Eisbrecher – “Liebe Macht Monster”

Albumcover

Band: Eisbrecher
Album: Liebe Macht Monster
Genre: Neue “Eisbrecherische” Härte (Rock/Metal und Elektro-Industrial-Pop)
Label: Sony Music
Release: 12.03.2021

Als ich im Oktober meine erste Review zu einer Platte von „Eisbrecher“ schrieb (Cover-Album Schicksalsmelodien), war schon bekannt, dass in 2021 ein neues Album mit brandneuen Songs erscheinen wird. Am 15.01.2021 kam dann das erste Brett mit „FAKK“ und lieferte eine Vorschau auf das, was da am 12.03.2021 auf die Fans aber auch auf Hater und Konsorten zukommen wird. Die einen freuts, die anderen werden kochen vor Wut. Drei Jahre nach dem Nr. 1 Album „Sturmfahrt“ wollen Alexx Wesselsky und Gitarrist, Produzent/Programmer Noel Pix sämtliche Stellschrauben ihres unverwechselbaren Sounds neu justieren und jedes noch so kleine Detail auf den Prüfstand stellen, um den Fans ein packendes und vielseitiges Werk zu präsentieren.

Wesselsky und Pix sagen über ihre Kreativitätsexplosion:

„Der erste wichtige Schritt lautete: Reset all“, erklärt Noel Pix. „Um nicht produktionstechnisch in der eigenen künstlerischen Dauerschleife festzuhängen, muss man mitunter Altbewährtes über Bord werfen. Daher sind bei uns alle sorgsam gesammelten Sounds der letzten Jahre im Papierkorb gelandet. Und auch wenn dies ein gelegentlich schmerzhafter Prozess war, am Ende hat er sich hörbar ausgezahlt. Auf einem leeren Blatt Papier schreibt es sich nun einmal am besten.“ Wesselsky fügt hinzu: „Wir haben einfach angefangen, dann sofort zügig weitergemacht, und erst aufgehört, als wir komplett fertig waren. Motto: Go with the flow“, erklärt er und blickt auf den Beginn einer Schaffensphase zurück, die organischer kaum sein konnte. „Für uns galt immer schon: Nur was einen selbst umhaut, kann auch andere wegpusten! Und so ging es einfach los… Bämm! Die ersten Schritte: Zigarette an, Hirn an, Herz an, Computer an, Telefon an, Tür auf, Zigarette an, Zigarette aus, Mikro an… nächster Song!“

Mit von der Partie beim Song „Dagegen“ ist Dero Goi von „Oomph“. Daneben sind auch Jürgen Plangger an der Gitarre, Rupert Keplinger am Bass und Achim Färber hinterm Schlagzeug am Start. Genug der Fakten, auf zu den Tatsachen! Die Vinyl, welche übrigens eine geile gelbe Farbe hat, liegt im Plattenspieler, der Hund hat einen Gehörschutz auf 😉 und die Nachbarn sind natürlich nicht informiert. Dieses Monster trifft sie unerwartet – VOLUME UP!

Für alle Fans geht nun der Traum in Erfüllung denn mit „Es lohnt sich nicht ein Mensch zu sein“ gibt’s die ersten brandneuen Töne von Alexx, Noel und den den anderen Bandmembern und ja, es lohnt sich ein Fan von Eisbrecher zu sein. Richtig ab geht’s bei „FAKK“, dem kurzen Intro folgen brettschwere Gitarren und ein Alexx, der rappt. Die Lyrics werden gnadenlos in die Gesichter sämtlicher Hater und anderem Pack geschmettert und sie schlagen ein wie der berühmte Dampfhammer von Bud Spencer. Zum Song gibt es auch ein Video in dem den oben genannten Hatern und Konsorten nicht nur verbal der Mittelfinger gezeigt wird. Weiter geht’s mit dem Track „Nein Danke“ der mit Tempo und Rhythmus nicht nur Headbangern gefallen wird. Auch der mit Effekten gespickte Breakdown im Mittelteil ist stark.

 „Im Guten Im Bösen“ wurde ebenso wie FAKK als Single ausgekoppelt und auch als Visualizer veröffentlicht. Das Video wurde in Berlin gedreht und der Song handelt von den guten sowie den bösen Seiten des Menschen, welche er im Leben unweigerlich nach außen trägt. Eine Abrechnung mit der Religion ist „Frommer Mann“. Schwerer Metal mit Elektro? Passt, ist herrlich hart und aggro! Eure Nacken sollten durch die bisherigen Lieder geölt sein, dann könnt ihr jetzt bei „Dagegen“ Gas geben und abgehen!

Der Titeltrack „Liebe Macht Monster“ startet mit Elektroklängen und bleibt mit seinem Refrain fest im Ohr. Die Interpretation des Textes überlasse ich euch! Bei „Systemsprenger“ rappt Alexx erneut. Der Song ist wunderbar abwechslungsreich in seinen Melodien und der Kombination verschiedener Genres. In dieser Zeit in der vieles einfach nach Schema F läuft wäre ein Systemsprenger top! Über persönliche Orientierung geht es in „Wer bin ich?“ und die Powerballade „Himmel“ zeigt eine weitere Facette der Bayern und bestätigt einmal mehr, dass sich die Jungs selbst überarbeitet haben und mit „Liebe Macht Monster“ andere, breitere Wege befahren. Der Song sorgte bei mir für Hühnerpelle, da der Text so herrlich emotional und aus dem Leben gegriffen ist.

„Kontrollverlust“ holt den Hörer aus seinen Gedanken und geht straight nach vorne. Auch hier werden sich viele beim Gedanken: „Ja, so geht’s mir auch“ erwischen und gepflegt mitsingen. Den Song stelle ich mir live absolut geil vor. Jungs, das mit dem Summer Breeze Open Air muss klappen dieses Jahr. Sonst droht der Kontrollverlust meinerseits. Auch bei „Leiserdrehen“ stimme ich absolut zu. Diesen täglichen Horrormeldungen (und damit meine ich nicht nur den Scheißer aus Fernost, der uns seit Monaten plagt) sind nicht mehr zu ertragen. Über „High Society“ und seine Interpretation dürft ihr euch wieder den Kopf zerbrechen 😉 aber ich denke der „goldene Löffel“ und der Teil mit „Papa kümmert sich“ sprechen für sich. Gevatter Tod ist Thema des finalen Songs „Es lebe der Tod“ und macht deutlich, wie gleich wir alle sind wenn wir unsere letzte Reise antreten, denn der Tod macht keine Unterschiede.

Das Metal and Me Fazit:

Album Nummer Acht mit vierzehn packenden Songs über Themen die uns alle betreffen, den einen mehr, den anderen weniger. Eisbrecher schaffen es erneut, Dinge auf den Punkt zu bringen und sie mit Druck und Härte oder auch mit leisen und emotionalen Tönen an- und auszusprechen. Auch spiegeln die Songs die derzeitige Stimmung vieler Menschen wider und können eine Hilfe sein, um den Fokus wiederzufinden.

Vielseitig und abwechslungsreich, von brachialem Geballer über Industrial-Metal mit Elektroelementen, sind die Tracks auf „Liebe Macht Monster“ allemal. Der SpaßFAKKtor kommt auch nicht zu kurz und somit ist dieses Album ein Pflichtkauf für Anhänger der „Neuen Deutschen Härte“. Eisbrecher-Fans muss man ja nicht zweimal sagen, dass es neues Material für die Ohren gibt.

4.5 von 5 Pommesgabeln
4.5 von 5 Pommesgabeln

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Tracks “Liebe Macht Monster”:

01. Es lohnt sich nicht ein Mensch zu sein || 04:14 Minuten
02. FAKK || 04:09 Minuten
03. Nein Danke || 03:42 Minuten
04. Im Guten Im Bösen || 04:56 Minuten
05. Frommer Mann || 03:08 Minuten
06. Dagegen (feat. Dero Goi) || 04:06 Minuten
07. Liebe Macht Monster || 04:12 Minuten
08. Systemsprenger || 03:45 Minuten
09. Wer bin ich? || 04:13 Minuten
10. Himmel || 04:13 Minuten
11. Kontrollverlust || 03:41 Minuten
12. Leiserdrehen || 03:36 Minuten
13. High Society || 03:53 Minuten
14. Es lebe der Tod || 04:25 Minuten

Bandphoto

Alexx Wesselsky | Vocals
Noel Pix | Gitarrist, Produzent/Programmer
Jürgen Plangger | Gitarre
Rupert Keplinger | Bass
Achim Färber | Schlagzeug

Photos © Holger Fichtner / 360 Grad Design