Broilers – „Puro Amor“

Albumcover

Band: Broilers
Album: Puro Amor
Genre: Deutschrock
Label: Skull & Palms Recordings
Release: 23.04.2021

Eins vorweg: Ich habe von den „Broilers“ bisher noch nicht viel gehört, irgendwie lief die Band an mir vorbei. Daher berührt mich auch die Kritik von „Oldschool-Fans“ nicht, da ich mich voll und ganz auf das hier und jetzt konzentriere! Nun hatte ich die Gelegenheit ein Album der Jungs und Ines zu rezensieren und dachte mir, joa, kannst du ja mal machen. Da bin ich jetzt und habe „Puro Amor“ vorliegen. Das erste Album nach vier Jahren des Wartens auf neues, musikalisches Material aus Düsseldorf! Vincent Sorg produzierte den Langspieler, der von Liebe und Loslassen handelt.

Los geht’s mit „Nicht alles endet irgendwann“, einem Song über das Leben und wie schnell die Zeit vergeht. Was soll ich sagen, gleich der Auftakt treibt mir eine Gänsehaut über den kompletten Körper, wünschte ich mich kürzlich in den Sandkasten zurück, zurück in die alte Wohnung – in den 80ern war es „einfacher“. Aber das ist nur eine Anekdote von mir, ihr habt bestimmt auch an einige gedacht während des Songs. Das hört sich nun nach Ballade an, aber im Gegenteil – die Broilers rocken den Auftakt ihres neuen Albums. Der Song hat 100% Hymnenpotential! „Nach Hause kommen / Zurück zu mir“ ist ebenso mitreißend, aber drei Schippen emotionaler. Der Refrain ist ein Livetraum und wird aus vielen tausenden Kehlen geschrien werden – wenn wir endlich unser Leben haben, es zurückkommt zu uns. Die Vorab-Single „Gib das Schiff nicht auf!“ – zu der es auch ein Video gibt – ist Song #3 auf „Puro Amor“. „Porca Miseria“ diese Worte habe ich oft von meinen italienischen Freunden gehört, wenn sie mal am Geldspielautomat die 100 Sonderspiele verhühnert hatten. Doch darum geht’s in diesem Song nicht. Es steigt unweigerlich die Lust mitzurocken und die Luftgitarre zum rauchen zu bringen, so geil bockt dieses Lied.

In „Alter Geist“ fragen sich die Düsseldorfer was bleibt, wenn der Sommer geht und „Trink mich doch schön“ erinnert im Rhythmus an die Bacardi – Werbung, doch die Broilers haben den besseren Beat und geileren Text, nur der Alkohol ist bei beidem ein Thema. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass dieser Anmachspruch nun vom Markt ist. Mit Trompeten und coolem Sound kommt „Schwer verliebter Hooligan“ aus den Boxen, über einen Hooligan, der sein Herz verschenkt hat. „Diktatur der Lerchen“ kommt gesellschaftskritisch und „Da bricht das Herz“ geht bestimmt vielen Nahe, denn wem ist das Herz noch nicht gebrochen? „Dachbodenepisoden“ ist einer meiner absoluten Favoriten. Das Lied geht mir so brutal unter die Haut wie es nur selten Lieder vorher geschafft haben und nachher schaffen werden (denk ich mal).

Mit Alarmsignalen beginnt „Alles wird wieder Ok!“. Ein Song über Krieg und Frieden, über Hass und Versöhnung. Das Lied dürfte Balsam für viele Seelen sein derzeit – denn wann hört man schon „Alles wird wieder OK? Auch der eingängige Track „Niemand wird zurückgelassen“ ist emotional und bleibt im Ohr. Nicht unpolitisch geht’s zu in „Alice und Sarah“ und noch dazu ist der Sound so geil abgefahren, dass man ein Tänzchen aufs Parkett legen und den Song mitträllern möchte. Den grandiosen Abschluss bildet „An allen anderen Tagen nicht (Lebe, Du stirbst!)“ und allein schon beim Lesen des Titels -> Hühnerpelle.

Das Metal and Me Fazit:

So. Tief durchatmen. Das war eine verdammt intensive und emotionale Fahrt für mich, über 46 Minuten mit den Broilers. Aber wisst ihr was? Sie war absolut fucking geil. Diese Songs streicheln die Seele, hellen das Gemüt auf in diesen Tagen des Einsam seins und geben dir das Gefühl, nicht allein zu sein. Du kannst abrocken, stillsitzen und nur lauschen oder dir auch die Scheiße aus dem Leib heulen, aber dir geht’s nach dem Anhören von „Puro Amor“ besser. Fettes Stück Deutschrock für jedes Regal, ob nun „Oldschool“ oder nicht.

9 von 10 Pommesgabeln
9 von 10 Pommesgabeln

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Tracks „Puro Amor“:

Albumcover

01. Nicht alles endet irgendwann || 03:26 Minuten
02. Nach Hause kommen / Zurück zu mir || 03:51 Minuten
03. Gib das Schiff nicht auf! || 03:28 Minuten
04. Porca Miseria || 03:19 Minuten
05. Alter Geist || 02:52 Minuten
06. Trink mich doch schön || 03:47 Minuten
07. Schwer verliebter Hooligan || 03:21 Minuten
08. Diktatur der Lerchen || 03:11 Minuten
09. Da bricht das Herz || 03:10 Minuten
10. Dachbodenepisoden || 03:52 Minuten
07. Alles wird wieder Ok! || 02:41 Minuten
08. Niemand wird zurückgelassen || 02:50 Minuten
09. Alice und Sarah || 03:16 Minuten
10. An allen anderen Tagen nicht (Lebe, Du stirbst!) || 03:23 Minuten

Ron Hübner | Gitarre
Chris Kubczak | Keyboard, Akkordeon
Andi Brügge | Schlagzeug
Ines Smentkowski | Bass
Sammy Amara | Gesang, Gitarre