„Septagon im Interview“

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Septagon veröffentlichen am 26.03.2021 ihr drittes Studioalbum „We Only Die Once“. Die Thrash/Speedmetal Kapelle präsentieren auf dem neuen Album eine Mischung aus Thrash, „in-your-face“ und Speed Metal, Mid-tempo- und atmosphärischen Songs. Markus „Ulle“ Ullrich nahm sich Zeit um meine Fragen zum Album und anderen Themen zu beantworten.

Ulle – Septagon

Metal and Me

Hallo Markus, oder darf ich Ulle sagen?

Selbstverständlich.

Mein Name ist Tobi. Danke, dass du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir nimmst. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen, um anderen Rollifahrern zu berichten, wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet ist und zum anderen, wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum Album “We Only Die Once“.

Seid ihr alle fit? Wie geht’s euch, so im Frühjahr 2021?

Natürlich geht es uns wie allen und mittlerweile zehrt die Situation wohl an jedem einzelnen, aber zumindest sind wir noch alle gesund und harren wie so viele eben der Dinge die kommen.

„Demon Divine“ war der erste Track, den ich von neuen euch gehört habe und der machte mich schon gierig nach mehr. Wie kam er zustande? Ich muss bei Dämonen immer an die Serie Supernatural denken.

Das war der erste Song, den ich zum neuen Album geschrieben hatte und eigentlich war das Stück auch von Anfang an als Opener geplant. Ob es nun die erste Single werden sollte war bis zum Schluss nicht so ganz klar, aber wir haben uns dann doch dafür entschieden. Ich denke er vermittelt einen ganz guten Überblick, was einen erwartet. Rein textlich ist es einer der wenigen Songs, bei dem Markus dann mal kein reelles Thema aufgegriffen, sondern wohl tatsächlich ein bisschen seine Fantasie hat spielen lassen.

Singlecover „Demon Divine“

Wie lange habt ihr am neuen Album geschrieben und wie lange dauerte es, bis es vollendet war, quasi verkaufsfertig.

Die ersten Songs entstanden unmittelbar nach dem letzten Album und ich würde sagen, dass rein musikalisch bereits Anfang 2019 alles geschrieben war. Es gab dann noch die eine oder andere Änderung im Arrangement und wir hatten ja mit Daniel auch noch einen Neuzugang an den Drums. Zwischenzeitlich waren wir eben ein paar Monate ohne Drummer, was alles ein wenig verzögert hat. Gesangslinien und Texte kamen immer so sporadisch dazu und mit den Aufnahmen haben wir letztes Jahr im August begonnen. Der finale Mix fand dann so ab Oktober statt.

Das Cover ist ja nur mal geil. Hatte Markus Vesper die Idee oder gabs ein Brainstorming in der Band und er setzte es um?

Tatsächlich war das das erste Mal in meiner Laufbahn, dass die Grundidee zum Cover von mir kam. Ein wenig Brainstorming gab es dann natürlich dennoch und Markus Vesper hat das ziemlich genau so umgesetzt, wie es ursprgl. geplant war. Natürlich lassen wir ihm da aber prinzipiell auch ordentlich Freiheiten und gehen nicht pingelig auf jedes Detail ein. Freut mich aber, dass es dir gefällt. Wir mögen es auch total und vor allem das Vinyl sieht klasse aus.

Albumcover

„Decision Day“, „Strange Times“ und „We Only Die Once“ sind neben „Demon Divine“ meine persönlichen Favoriten auf der Platte. Erzählst du mir und den Lesern ein bisschen was über die Songs?

Bei „Decision Day“ stammt die Musik von unserem anderen Gitarristen Stef und das ist wohl eines der softeren Stücke, welches dann härtetechnisch nicht unbedingt in Speed/Thrash-Bereiche vorstößt. Text und Gesangslinie entstanden wirklich erst kurz vor den Aufnahmen und es wurde dann auch fast etwas hymnisch. „We Only Die Once“ kommt prinzipiell mit der Aussage „schau nach vorne und vergiss den ganzen Mist“ um die Ecke und tendiert musikalisch eher in Richtung Midtempo-Thrash, hat aber einen fast schon punkigen Refrain.

„Strange Times“ schlägt irgendwie völlig aus dem Rahmen und klingt ziemlich eigen. Ich glaube kaum, dass es in unserem Bereich viele Songs gibt, die unverzerrte, aber dennoch recht harte Strophen haben und eben Effekte in der Art verwenden. Für mich war das von Anfang an eine kleine Widmung an Voivod zu „Dimension Hatröss“-Zeiten, zumindest was eben die Gitarren angeht. Markus kam dann auf die Idee, den Gesang in den Strophen auch etwas zu verfremden und der Chorus ist dann aber super-hittig. Der Mittelteil mit dem cleanen Gitarrengeschrammel trägt fast schon post-rockige Züge. Definitiv ein kleiner Fave von mir. Hoffen wir mal, dass andere das auch so sehen 😀

Wie viele persönliche Erlebnisse stecken in den Songs des aktuellen Albums?

Markus verarbeitet in seinen Texten ja eigentlich immer aktuelle Begebenheiten, oder ganz einfach Dinge, die ihn eben beschäftigen. Gerade das erwähnte „Strange Times“ ist ja denke ich auch ganz easy als kleines Statement zur momentanen Krise zu sehen.

Ich weiß, viele Musiker könnnen auf diese Frage nicht antworten. Ich frage trotzdem: Welches der neuen Lieder ist dein Favorit?

So auch hier 😀
Ich denke wir haben insgesamt ein sehr schlüssiges und variables Album gemacht, daher ist das unmöglich zu sagen. Momentan würde ich als Faves „Ekke Nekkepenn“, „How to Kill the Boogeyman” und “Gardens of Madness” nennen, aber das kann morgen auch wieder anders aussehen.

Wie wichtig ist es euch, besonders während der Pandemie, über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Extrem wichtig, es ist ja prinzipiell eh das einzige Tor zur Außenwelt, also muss man schlicht tun was man kann, ohne die Leute aber andauernd mit jedem Mist zu bombardieren.

Wie sehr hat es euch die Pandemie eingeschränkt bei der Arbeit am Album und allem was dazugehört?

Fast gar nicht. Wir mussten 1-2 Proben verschieben, um die letzten Feinheiten vor den Aufnahmen geregelt zu kriegen, aber ansonsten lief das ziemlich gut. Die Drumaufnahmen fanden zwischen den Lockdowns statt, Gitarren und Bass nehmen wir sowieso immer in meinem Homestudio auf und die Gesangsaufnahmen konnte Markus auch wieder bequem bei sich erledigen.

Eine Tour ist ja derzeit nicht möglich. Habt ihr trotzdem schon Auftritte geplant bzw. darüber sinniert, wie man Konzerte bei Lockerungen möglich machen könnte?

Irgendwie hilft da alles Planen ja eh nichts. Einige Auftritte wurden in dieses Jahr verschoben und ich gehe davon aus, dass 50% eh dann nicht einmal 2021 stattfinden werden.

Habt ihr vielleicht ein Stream-Konzert, eventuell eine virtuelle Releaseparty, in naher Zukunft vor, oder möchtet ihr ausschließlich vor Publikum auftreten.

Um ehrlich zu sein halte ich davon gar nix. Vielleicht brauchen das einige Bands, um ein wenig Geld in die Kassen zu spielen und das ist für mich dann auch legitim. Ich habe mir auch ein paar Sachen am Bildschirm angeschaut und gerne dafür bezahlt, aber das ist für mich trotzdem weder Fisch noch Fleisch.

Welche Bands hörst du gerne in deiner Freizeit?

Ich höre von 80er-Pop über Prog, Jazz bis hin zu brutalem Death Metal vieles gerne, daher ist das nicht so einfach zu beantworten. Die Klassiker wie Rush, King Crimson oder Yes, aber eben auch Thrashkram wie Exodus, Forbidden, Heathen und natürlich auch neuere Geschichten. Lediglich die Bands, die nun mit aller Gewalt auf 80er machen geben mir meist nix, da höre ich dann lieber die Originale und mag von den „neuen“ Bands auch eher Sachen wie Gojira lieber, die eben auch über den Tellerrand gucken anstatt immer nur 10 mal gekautes Essen wieder aufzuwärmen.

Wenn du jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?

Ernsthaft, momentan wäre mir das fast egal, solange es handgemacht ist. Ich bin nun wirklich kein Fan von Coverbands, aber sogar das würde ich mir jetzt geben.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys? Fußball? Zocken?

Tatsächlich ist Musik auch ein riesiger Teil meiner Freizeit. Wenn ich nicht gerade welche schreibe, höre ich eigentlich ständig irgendwas. Ich bin tatsächlich weder Zocker noch Fußballfan, dafür verschlinge ich aber unzählige Serien und Filme und lese extrem viel. Dann mal noch mit dem Hund raus und der Tag ist auch schon rum.

Zum Schluss ein paar Sätze von dir an die Metalheads da draußen 🙂

Haltet durch!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: bleibt gesund und habt viel Erfolg mit dem Album und allem was danach kommt. Viele Grüße an den Rest der Band!

Ich bedanke mich und richte die Grüße gerne aus 🙂
Ulle

Bandphoto by Sonja Ullrich

Das sind Septagon:
Markus Becker | Vocals
Markus Ullrich | Guitars
Stef Binnig-Gollub | Guitars
Alexander Palma | Bass
Daniel Buld | Drums

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim lesen des Interview mit Markus „Ulle“ Ullrich von Septagon. Natürlich werdet ihr die Review zu „We Only Die Once“ demnächst auch bei mir lesen können. Bis dahin bleibt gesund und munter!

Beste Grüße
Tobi