„Weber und Knechte im Interview“

Albumcover

„Weber und Knechte“ das ist „Neue Deutsche Härte“ gepaart mit „Industrial Metal“ und mit ziemlich düsterem Sound samt den dazugehörigen Lyrics. Die Jungs machen einen verdammt interessanten Job. Ich durfte ihr zweites Album rezensieren und auch ein Interview mit „dem Weber“ führen! Viel Spaß bei der interessanten Unterhaltung mit dem Frontmann von „WuK“.

Tobi – Metal and Me

Dirk – Weber und Knechte

Hallo Dirk von „Weber und Knechte“. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen von mir nehmt. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands.

In Zukunft werden wohl auch die Hygienemaßnahmen vor Ort dazu kommen, da ich als Hochrisikopatient auch sehr darauf achten muss. Ich schreibe natürlich auch über den Auftritt der jeweiligen Band. Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum zweiten Album „Dunkelheit“.

Doch, bevor wir starten, würde ich gerne wissen, wie es euch so geht!

Man könnte vermuten, dass es uns schlecht geht, so ganz ohne Gigs. Das stimmt aber nur bedingt. Natürlich fehlt uns das, aber so hatten wir viel mehr Zeit am Album zu arbeiten. Vermutlich wären wir noch lange nicht fertig, wenn wir alle geplanten Shows gespielt hätten.

Wie würdest du euch beschreiben, wolltest du jemandem von „Weber und Knechte“ erzählen.

Im Laufe der Zeit hat sich so eine Art „Slogan“ etabliert, den wir auch gerne in Werbeanzeigen verwenden: „Brachial. Böse. Schwarz wie die Nacht. “ Ich glaube das trifft es ganz gut, zumindest in Hinsicht auf unsere Musik. In Wirklichkeit sind wir glaube ich eher ganz nette Typen.

Man könnte bei eurem Bandnamen darauf schließen das Dirk der „Chef“ und alle anderen „seine Knechte“ sind – ist es so einfach, oder steckt mehr dahinter?

(lacht) Das hast du doch irgendwo gelesen, oder?! Denn genau das ist die simple Erklärung: Unser Gitarrist Dirk hat bei der Namensfindung der Band damals in den Raum geworfen: Du ziehst die Fäden und wir sind Deine Knechte – warum nicht also Weber & Knechte. Zunächst fanden wir das damals eher amüsant. Aber irgendwie hat sich der eher außergewöhnliche Name dann bei allen im Kopf festgesetzt und wir dachten, daß kann ja nicht verkehrt sein.

Mit „Markus“ oder auch „Zweigesicht“, um mal zwei Lieder zu nehmen die mir besonders aufgefallen sind zu nennen, sind schon ziemlich anspruchsvolle Songs auf der Scheibe. Was möchtet ihr beim Hörer der Songs bewirken?

Wir machen uns viele Gedanken beim Schreiben der Texte. Oft erzählen wir kleine, düstere Geschichten die uns in den Sinn kommen, aber ebenso gibt es Momente aus in unserem Leben, die wir nicht vergessen werden. „Markus“ beschreibt eine dieser Geschichten. Man könnte sagen der Song hilft mir ein wenig, das Geschehene besser zu verarbeiten.

An Zweigesicht hingegen hat mich gereizt einen Song zu schreiben, der dieses besondere Wortspiel (ich und wir) auf die Spitze treibt.

Bandphoto

Wie oft hat man euch bisher mit Rammstein“ verglichen und wie fühlt ihr euch damit?

Rammstein? Ist das diese Boygroup aus den 90ern?

Spass beiseite – natürlich werden wir sehr oft verglichen. Teilweise sogar verwechselt. Wir empfinden das immer als Lob, da wir alle Rammstein sehr mögen. Aber wer unsere beiden Alben kennt wird schnell feststellen, daß wir auch sehr viele Songs im Reportoire haben, die sich deutlich von Rammstein unterscheiden. Sowohl soundtechnisch als auch inhaltlich.

Werden wir noch eine Singleauskopplung bekommen, bevor das Release im Mai ansteht?

Jepp. Am 30.04.21 kommt „Jungs weinen nicht“. Das wäre dann auch direkt mal ein gutes Beispiel für einen Song ohne Rammstein Vibes.

Was würdet ihr euren Fans und interessierten Menschen noch über „Dunkelheit“ erzählen, um die Neugierde und Lust aufs Album zu wecken?

Der Titel „Dunkelheit“ ist auf jeden Fall Programm! Da wir ohne großes Label im Rücken machen können worauf wir Lust haben, gibt es ein paar wirklich heftige Songs, die es sicherlich niemals in der Form im Radio geben wird. Wer also mit unserem Motto „Brachial. Böse. Schwarz wie die Nacht“ etwas anfangen kann, der sollte auf jeden Fall ein Ohr riskieren!

Wie viele persönliche Erlebnisse stecken in euren Liedern?

„Markus“ und „Die Eine“ und „Herr der Welt“ sind sicherlich persönliche Dinger. Aber mindestens nochmal 3-4 Songs betreffen Dinge mit denen wir unmittelbar zu tun hatten oder die uns wichtig sind. Aber wie schon erwähnt macht es uns auch sehr viel Spaß Geschichten zu erzählen. Biest oder Kaperfahrt sind eben solche.

Welche anderen Bands, national wie international, inspirieren euch am meisten bei der Arbeit an euren Songs?

Wir hören alle unterschiedliche Musik, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. Jeder bringt etwas von seinen Vorlieben ein. Das „rotzige“ in unseren Songs kommt sicherlich ein Stück weit aus der Punkrock Vergangenheit unseres Gitarristen Dirk. Ansonsten hören wir gerne Bands wie Ghost, Rammstein, Such a Surge, Casper, Rage Against The Machine, Kraftklub etc.

Da gibt es sicherlich den einen oder anderen Einfluss.

Wie erlebt ihr diese Zeit der Pandemie? Wie beeinflusst euch Covid19 beruflich und in der freien Zeit? 

Es schränkt natürlich in allen Bandaktivitäten enorm ein. Keine Gigs, keine Proben zu fünft, keine Treffen etc. Aber das Arbeiten immer zu zweit am Album hat sehr gut funktioniert.

Der Song „Schlaflos“ passt ein wenig auf die derzeitige Gefühlslage – wohlgemerkt nur in einzelnen Abschnitten. Habt ihr denn an einen Song gedacht? Isolation ist da ja auch ein Thema, dass „Dunkelheit“ auslösen kann – ich sprech aus Erfahrung.

Wir finden es immer spannend, wenn man unsere Songs auf verschiedenen Ebenen interpretieren kann. Schlaflos ist da auf jeden Fall ein gutes Beispiel.

Der Song soll ein eine bittere, depressive Stimmung vermitteln. Jeder kann daraus entnehmen bzw. herein interpretieren was er möchte. Uns ist vor allem wichtig damit zu sagen, daß solche Gefühle oft sehr schlimm und somit gleichzeitig „Dunkelheit“ für Seele sein können.

Wie kam es zum Plattencover? Wer hatte die Idee dafür?

Wir haben lange überlegt, wie wir „Dunkelheit“ so darstellen können, daß es dem gedachten Inhalt gerecht wird. Nämlich Dunkelheit auch im übertragenen Sinne. In Hinsicht auf den Menschen. Und dann haben wir dieses Bild gesehen, das unser Marketing Chef Alex Klug aus Berlin beim Dreh zu unserer Single „Jungs weinen nicht“ geschossen hat. Das war einfach genau das, was wir gesucht haben.Na? Wer erkennt wer das ist?

Wie kamt ihr zur Stilrichtung, die ihr gerade verfolgt. Ich habe vergleichbares in einzelnen Liedern anderer Band schon gehört, aber ein ganzes Album mit eurem Sound kam mir noch nicht unter die Ohren.

Die neue deutsche Härte ist auf jeden Fall eine Schnittmenge, die unsere Geschmäcker vereint. Gepaart mit dem rotzigen Sound aus der Punkszene und einer gewissen Brutalität im Gesang, hat diesen Sound schließlich hervorgebracht. Wir finden, dass vor allem das Raue, kratzige gut zu den dunklen Themen passt.

Wenn du jetzt ein Konzert besuchen dürftest, zu welchem Künstler würdest du gehen?

Definitiv zu Rage Against The Machine. Die Karten waren schon gekauft.

Gibt’s auch Bands aus anderen Stilrichtungen, die du magst?

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Absolut. Ich würde sogar sagen, das ich eher mehr andere Musik höre. Aktuell sind meine Favoriten: Ghost, Black Sabbath, Wolf People, Tool und van Holzen.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Neben Familie und Musik bleibt nicht mehr so unendlich viel Zeit, aber ich glaube wir Zocken alle ganz gerne und wir mögen alle Fantasy. Vor allem in Romanform.

Dein größter Wunsch außerhalb der Musik?

Klingt vielleicht langweilig, aber ich wünsche mir vor allem Gesundheit für Familie und Freunde.

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die (künftige) Hörerschaft da draußen? 🙂

Hallo Hörerschaft! Wenn Ihr bis zum Ende dieses ausführlichen Interviews durchgehalten habt, kommt ihr ja garnicht drum herum mal bei uns rein zu schnuppern. Also los!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: bleibt gesund und viel Erfolg mit dem Album!

Vielen Dank! Bitte bleib auch du gesund.
Mach weiter so. Deine Arbeit finden wir prima und mutig. Im Rollstuhl aufs Konzert zu fahren ist sicherlich nicht immer einfach. Umso cooler das du es durchziehst.

Bandphoto

Dirk Weber – Gesang
Dirk Starke – Gitarre
Samuel Lück – Gitarre
Konrad Roll – Bass
Philipp Abu-Adal – Schlagzeug
Photocredit: Alex Klug – www.alexklug.de

Das war mein Interview mit Dirk von “Weber und Knechte”. Besucht die Jungs bei Facebook und lasst ihnen ein Like da – das dürft ihr natürlich auch bei “Metal and Me” tun, wenn euch meine Interviews gefallen. Am 14.05.2021 kommt die Scheibe, wenn ihr nun aber (hoffentlich) neugierig seid, könnt ihr euch auch das Debütalbum reinziehen. Es hört auf den Namen „Im Roten Bereich„.

Bleibt gesund Leute! Wir lesen uns!
Beste Grüße, euer Tobi!