Weber und Knechte – „Dunkelheit“

Albumcover

Band: Weber und Knechte
Album: Dunkelheit
Genre: NDH/Deutschrock/Industrial
Label: ZOUNDR
Release: 14.05.2021

2017 auf einer Party bei einer Jam-Session ins Leben gerufen veröffentlichen die Jungs aus Detmold 2018 ihr erstes Album „Im Roten Bereich“ und das in kompletter Eigenregie. Auf dem Weg zum ersten Release gab es in der Formation Zuwachs von Konrad Roll am Bass. Da bis dato kein Drummer gefunden wurde, spielten W&K ihre Drumparts digital ein, als Markenzeichen sozusagen. Doch nach einem Jahr mit vielen Auftritten (2019) stellten die Jungs fest, dass ohne Trommler auf der Bühne was fehlt. Da sich die befreundete Band „Pillbox“ auflöste, rekrutierten sie Phillip Abu-Adal, der fortan die Drumsticks schwingt.

Jetzt präsentieren uns die Detmolder/Bielefelder ihr zweites Album „Dunkelheit“. Die zwölf Songs thematisieren das Thema „Dunkelheit“ aus vielerlei Sichtweisen.

Bandphoto

Das „Biest“ eröffnet das Album. Dunkel und Böse die Stimme von Dirk Weber, unheimlich der Text und düster die Melodie. Im Hintergrund eine weitere unheimliche Stimme, die der Sangesstimme eines Pfarrers ähnlich ist. Brachiale Schreie wechseln sich mit klaren Vocals ab bei „Jungs weinen nicht“. Der Song an hält die finstere Stimmung aufrecht und prangert die Verharmlosung von Depressionen an wie bei Soldaten zum Beispiel. Düster, aber noch immer ein Tabuthema, dass W&K auf ihre Art und Weise ansprechen. „Flotter“ geht es bei „Schlaflos“ zu. Das Lied kommt mir vor, wie aus der „Sicht“ eines Patienten im Wachkoma. Schlaflos, kraftlos und schließlich leblos – zu Staub verfallen. „Herr der Welt“ gibt sich zunächst als harter Track, der von Sekunde eins an ballert – doch auch hier finden wir ruhige Passagen, in denen die Botschaft des Songs liegt.


„Markus“
– auch hier ist die erzeugte Stimmung „brutal düster“, zumindest empfinde ich es so. Es geht um den Suizid eines Vaters, Bruders, Freundes – eines geliebten Menschen, der im Herzen seiner Lieben weiterwohnt. Gegen Ende wird gesungen das Suizid der falsche Weg ist, solltest du solche Gedanken haben, bitte hol dir Hilfe unter https://www.telefonseelsorge.de. Weiter geht der musikalische Trip in die „Dunkelheit“ mit „Zweigesicht“ und dem Titeltrack „Dunkelheit“. „Dunkelheit“ schleicht sich in die Ohren, dort angekommen fräst sich Dirks Stimme auch in den letzten Winkel des Gehörgangs um dem Gitarren
-und Drumgewitter den Weg zu eben.

Bandphoto

Punkig wird’s bei „Nacht der 1000 Gefahren“ und „Grosser Bruder“ ist kein Song über die Beziehung zwischen Geschwistern, obwohl so manche Zeile auch auf ein Bruderpaar zutreffen könnte. „Die Eine“ ist ein Liebeslied der anderen Art – es muss ja nicht immer rosa Plüsch regnen, um Gefühle auszudrücken. Auf geht’s zur Nackengymnastik mit „Kaperfahrt“. Solch einen Song hätte ich hinter dem Titel nicht vermutet. Eher eine „Kaperfahrt“ in der Finsternis des nächtlichen Hamburgs nach Opfern – Wahnsinn wie das Album die Gedanken beeinflusst und das meine ich nicht abwertend. Zum letzten Song bleibt zu sagen: Kehr vor deiner eigenen „Tür“!

Das Metal and Me Fazit:

„Dunkelheit“ ist ein sehr außergewöhnliches Album. Es spricht verschiedene Themen und Stimmungen an, mit einem, auf seine Art, brachialem Sound und der harten Stimme des Frontmannes, die aber wie die Faust aufs Auge zu den Songs passt und maßgeblich die instrumental erzeugte, düstere Atmosphäre beeinflusst. In gewissen Gemütszuständen könnte und konnte ich einige der Lieder nicht hören. Auch die verschiedenen Themen, die „Weber und Knechte“ thematisieren, kann man nicht nebenher beim kochen anhören und verarbeiten. Dieses Album benötigt und verdient die Aufmerksamkeit des Hörers, denn nur dann kann es richtig verstanden werden.

8 / 10 Pommesgabeln
8 / 10 Pommesgabeln

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Tracks „Dunkelheit“:

01. Biest || 03:53 Minuten
02. Jungs weinen nicht || 04:10 Minuten
03. Schlaflos || 03:53 Minuten
04. Herr der Welt || 03:01 Minuten
05. Markus || 03:48 Minuten
06. Zweigesicht || 03:08 Minuten
07. Dunkelheit || 03:29 Minuten
08. Nacht der 1000 Gefahren || 03:48 Minuten
09. Grosser Bruder || 03:26 Minuten
10. Die Eine || 03:33 Minuten
11. Kaperfahrt || 03:08 Minuten
12. Tür || 03:25 Minuten

Bandphoto

Dirk Weber – Gesang
Dirk Starke – Gitarre
Samuel Lück – Gitarre
Konrad Roll – Bass
Philipp Abu-Adal – Schlagzeug

Photocredit: Alex Klug – www.alexklug.de