Funeral Pile – “Evoked In Flames”

Albumcover

Band: Funeral Pile
Album: Evoked in Flames
Genre: Death, Black, Doom und Stoner Crossover
Label: Eigenvertrieb
Release: 29.07.2021

„Funeral Pile“ aus Bayern wurde ursprünglich im Jahr 2008 gegründet. 2010 legte man jedoch eine Pause ein, denn einige Bandmitglieder verließen ihren Wohnort um sich ihrem Studium zu widmen. Nach fast zehn Jahren kreuzten sich die Pfade von Annike, Ralf und Matthias wieder.Hier beweist sich wieder der Spruch „A Metal Heart is hard to tear apart“, denn sonst würden wir heute nicht über das kommende Album „Evoked In Flames“ reden.

Im Interview sagte Matthias auf meine Frage wie die Bande ihre Musik und das, wofür sie steht, beschreiben würde, besonders im Hinblick auf das kommende Album „Evoked In Flames“.

“Ich glaube nicht, dass es einfach ist, unsere Musik zu beschreiben. Nicht, weil sie so unglaublich komplex ist, sondern weil die Songs sehr unterschiedlich sind und dennoch innerhalb des Albums funktionieren. Als wir wieder anfingen Musik zu machen, haben wir nie diskutiert, in welche Richtung die Musik gehen sollte. Es war eher ein organischer, dynamischer Prozess, wie sich die Songs und der Sound entwickelten. Jeder von uns hat das eingebracht, was er am Metal am meisten liebt, und Funeral Pile ist die Summe davon.

Das Trio hatte nämlich noch immer die Liebe zum Heavy Metal gemeinsam und die damals entstandene kraftvolle, konstruktive Atmosphäre war beim jammen sofort wieder zu spüren. Als viertes Bandmitglied kam Martin (The Course is Black, Ex-Pikes Edge, Waldgeflüster Live-Musiker) zur Band. Er war das fehlende Puzzleteil, um ihrem neuen Sound Leben einzuhauchen. Ein Sound, der nicht auf ein Genre beschränkt ist, doch dazu später mehr. Das coole Cover Artwork kommt von Joan Llopis Doménech!

Bandphoto

„Evoked In Flames“ ist Titeltrack und Intro zugleich. Mit ´zunehmender Dauer steigt die Spannung auf den nachfolgenden Song „Funeral Pile“. Der Song handelt von Hexenverbrennungen und ist ziemlich düster und böse, was die Vocals hervorragend rüberbringen. Durch Senfgas getötet im Krieg wird man unweigerlich zu „Food For The Flies“. „Funeral Pile“ besingen das Thema ziemlich deutlich. Die Mischung aus Black, Death und Thrashmetal ist gut abgestimmt, wie auch schon im ersten Song.

Die verschiedenen Songthemen finde ich geil gewählt! In „Dead End Red Sand“ dreht sich die Handlung um den Planeten, der roten Sand auf der Oberfläche hat und um jenen blauen Planeten, der von einer Spezies langsam vernichtet wird! Ein brutal cooler Titel für einen Song ist „King Cockroach VS. The Lizard Queen“. Schwer tönen Gitarren, Drums und Bass aus den Lautsprechern. Brachial und schneidend zugleich feuert Matthias die Lyrics dieses postapokalyptischen Szenarios ab und der Hörer ist mitten im Fight von mutierten Bestien! Ich möchte diesen Kampf bitte im PayTV! Wer sich jetzt schon fragt, wie er das Album erhalten kann, für den hat Matthias diese Auskunft im Interview gegeben:

Derzeit leider nur in digitaler Form über Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon, YouTube, Apple Music… Da ich selbst ein großer Vinyl-Fan bin, wäre es ein Traum von mir, unser Album auch als Schallplatte in den Händen zu halten. Ich hoffe, dass unser Album gut ankommt und vielleicht ein Label bereit ist, mit uns an unserem zweiten Album zu arbeiten. So dass dieses auch in physischer Form veröffentlicht werden kann.

„Nameless City“ grooved cool und ist ein schöner Headbanger. Auch im Pit kanns fein rund gehen oder in eurem Kopf – wenn ihr den Lyrics genau lauscht und das Kino einschaltet. Einen zweiten, dieses Mal aber länger dauernden, Instrumentaltrack gibt es mit „Dead Horse Trail“ und über einen Goldrausch in eisigen Gefilden singen „Funeral Pile“ in „Klondike (The White Silence)“. Auch in diesem Track gibt es so fett walzende Riffs. dass man einfach die Anlage am Anschlag haben MUSS um den Moment in sich aufsaugen zu können. Das macht schon Gänsepelle! Das große Finale ist ein gtoßartiger Track über das Wasser und wie es dich in sich aufnimmt. Hört genau hin bei „Like The Oceans Tide“!

Das Metal and Me Fazit

Ich kenne Black und Death Metal, auch beim Doom Metal bin ich durchaus im Thema. Im Bereich Stoner taste ich mich voran und es ist mir ebenfalls nicht gänzlich fremd. Aber von allem etwas in einem Song habe ich in dieser Kombination noch nicht gehört. Jetzt muss man dazu sagen, dass jedes Lied auf „Evoked In Flames“ verschieden starke Ausprägungen der jeweiligen Genres hat. Dem Quartett aus Bayern gelingt es aber meistens, die Lieder so zu gestalten, dass sie stimmig sind und die „Combinazione“ geil zündet. Mit schneidenden Riffs und schön hartem Drumfeuerwerk gibt es durchweg Druck auf und in die Ohren. Dazu passen die wütenden Vocals wie die Faust aufs Auge!

Die einzelnen Songs sind inhaltlich abwechslungsreich – klar, es geht am Ende oft tödlich aus – aber der Weg dahin oder die Umstände des Ablebens sind verschieden kreativ. Jedes Lied lädt dazu ein, sein Kopfkino spielen zu lassen und das verursachte nicht selten eine Gänsehaut. Headbanger und Pit – Liebhaber kommen absolut auf ihre Kosten.

8 / 10 Pommesgabeln
8 / 10 Pommesgabeln

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Tracks “Evoked in Flames”:

01. „Evoked In Flames“ || 01:20 Minuten
02. „Funeral Pile“ || 06:22 Minuten
03. „Food For The Flies“ || 05:34 Minuten
04. „Dead End Red Sand“ || 06:21 Minuten
05. „King Cockroach VS. The Lizard Queen“ || 04:27 Minuten
06. „Nameless City“ || 04:10 Minuten
07. „Dead Horse Trail“ || 02:36 Minuten
08. „Klondike (The White Silence)“ || 08:53 Minuten
09 „Like The Oceans Tide“ || 07:39 Minuten

Albumcover

LINE-UP
Annike | Guitar
Martin | Bass, Drums, Recording
Ralf | Guitar, Lyrics
Matthias | Vocals, Lyrics

Bandphoto

Photos by „Sven Burmester“  und „Alice Petzinger“