Hämatom – “Berlin – Ein akustischer Tanz auf dem Vulkan”

Albumcover

Band: Hämatom
Album: Berlin
Genre: Neue Deutsche Härte
Label/Vertrieb:  Anti Alles / Believe
Release: 02.04.2021

Hämatom – keine andere „Neue Deutsche Härte“ Familie (Wir sind keine Band, Wir sind Familie) prägte die letzten Monate mehr. Mit ihren einzigartigen Streaming-Events zum „Wacken World Wide“, dem legendären Halloween Stream oder auch dem digitalen „Dämonentanz“ trugen die Jungs maßgeblich dazu bei, dass bei vielen „Freaks“ die Wohnzimmer zu privaten Konzerthallen wurden. Ich persönlich war bei jedem Stream dabei und immer bestens unterhalten. Danke dafür, Jungs!

Auch die EP #FCKCRN traf genau meinen Geschmack und ließ den Alltag ein wenig leichter erscheinen. Als im März die Meldung kam das ein neues Album veröffentlicht wird war die Freude natürlich riesig. Die maskierten Musiker zogen sich in die Principal Studios zurück, um gemeinsam mit Vincent Sorg (u.a. DIE TOTEN HOSEN und BROILERS), der auch schon den 2017er-Erfolg DIE BESTIE DER FREIHEIT produzierte, den Soundtrack für die 20er-Jahre unserer Zeit aufzunehmen: BERLIN – Ein akustischer Tanz auf dem Vulkan.  Am Karfreitag erscheint mit „Berlin“ das erste akustische Album von Hämatom. „Ost“ sagt in der Pressemeldung folgendes zum Album:

„Wenn es eine Zeit gab, in der wir mit HÄMATOM gerne auf den Bühnen gestanden hätten, dann genau damals“, erklärt OST das wohl spannendste Projekt, an das sich die Band je gewagt hat. „Und genau deshalb tragen wir dieses Projekt schon seit langer Zeit in unseren Köpfen herum. Nun, ca. 100 Jahre nach dem Beginn dieses exzessiven Geschichtsabschnittes, scheint für uns der perfekte Zeitpunkt gekommen zu sein, um uns endlich in dieses Abenteuer zu stürzen.“

„Berlin“ führt uns in die 1920er Jahre der Metropole Berlin und dessen Nachtleben. Zum ersten Mal haben die Jungs mit bekannten Bläser- und Streicherformationen zusammengearbeitet, damit der Sound authentischer wird. Ich bin gespannt auf diesen akustischen Tanz mit Hämatom.

Los geht es mit „Tanz auf dem Vulkan“ – der Song wurde mit Ankündigung des Albums samt Video veröffentlicht. Wir ziehen bei leichten Damen vorbei, ziehen uns ein paar Muntermacher rein und tanzen auf dem Vulkan. Wer hier nicht mitschunkelt…dem kann ich leider nicht helfen, denn es geht munter mit „Beweg dein`Arsch“ weiter. Spätestens diesem Aufruf von Nord ist folge zu leisten. Mit „Au Revoir“ nehmen uns Hämatom mit auf eine „treibende“ Reise durchs Lustleben in den 1920ern. Der Rhythmus ist natürlich wieder absolut ansteckend und absolut tanzbar – tut euch keinen Zwang an und stellt die Bude auf den Kopf. Jetzt werden nicht nur Freaks aus der Stadt an der Spree begeistert mitsingen, wenn es in „Berlin“ um unsere Hauptstadt geht, sondern der Rest aller Freaks auch. Der Refrain bohrt sich in den Kopf und richtet sich häuslich ein. Ebenso wie es damals „Jolene“ von „Dolly Parton“ bei jedem anhören tat, denn die Melodie von „Berlin“ werdet ihr kennen.

„Zwischen Gangstern und Ganoven“ ist ein langsamer Song, der mir persönlich absolut gefällt. Es ist hier nicht der typische 20er Sound, sondern eher moderner. Die Lyrics sind herrlich direkt, aber gefühlvoll – nach Art des Hauses eben, großartig. 1 – 2 – 3 jetzt geht’s wieder ab und ihr „Werft die Gläser an die Wand“, wenn wir alle wieder Party machen dürfen, wie wir das gewohnt sind. „Ein Herz und eine Kehle“ kommt mit „Feelgood-Sound“ aber düsterem Text – Spoiler gibt’s an dieser Stelle nicht.

„Du bringst mich um“ ist das emotionalste und leiseste Lied auf „Berlin“. Auch hier möchte ich euch keine Details verraten, schließt die Augen und lauscht Nord´s Stimme. Die Spaßgranate „Die Welt ist high“ lässt uns von anderen Zeiten träumen und den der Wunsch wächst mitzufliegen. „Nichts bleibt für immer“ ist schon der letzte Song auf „Berlin“ und lässt euch wohl das ein ums andere Mal zustimmend nicken. Doch die Hauptbotschaft ist: „Nichts bleibt für immer“.

Das Metal and Me Fazit:

Von Hämatom sind wir Musik mit Dampfhammer gewohnt, von und aus allen Himmelsrichtungen (ich grinse gerade über diesen textlich genialen Einfall :-D). Jetzt kommt mit „Berlin“ ein Akustik-Album, welches die 1920er zum Thema hat und bockt auf seine Art gewaltig. Sowas kann eigentlich nur von Hämatom mit Don Nordeone, Mario Südaletti, Carlo Westario und Al Ostapone kommen.

„Berlin“ macht tierisch Spaß, quasi von Minute eins an hat man fast durchgängig ein Grinsen im Gesicht und spürt, wie geil die Jungs darauf waren, ein Album in dieser Art zu produzieren. Die gefühlvollen Songs sind erste Sahne und beweisen einmal mehr, was Nord mit seiner Stimme abliefern kann. Süd, West und Ost machen ebenfalls Klasse Jobs. Ich fühle mich bei jedem Hördurchgang eine andere Zeit versetzt dank dieser großartigen Bandleistung. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt aber zurück. Ich hätte gerne noch zwei oder drei Songs mehr gehabt – vielleicht ja in einem weiteren Album.

Ich höre mir das Album nun nochmal an, freue mich auf das „leise Abendmahl“ und bin auf die Live-Versionen der Songs gespannt.

4 von 5 Pommesgabeln
4 von 5 Pommesgabeln

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Tracks “Berlin”:

01. Tanz auf dem Vulkan || 03:18 Minuten
02. Beweg dein`Arsch || 02:53 Minuten
03. Au Revoir || 03:11 Minuten
04. Berlin || 03:18 Minuten
05. Zwischen Gangstern und Ganoven || 03:19 Minuten
06. Werft die Gläser an die Wand || 02:51 Minuten
07. Ein Herz und eine Kehle || 03:28 Minuten
08. Du bringst mich um || 03:19 Minuten
09. Die Welt ist high || 03:21 Minuten
10. Nichts bleibt für immer || 03:06 Minuten

Thorsten „Nord“ Scharf | Gesang
Jacek „Ost“ Zyla | Gitarre
Peter „West“ Haag | Bassgitarre
Frank „Süd“ Jooss | Schlagzeug

Photos by Holger Fichtner & Patrick Schneiderwind – 360 Grad Design