„Willkuer im Interview“

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„Willkuer“ veröffentlichen am 07.05.2021 ihr gleichnamiges Album „Willkuer“. Die bisher drei veröffentlichten Singles schlugen in der „Deutschrock Familie“ granatenmäßig ein. Ich habe mit Julian ein Interview gemacht. Lest im folgenden, was wir so interessantes besprochen haben.

Metal and Me – Tobi

Willkuer – Julian

Hallo Julian von Willkuer. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen von mir nehmt. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazu kommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Ich schreibe natürlich auch über den Auftritt der jeweiligen Band. Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum Debüt „Willkuer“.

Doch, bevor wir starten, würde ich gerne wissen, wie es euch so geht!

Hallo Tobi, erstmal vielen Dank für deine Zeit und das Interview. Ich freue mich über viele spannende Fragen deinerseits und einen interessanten Austausch. Zurück zu deiner Frage – uns allen geht es aktuell wirklich gut. Auch wenn die Situation in Bezug auf die Pandemie derzeit für jeden von uns mehr als bescheiden ist, machen wir das Beste draus. Alles rund um die Band hilft uns dabei natürlich ungemein.

Wie stolz ist man in Schwaben, dass ihr nun auf größere Ebene musiziert?

Wir alle kommen ja aus kleinsten Dörfern inmitten der schwäbischen Alb und da hat sich das natürlich schnell rumgesprochen. Es ist wirklich wahnsinnig toll zu sehen, welche Euphorie das aktuell bei uns in der Region auslöst. Für viele ist es extrem spannend das aktuelle Geschehen mitzuverfolgen. Wir sind extrem dankbar für den tollen Zuspruch und die Unterstützung die wir erfahren dürfen.

Wie wurde denn Rookies & Kings auf euch aufmerksam für die Newcomer Offensive 2021?

Sagen wir mal so – wir haben auf uns aufmerksam gemacht 🙂 Nach über 10 Jahren Covermusik hatten wir es satt Songs anderer Bands zu spielen. Zu viele fruchtbare eigene Ideen und der Wunsch nach einer eigenen Platte ließen so die ersten Demos reifen. Selbstbewusst wie wir sind haben wir diese dann einfach bei Rookies & Kings auf den Tisch gezimmert. Da war man sich dann auch sehr schnell einig, dass das wie die Faust aufs Auge passt und seitdem gehen Rookies und wir gemeinsame Wege. Die Newcomer Offensive ist dann im Nachgang gewachsen, zusammen mit den Kollegen von Mantikor und Todsünde.

Bandphoto by Patrick Schneiderwind (360 Grad Design)

Bestimmt kennt ihr drei Newcomer euch untereinander – woher und wie gut?

Tatsächlich haben wir uns noch nicht persönlich getroffen. Die aktuellen Einschränkungen lassen dies ja leider nur bedingt zu. Das sollte dem Kennenlernen aber keinen Abbruch tun und wir haben das erste Bier dann eben gemeinsam über die Bildschirme getrunken. Zwar nicht ganz so persönlich, geschmeckt hat’s uns aber allen dennoch. Alles andere holen wir dann beim ersten gemeinsamen Konzert nach.

Wie würdest du euch beschreiben, wolltest du jemandem von „Willkuer“, also der Band, erzählen.

Fünf bodenständige Schwaben die eifrig ihrem Traum nachgehen, den Deutschrock-Olymp mal wieder ordentlich zum Wackeln zu bringen. Mit kraftvollen und hymnischen Songs die Herzen der Zuhörer erobern und dabei das Wichtigste nie vergessen: mit der Musik möglichst vielen Menschen ein positives Lebensgefühl schenken, Mut machen oder in schwierigen Zeiten eine Stütze sein.

Euer Bandname ist ja nun echt ziemlich willkürlich (Füße hoch, kommt flach) gewählt. Wie kam er zustande?

Füße hoch ist ein gutes Stichwort. So oder so ähnlich lief das nämlich damals im Proberaum. Auf der Suche nach einem passenden Namen haben wir uns entspannt beim guten Getränk die Sache ziemlich einfach gemacht. Aus irgendeinem Grund lag im Proberaum tatsächlich ein Duden – und frag mich bitte nicht wie der es dahin geschafft hatte. Die Bibel der deutschen Sprache elegant durchgeblättert und spontan den Finger zwischen die Seiten gesteckt, blieb dieser dann auf dem Wort „willkürlich“ liegen. Ein kurzer Blick in die Runde und allen war klar: das Kind soll auf den Namen „Willkuer“ getauft werden. Und auch wenn sich das alles jetzt verständlicherweise ziemlich verrückt anhört – genau so war das damals. 🙂

„Willkuer“, „Wir sind Wer Wir sind“ und „Scheissegal“ (dicker Gruß an meine Nachbarn anbei 😉) waren die ersten drei ausgekoppelten Songs. Warum habt ihr euch für dieses Trio entschieden?

Diese drei Songs drücken am besten das aus, wer wir sind und für was wir stehen. Beim Hören der Zeilen sollte sehr schnell klar werden, dass wir auch gerne Mal unseren Mund aufmachen, wenn uns was nicht passt. Ja, das können wir gut. Aber keine Sorge, wir beißen nicht. Und im Kern der Musik sollte man auch deutlich die positive Energie der Songs spüren. Es geht hier nicht um Trotz oder Boshaftigkeit, sondern vielmehr darum für seine Meinung einzustehen und auf der anderen Seite aber auch mal Fünf grade sein zu lassen. So sind wir eben: „Wir sind wer wir sind“ – ob das den Nachbarn nun gefällt oder nicht. 😉

Werden wir noch eine Singleauskopplung bekommen, bevor das Release im Mai ansteht?

Eine Single geben wir noch zum Besten, bevor wir euch mit dem kompletten Album überfallen. Das gute Stück hört auf den Namen „Für immer ist ne lange Zeit“ und ist eine Hommage an die Liebe der etwas anderen Art. Mehr wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Schaut und hört selbst rein bei unserer Videopremiere am 2. Mai um 18 Uhr auf unserem YouTube Kanal.

Ich finde Motivationssongs wie „Gib dich nicht auf“ super, da auch ich mir Lieder in dieser Richtung anhöre, wenn ich down bin. Wie geht’s euch dabei – zu wissen das eure Fans sich mit und an den Songs aufrichten?

Gib dich nicht auf ist nicht grundlos entstanden. Ich hatte Ende 2019 einen schweren gesundheitlichen Tiefschlag, der das ganze Bandprojekt in dieser Formation hätte von heute auf morgen beenden können. Eine wirklich schwere Zeit für uns alle an die wir auch heute noch oft schweren Herzens zurückdenken. Trotz aller Widrigkeiten haben wir uns aber nicht unterkriegen lassen und mit Hilfe der Band, meiner Familie und vielen Freunden ging es dann Gott sei Dank auch gesundheitlich wieder aufwärts. Und genau diese Geschichte war der Ursprung für die Zeilen „Gib dich nicht auf, denn du bist nicht allein…“.

Albumcover

Was würdet ihr euren Fans und interessierten Deutschrockern noch über „Willkuer“ erzählen, um die Neugierde und Lust aufs Album zusätzlich zu den Singles zu wecken?

Wer Lust hat Deutschrock frischer und authentischer denn je zu erleben, sollte sich unser Album definitiv in die Gehörgänge legen. Eine energiegeladene Spannungskurve angefangen von absoluten Uptempo Nummern mit Pogo-Garantie, über Songs die einfach nur das Leben feiern bis hin zur tiefgreifenden Power-Ballade. Eben für jeden das Richtige mit dabei.

Wie viele persönliche Erlebnisse stecken in euren Liedern?

Persönliche Erlebnisse prägen uns und lassen uns im besten Fall auch wachsen. Die Songs verarbeiten deshalb zum Großteil das was wir erleben oder besser gesagt, wie wir unser Leben bestreiten. Wir sind keine Menschen, die gerne zurückschauen, sondern vielmehr den optimistischen Blick nach vorne wagen. Auch eine grundlegende Botschaft, die wir in den Songs verpacken und was uns auch ein großes Anliegen ist. Wir wissen, dass das nicht jedem leichtfällt und viele Umstände einen auf die Knie zwingen. Mit unserer Musik lässt es sich aber mit Sicherheit deutlich einfacher wieder aufstehen 🙂

Gibt’s denn lustige oder auch ernstere Anekdoten aus der Zeit, in der „Willkuer“ entstanden ist, von denen ihr erzählen möchtet?

Natürlich ist auch bei uns nicht immer alles grün. Im Entstehungsprozess des Albums gab es definitiv die ein oder andere Meinungsverschiedenheit wie nun was zu klingen hat etc. Aber genau dieser Konflikt macht es dann am Ende doch aus und der Diamant wird auch in der letzten Ecke feingeschliffen. Und am Ende haben wir uns dann auch immer alle wieder lieb – sowas hält man aus nach über 13 Jahren auf einer Bühne.

Wie wichtig ist es euch während dieser Zeit über FB, Insta und Co. mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Der Kontakt zu den Fans ist uns gerade in dieser skurrilen Zeit enorm wichtig. Wir sind deshalb auf allen Plattformen sehr aktiv und im regen Austausch mit den Fans. Es ist spannend zu erfahren wer die Zeit aktuell wie für sich nutzt. Der ein oder andere möchte auch einfach nur mal abkotzen – und auch das ist völlig in Ordnung. Wir haben, immer wenn es die Zeit zulässt, für jeden und jede ein offenes Ohr.

Der tägliche Irrsinn ist allgegenwärtig und gerade ist er das ganz besonders. Wie erlebt ihr diese Zeit? Wie beeinflusst euch Covid19 beruflich und in der freien Zeit? 

Das Wort Irrsinn trifft den Nagel auf den Kopf. Und auch wir können der derzeitigen Situation natürlich nicht entfliehen. Trotz allem haben wir die Zeit bis hier hin allerdings sehr gut für uns nutzen können. Der Songwriting und Produktionsprozess hat viel Zeit geschluckt und wir hatten kaum Zeit in ein Loch zu fallen. Wir verstehen aber natürlich jeden da draußen, dem die aktuellen Umstände zu schaffen machen. An dieser Stelle – Kopf hoch, es kommt eine bessere Zeit!

Wie kam es zum Plattencover? Wer hatte die Idee dafür?

Die Idee ist aus der Entstehung unseres zweiten Logos entstanden. Hier kreuzt die Fackel eine Flagge. Wir haben zu unserem Schriftlogo noch eine Symbolik gesucht, die auch zu unserem Namen passt. Und so steht das Feuer nun symbolisch für Leidenschaft und Energie, aber auch für eine gewisse Unberechenbarkeit. Die Flagge steht als Zeichen und Symbol für die Gemeinschaft sowie die Unbezwingbarkeit. Das Gesamtkonzept hierzu kommt von meiner Frau und mir und ist quasi beim klassisch schwäbischen „Vesper“ gewachsen. Das Plattencover hat sich dann genau aus dieser Symbolik ergeben. Moritz hält genau diese beiden Gegenstände in die Luft und lehnt sich gegen den Sturm in einer dunklen Gasse.

Wie kamt ihr zum Deutschrock und welche Band/Bands hört ihr gerne aus diesem Genre?

Wie bereits eingangs erwähnt kommen wir aus dem wunderschönen Schwaben und allesamt aus überschaubaren Albgemeinden. Weit und breit keine Anbindung an die Großstadt, trifft man sich am Wochenende in sogenannten Bauwagen. Die meisten werden das von der Baustelle kennen – wir Dorfkinder feiern darin heiße Partys 🙂 Und musikalisch hat sich das dort sehr schnell auf die üblichen Verdächtigen im Deutschrock eingeschwungen: Böhse Onkelz und Freiwild. Das hat uns geprägt und zieht sich bis heute durch.

Wenn du jetzt ein Konzert besuchen dürftest, zu welchem Künstler würdest du gehen?

Kurz und knapp: Parkway Drive! Meine absoluter Favorit außerhalb des Deutschrocks.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys? Fußball? Zocken? Sammeln?

Tatsächlich ist der Alltag neben dem Hauptjob in der Industrie maximal geprägt von der Musik. Die Band nimmt einen schon sehr in Anspruch, was natürlich verdammt viel Spaß bereitet. Darüber hinaus verbringe ich gerne Zeit mit Familie und Freunden. Ebenso verbringe ich gerne so viel Zeit wie möglich in der Natur beim Radfahren oder Wandern – das klärt den Kopf und lässt die kreative Ader immer wieder aufs Neue aufblühen.

Dein größter Wunsch außerhalb der Musik?

Auch an dieser Stelle gibt es eine kurze Antwort: gesund bleiben und dabei nie vergessen wie gut es einem im Wesentlichen geht – auch wenn die Welt manchmal gegen einen zu stehen scheint.

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die Rockfans da draußen? 😊

Freunde, wir sind wahnsinnig stolz auf unser erstes Werk. Hört doch gerne mal rein über Spotify, YouTube und Co. Wenn euch die Musik gefällt unterstützt uns auch gerne mit dem Kauf eines Albums, unserer Fan-Box oder der Vinyl. Wir danken euch bereits jetzt für eure Unterstützung und freuen uns euch schon hoffentlich bald mal auf einem Konzert willkommen zu heißen. Passt auf euch auf!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: bleibt gesund und viel Erfolg mit dem Album!

Bandphoto by Florian Lehrmann

Willkuer sind:
Moritz Hermle | Gesang
Julian Kuder | Gitarre
Tobias Röschl | Gitarre
Andreas Weible| Bass
Florian Söll | Schlagzeug

Das war mein Interview mit Julian von Willkuer. Denkt daran, morgen kommt eine weitere Single und am 07.05.2021 könnt ihr dann mächtig die Wände beben lassen – wenn „Willkuer“ erscheint! Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit und bleibt gesund!