Das kam alles eigtl eher zufällig Zustande, als wir für unsere allererste Show, damals noch ohne Bandnamen, für ein Plakat einen Namen überlegen mussten und Nikk Nitro damals aus Gag den Bandnamen, „Dick Dropkick and the Pinacoladas“ aufgeschrieben hat. Somit war ein Name klar und es musste noch 2 weitere Alliterationen her, die bei genug Bier in unserer damaligen Stammkneipe auch schnell gefunden waren. 😉

Wo wir bei den Namen sind. Tony ist nicht auf dem Album Line-Up sondern gehört zum aktuellen Line-Up. Kannst du uns etwas über ihn erzählen?

Tony ist ein langjähriger Freund von uns mit dem wir schon immer Musik gemacht haben. Er ist aber beruflich so eingebunden, dass er nicht alle Shows spielen kann und somit kein „offizielles“ Mitglied sein kann/möchte. Deswegen versuchen wir so viele Shows wie möglich mit ihm zu spielen und alle anderen eben mit Ersatzleuten. 

2015 kam euer letztes Album „Welcome To Bone City“ raus, damals noch beim Label „Rookies and Kings“. In diesem Jahr wurde bekanntgegeben das ihr bei Massacre Records gezeichnet habt und mit „Do Or Die“ euer neues Album am 17.09.2021 veröffentlicht wird. Was dürfen wir erwarten vom neuen Longplayer?

Boxset “Do Or Die”

Definitiv die Abwechslungsreichste und wahrscheinlich erwachsenste Platte ohne die klassischen SpitFire Wurzeln zu verlieren. Es ist immer noch ehrlicher, handgemachter Rock ohne viel Schnickschnack!

In welchen Formaten wird „Do Or Die“ in die Läden kommen?

Es wird wieder ein limitiertes Box Set geben, mit Fahne, Patch, CD und Autogrammkarte.
Dann natürlich klassisch die CD als Digipak und endlich, darüber freuen wir uns am meisten, gibt es die Platte auch als Vinyl! Limitiert in schwarz, gelb und gold!

Gerade wurde eure neue Single „Ride It Like You Stole It“ uns Fans präsentiert. Ich schau gern die entsprechenden Kommentare an und sah jede Menge positive Meinungen, denen ich mich anschließen kann. Wie war denn der Videodreh zum Song? Hast du ein kleines textliches „Making of“ für meine Leser und mich?

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SpitFire – Ride It Like You Stole It (Official Video)

Die Vorbereitungen waren etwas tricky, da durch Corona Auflagen Location Buchungen etc ziemlich schwierig waren, aber dadurch das Alen, der das Video gedreht und geschnitten hat ein guter Freund von uns ist lief alles ziemlich entspannt!
Die Idee ins Video Footage von Marc Diekmann einzubauen gab es schon länger und dann mussten wir dazu noch etwas Bandperformance drehen. Ich bin selbst absolut kein Fan davon, wenn Musiker in Video zu „Schauspielern“ werden, aber so eine Performance zu drehen ist schon spaßig.

Wann können wir mit der nächsten Singleauskopplung rechnen und welcher Song wird’s sein?

Die nächste und letzte Singe kommt am 26.8. Welchen Song genau dürfen wir noch nicht verraten 😉

Was unterscheidet „Do Or Die“ von seinen beiden Vorgängern? Ich habe den Eindruck das „Do Or Die“ insgesamt druckvoller und härter ist – was ich ziemlich geil finde.

Ich würde sagen teilweise ja, teilweise nein. Wir haben uns musikalisch in beide Richtungen etwas mehr getraut. Aber auch textlich spielt natürlich etwas Ärger über die Situation der letzten 2 Jahre mit rein und das ganze mag hier und da etwas ernster sein. Trotzdem haben wir schon noch einen Sinn die ein oder andere Überspitzung hier und da 😉

Habt ihr einen Focus auf bestimmte Themen, über die ihr singt, eventuell eigene Erfahrungen oder gab es festgelegte Rahmenbedingungen?

Nein, diesmal habe ich mich thematisch überhaupt nicht festgelegt. Wenn ich Bock hatte einen Song zu schreiben über persönliches hab ich das genauso gemacht wie zB einen eher spaßigen Song wie „80`s Rockstar“
Das tat auch gut und hat das ganze wesentlich einfacher gemacht!

Mit  Frank Pané hattet ihr einen Gastmusiker beim finalen Song. Wie war die Zusammenarbeit so?

Super Easy. Ich kenne Frank über seine Arbeit bei Bonfire und bei Sainted Sinners. Ich habe auch seine letzte Sainted Sinners Platte gemischt. Dadurch kam die Idee zustande dass er vielleicht ein Solo für unsere Platte beisteuert. Und da er ja u.a ein begnadeter Shredder ist habe ich ihn gebeten ein Solo rauszuhauen was ich so defintiv niemals auf Band bekommen hätte und das ist definitiv gelungen!

Ihr habt in der Vergangenheit auch Coverversionen auf euren Alben gehabt. Wen covert ihr auf „Do Or Die“?

Es wird auch wieder ein Cover geben und zwar von einem meiner großen Helden, Tom Petty! Natürlich von seinem Überalbum „Into the great white open“ Welchen Song genau findet ihr am 17.9. raus 😉

Es war zu lesen, dass sich in den letzten fünf Jahren mehr als 30 Songideen aufgetan haben, aber die Tracks auf dem Album innerhalb von sechs Monaten geschrieben wurden und die Ideen der vergangenen Jahre verdrängten. Gab es eine spezielle Muse oder andere Gründe? Und bekommen wir vielleicht doch noch einen Zugang zu den verdrängten Songs?

Ich würde behaupten das waren noch weit mehr als 30 Ideen. Eher 30 fast fertige Songs. Ich schreibe Songs immer in Phasen. Das beeinflusst natürlich auch den Stil und die Richtung in die solche Songs gehen. Am Ende sortierst du normalerweise dann immer aus und es bleiben 11 – 13 Album Tracks über.

Dieses mal hat es sich dann so ergeben dass ich beim aussortieren angefangen habe teile von Songs zu streichen und nur noch einen Refrain beispielsweise zu nutzen aber eine neue Strophe dazu geschrieben habe, oder bestehende Songs so umgebaut habe, dass es am Ende ein völlig neuer Song wurde und so hat sich dann irgendwann der Knoten gelöst und ich habe in relativ kurzer Zeit die Songs zusammen gehabt die ich gerne auf dem neuem Album haben wollte.
Und stand jetzt bin ich damit auch noch sehr glücklich 😉

Bandphoto by Alen Ljubic

Jetzt waren gerade in Bayern die Coronabestimmungen sehr streng – so konnte ich nicht im schönen bayerischen Wald Urlaub machen – wie kamt ihr damit zurecht im Hinblick auf die Arbeit am Album?

Die Arbeit am Album hat es nur dahingehend beeinflusst das wir unseren Proberaum verloren haben und zumindest in Lockdown Zeiten nur schwierig in Studios hätten gehen können.
Da ich aber glücklicherweise ein kleines Studio zuhause habe, haben fast alle Aufnahmen dort stattgefunden. Viel mehr hat es uns privat beeinflusst, da so eine Situation natürlich schon an einem nagt. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass wir eigtl Ende 2019 schon ein neues Album releasen wollten was dann aber wenig Sinn gemacht hat..

Gibt es Pläne für eine Deutschlandtour. Bisher steht ein Termin beim Eifelkrawallo Benefiz Event „Krawall’o’Rock“ an. Finde ich super, dass ihr dort dabei seid und das es solche große Solidarität gibt.

Tatsächlich leider noch nicht. Die Livesituation ist immer noch sehr sehr schwierig. Zum einen sind fast alle Festival Slots gebucht, da die Shows ja seit 2020 immer nur aufgeschoben wurden, zum anderen fehlt aktuell einfach jegliche Planungsischerheit. Und als kleine Band ist ein Tourabsage eine finanzielle Katastrophe.

Wenn man als Musiker über Livemusik, wann und wie sie wieder stattfinden kann nachdenkt, macht man sich auch Gedanken darüber, wie das mit der Hygiene und der eigenen Sicherheit bestellt ist?

Ich will mir ehrlich gesagt nicht ausdenken, wie das Livegeschäft in Zukunft aussieht. Wir sehen in Amerika aktuell fast eine Rückkehr zur Normalität, aber solange keine genaue Aussagen über Virusvarianten und Wirksamkeiten von Impfstoffen treffen kann, sehe ich das skeptisch. Ich hoffe das wir irgendwann wieder in vollen verschwitzen Clubs spielen dürfen.
Rock’n’Roll gehört nicht vor Strandkörbe und Autokinos.

Wie kamst du zur Heavy Metal Musik?

Mein Dad hat früher in Rockdiscotheken aufgelegt und daher bin ich mit einer sehr sehr großen Vinylsammlung an Gitarrenmusik aufgewachsen. So kam die Affinität zum Rock und dann habe ich irgendwann Guns’n’Roses kennen und lieben gelernt und ab dann war für mich klar wo die Reise hingeht 😉

Ich bin musikalisch ja wirklich sehr  breit aufgestellt aber vor allem im Gitarrenmusikbereich gibt es von altem bis neuem und hartem bis softem Zeug so viel zu entdecken und vor allem so viele geile Storys hinter den Bands zu entdecken. Das macht schon Spaß und daran erkennt man immer wieder wie wichtig Musik im täglichen Leben ist..

Wie war/ist die Stimmung untereinander während der Arbeit am Album gewesen? Gibt’s eine lustige Anekdote, die ich weitergeben darf?

Wir haben uns tatsächlich in Lockdown Zeiten eher selten gesehen. Tony und ich waren viel mit dem Mountainbike unterwegs, aber da ich musikalisch einen Großteil bei mir im Studio schreibe gibt’s da leider wenig Storys zu erählen 😉
Wir hoffen dass sich unsere Anekdotenbücher wieder etwas füllen sobald wir wieder auf Tour gehen dürfen 😉

Welches Album hat dich am Anfang deiner Karriere am meisten beeinflusst?

Definitv „Appetite for Destruction“ von Guns’n’Roses. Auch wenn ich 1987 noch nichtmal geboren war, gibt es für mich kein besseres Debut Album als das. Diese Platte drückt alles aus was eine Rockband braucht. Es hat genau die richtige Mischung aus Straßenköterattitüde gepaart mit riesigen Hits! 

Wo wir bei anderen Alben sind. Welche Platten sind deine Favoriten bisher in 2021 und auf welche freust du dich noch – Außer euer eigenes 😊

Unsere Freunde von Motorjesus haben dieses Jahr auch ein Mörderalbum rausgehauen und großer Fan war ich von der 2020 er scheibe „Paradise“ von Cold Years. Grandiose Platte!

Bandphoto by Moritz Walter

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Ich bin viel auf dem Mountainbike unterwegs, hauptsächlich Enduro aber auch gern mal im Bikepark, ansonsten trifft man mich immer mal wieder auf Tennisplatz. Und ansonsten bleibt neben einer Band meistens nicht viel Platz für Hobbys..

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich…

Eine ausverkaufte Show im Münchner Olympiastadion spielen.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Hörerschaft da draußen? 😊

Ach mir bleibt nicht viel zu sagen, ausser ein riesen Dankeschön an alle die uns seit jeher supportet haben!
Und wer Bock hat kleine Bands wie uns zu supporten, geht auf die Live Shows und holt euch tatsächlich physisch eine Platte! Egal ob Vinyl oder Box, alles hilft vor allem in solchen Zeiten solche kleinen Bands wie uns am Leben zu halten!

Danke euch für das Interview bzw. die Beantwortung meiner Fragen. Ich wünsche dir vor allem, dass ihr und eure Lieben gesund bleibt und fetten Erfolg für euer Album „Do Or Die“!

Vielen vielen Dank und vielen Dank für Interview!


Tracks “Do Or Die”:

01. „Ride It Like You Stole It“ || 03:04 Minuten
02. „Like A Lady“ || 02:47 Minuten
03. „Writings On The Wall“ || 03:44 Minuten
04. „Do Or Die“ || 02:54 Minuten
05. „80s Rockstar“ || 03:17 Minuten
06. „Death Or Glory“ || 03:12 Minuten
07. „Sacrifices“ || 03:30 Minuten
08. „Die Like A Man“ || 03:16 Minuten
09. „Out In The Cold“ || 03:33 Minuten
10. „Eye For An Eye“ || 03:10 Minuten
11. „Can You Feel The Fire“ || 03:23 Minuten
12. „Another Mile“ || 03:19 Minuten
13. „Too Much Is Never Enough“ (Feat. Frank Pané) || 03:04 Minuten

Albumcover

Bandphoto by Alen Ljubic

AKTUELLES LINE-UP

Dick Dropkick | Vocals, Guitars
Tony Törpedo | Bass, Backing Vocals
Nikk Nitro | Drums, Backing Vocals

ALBUM LINE-UP

Dick Dropkick || Vocals, Guitars, Bass
Nikk Nitro || Drums, Backing Vocals

GASTMUSIKER

• Frank Pané (Bonfire, Sainted Sinners, Dark Blue Inc): Leadgitarre bei “Too Much Is Never Enough”


Das war mein Interview mit Dick Dropkick von SpitFire. Das Album der Bayern erscheint am 17.09.2021 und meine Review gibt es auch in den nächsten Tagen! Bleibt gesund und munter, euer Tobi. Heavy Metal never dies!

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