“Antiheld im Interview”

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Am 09.04.2021 erscheint das lang ersehnte Album “Disturbia” der Stuttgarter Jungs von “Antiheld”. Ich ergriff die Möglichkeit und sendete ein paar Fragen in die Landeshauptstadt von BaWü und André hat sie mir beantwortet! Schon jetzt ein fettes DANKESCHÖN an dich, André!

André – Antiheld

Tobi – Metal and Me

Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum neuen Release „Disturbia“, was ja grob übersetzt „verstörte Vorstadt“ heißt.

Als erste Frage jedoch: Wie geht’s euch derzeit?

Danke, uns geht es allen so weit ganz gut. Für eine Band gibt es sicherlich bessere Zeiten, aber das wichtigste ist, dass wir alle gesund sind.

Wie würdet ihr euch beschreiben, wolltet ihr einem „Unwissenden“ von Antiheld erzählen.

Hmm…mal sehen. Wenn man uns einem Genre zuteilen möchte, dann beschreibt es sicherlich der allgemeine Begriff „deutschsprachige Rockband“ am besten. Wobei ich finde, der Begriff Rock klingt etwas angestaubt und könnte alles sein. Wir sind auf jeden Fall eine Band mit klarem Gitarrensound, markiger rauer Frontstimme und deepen & persönlichen Texten.

Was dürfen wir vom Album erwarten, wenn wir es am 09.04. unseren Plattenspielern oder CD-Spielern füttern?

Das Album setzt eine klare Kante zu dem, was wir bisher so gemacht haben. Düsterer Sound, tiefgehende zum Teil politische Texte, weniger Pop. Eine konsequente Weiterentwicklung dessen, was bei „Goldener Schuss“ in Ansätzen zu hören war.

„sommer unseres lebens“ war der erste Song, von „DISTURBIA“, den ihr veröffentlicht habt, zusammen mit Ankündigung des Albums. Warum gerade dieser Song?

Der Song passte thematisch perfekt in den Sommer 2020. In einer Zeit, in der wir uns aufgrund von Corona mehr denn je mit uns selbst beschäftigen und andere Probleme um uns herum oft ausblenden, rüttelt „sommer unseres lebens“ wach und lenkt beim ein oder anderen möglicherweise den Blick raus aus dem Tunnel wieder nach links und rechts.

Das Album musste ja immer und immer wieder verschoben werden. Ihr hattet zwischenzeitlich wohl auch das ein oder andere Mal gedacht „Fuck Off, keinen Bock mehr“. Jetzt sind eure Fans absolut froh bald das neue Werk hören zu dürfen. Wer oder was ließ euch weiterkämpfen?

Wir hatten nie vor aufzugeben. Klar ist eine weltweite Pandemie nicht die beste Zeit um als Band durchzustarten, aber das hindert uns nicht weiterhin am Ball zu bleiben. Wir versuchen die ganze Sache positiv zu sehen. Durch die gewonnene Zeit ist innerhalb von kürzester Zeit ein Album geschrieben und produziert worden. Das wäre im normalen „Tour-Alltag“ so nicht passiert. Trotz einiger Widrigkeiten haben wir alles schlussendlich ganz gut hinbekommen. Die Verschieberei war so natürlich nicht geplant, aber manchmal läuft’s halt wie’s läuft. Ein dickes Dankeschön an alle da draußen für eure Geduld! 🙂

„irgendwo stirbt grad ein kind“ hat mich besonders berührt. Zwischen der Veröffentlichung des Songs und dem Hier und Jetzt ist wieder allerhand passiert. Habt ihr denn Hoffnung, dass nach dieser Pandemie die Menschen besser aufeinander achten, wenn sie es nicht mal währenddessen tun?

Um es kurz zu sagen – leider nein. Im ersten Lockdown hatte ich einen kurzen Anflug von Hoffnung, dass sich Dinge ernsthaft ändern könnten. Dieser ist jedoch schnell wieder verflogen. Mit dem Alltag kommen alte Gewohnheiten zurück.

„wiegenlied“ hat und wird noch für viele Tränen sorgen, dass hat das Lied auch bei mir getan und tut es bei jedem hören erneut. Wenn ich Lieder wie „wiegenlied“ höre macht mich das traurig, aber diese Songs bringen mich auch zurück in die Vergangenheit und holen Bilder aus glücklichen Tagen mit meinen verstorbenen Lieben hervor. Was macht das Lied mit euch wenn ihr es hört und/oder spielt?

„wiegenlied“ ist ein sehr persönlicher Song, in dem wir den Tod unseres Freundes und Managers verarbeiten. In erster Linie fühlt es sich gut an, dass der Song geschrieben wurde. Jeder von uns empfindet sicherlich etwas anders, wenn er den Song hört, aber unterm Strich ist es für alle gleichermaßen eine Aufarbeitung und Verarbeitung. Wie es sich live anfühlen wird, werden wir sehen, wenn wir irgendwann mal wieder auf einer Bühne stehen. Wird vermutlich ein emotionaler Moment werden.

Albumcover

Wer hatte die Idee für euer Plattencover und was war die Inspiration dahinter?

Die Idee kommt von Luca. Er hatte die Vision von knalligen Farben und 3D-Art. Bei Stöbern durchs Web haben wir uns viel Inspiration geholt und dies dann letztlich umgesetzt.

Gibt’s denn Anekdoten aus der Zeit, in der „Disturbia“ entstanden ist und möchtet ihr sie mit uns teilen?

Eine romantische Anekdote kann ich jetzt leider nicht auspacken. Im ersten Lockdown, in dem die Platte geschrieben wurde, konnten wir uns logischerweise nicht sehen und mussten uns, was kreative Arbeitsabläufe angeht neu erfinden. Jeder hat sich zuhause ein kleines Home-Studio eingerichtet und Spuren auf Luca produzierte Demos gespielt. Viele Videokonferenzen und Suren hin und her schicken später, gab es dann Demos von „DISTURBIA“ mit der wir zu unserer Plattenfirma gegangen sind. War eine neue Art zu „fertiger“ Musik zu kommen und auch anfangs etwas schwierig. Aber in allem neuen liegt ja bekanntlich auch etwas Gutes und eine Chance. Das hat den Prozess Musik zu schreiben nachhaltig beeinflusst.

Ich teile Bands eigentlich in „Gefällt mir“ oder „Gefällt mir nicht“ ein (schon vor Facebook 😉) Bei meinen Artikeln gibt es aber den Punkt „Genre“. Ich überlege schon länger, was ich dort hineinschreiben soll, wenn ich an „Antiheld“ denke. Was würdet ihr dort eintragen?

Das fragen wir uns auch immer. Wenn du die Lösung weißt, gib Bescheid! 😀

Der tägliche Irrsinn ist allgegenwärtig und gerade ist er das ganz besonders. Wie erlebt ihr diese Zeit? Wie beeinflusst euch Covid19 beruflich und in der freien Zeit? 

Covid19 beeinflusst uns natürlich sehr stark. Wir standen seit über einem Jahr auf keiner Bühne mehr und so wie es aussieht, wird das vor 2022 auch nicht passieren. Wir versuchen natürlich trotzdem das Beste aus dieser Zeit rauszuholen. Auf das Album „DISTURBIA“ bin ich schon eingegangen. Das hat uns 2020 gerettet. Und für 2021 haben wir uns auch einiges vorgenommen. Aber da werde ich noch nichts verraten.

Welche Dinge inspirieren euch am meisten, bei der Arbeit an euren Songs?

Das kann alles sein. Ein Film, Musik von anderen Künstlern, eine alltägliche Szene welche man auf der Straße sieht, Nachrichten, etc. Das wichtigste ist, dass man mit wachen Augen durchs Leben geht. man kann aus fast allem Inspiration ziehen.

Wie wichtig ist es euch während dieser Zeit über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Sehr wichtig. Es ist im Moment unser einziges Tool, um mit den Fans in Kontakt zu kommen.

Eine Tour ist ja derzeit leider nicht möglich. Gibt es Pläne für einen Livestream? Vielleicht mit Saltatio Mortis zusammen? Ich weiß zwar aus einem Interview mit Alea, dass die Spielmänner das eher nicht wollen (vor Fans ist halt geiler), doch wäre es eine Möglichkeit, die neuen Lieder live zu performen und viele Fans ein bisschen glücklicher zu machen.

Wir denken im Moment darüber nach, was man so alles machen kann. Wäre ja schade, wenn es keine Release-Show zu „DISTURBIA“ geben würde. Aber lasst euch überraschen… 😀

Vinyl-Version

Welche Bands hört ihr gerne in eurer Freizeit?

Das ist tatsächlich bei uns allen sehr unterschiedlich. Schaut mal auf unserer Seite auf Spotify vorbei. Jeder von uns hat eine eigene Playlist mit ein paar Lieblingssongs. Da kann man sich ein ganz gutes Bild machen.

Wenn ihr jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?

Da gibt es ungefähr tausend Bands, die mir einfallen. Milliarden wäre eine davon. Ich würde gerne das neue Album live hören.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys? Fußball? Der VfB ist gerade gut drauf. Zocken oder etwas ganz anderes?

Puh, beim Thema Fußball bin ich der falsche! Das ist mehr Luca’s Thema. Ich habe die Fotografie für mich entdeckt und ziehe oft mit meiner Kamera rum. Wenn ihr in Stuttgart nachts mal einen komischen lebensmüden Typen mitten auf einer Kreuzung oder auf den Gleisen mit einer Kamera in der Hand seht, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass ich das bin 😀

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an eure treuen Fans da draußen ☺

Vielen Dank für euren grenzenlosen Support! Ihr lasst uns spüren, dass wir euch wichtig sind, schreibt uns Nachrichten, kauft unseren Merch. Das tut gut! Wir freuen uns euch 2022 alle wieder zu sehen und mit euch zu feiern! Bleibt alle gesund und haltet durch! Irgendwann dreht sich die Welt wieder normal!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: Bleibt gesund, samt euren lieben Menschen um euch herum und viel Erfolg mit dem Album!

Luca Opifanti | Gesang & Gitarre
André Zweifel | Gitarre
Matze Brendle | Bass
Sven Fischer | Schlagzeug
Henry Kasper | Akkordeon & Piano

Photos by Sandra Bertschinger

Das war mein Imterview mit André von Antiheld, welches ich persönlich sehr schön und informativ fand! Meine Review zum Album wird bald folgen! Stay tuned, Stay Safe and overall Stay Healthy!