“Wizard im Interview”

Am 19.02.21 erscheint das Album “Metal in my Head” von der Metal-Institution aus Deutschland -> “Wizard”. Ich durfte ein Interview mit Snoppi führen, welches ich euch heute präsentieren möchte.

Snoppi

Metal and Me

Bandlogo

Hallo Wizard. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen von mir nehmt. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen, um anderen Rollifahrern zu berichten, wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet ist und zum anderen, wie man am besten vorgeht um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum Album “Metal in my Head“.

Seid ihr alle fit? Wie geht’s euch, so am Anfang von 2021?

Jo, alles ok hier. So langsam fühlt man sich zwar wie ne Mastsau weil man kaum raus kommt, aber ansonsten alles fit.

„Metal in my Head?“ war der erste Track, den ich vom neuen Album gehört habe und der machte mich schon gierig nach mehr. Wie kam er zustande? Es gibt manche Lieder die spontan im Kopf „aufploppen“, ist das solch ein Song?

Das Fragezeichen muss weg, es ist ja eine Feststellung, absolut keine Frage! Wo kommen wir denn da hin, hehehe? Ob das so ein Plopp-Song ist, kann ich dir nicht sagen, das muss jeder für sich entscheiden. Aber es ist halt ein simpler Song mit sehr viel Energie und absoluter Leidenschaft gespielt. Ich finde ihn sogar ein klein bisschen punkig. Halt einfach auf die Fresse. Wie sich das für Metal gehört. Prima, dass er dir gefällt! Mir auch!

Wie lange habt ihr am neuen Album geschrieben und wie lange dauerte es, bis es vollendet war, quasi verkaufsfertig.

Püüüh, ich würde mal sagen so ein Jahr für Komponieren bzw. Arrangieren. Wir sind ja nicht die schnellsten. Aber Studio und produzieren usw. dauert auch seine Zeit. Ich würde mal grob sagen, dass wir in der Corona Krise 2020 so wirklich richtig angefangen haben und es hat bis ca. November gedauert. Damit ist die Arbeit natürlich nicht vorbei. Wir müssen das Web ja auch noch „schön“ machen, sprich Facebook, Spotify, Youtube und wie sie alle heißen. Die regeln sich ja leider nicht von alleine. Und, naja, Interviews geben, ne? 😉

Das Cover ist ja nur mal geil. Das würde ich mir sofort tätowieren lassen. Wie war eure Reaktion als ihr es zum ersten Mal in finaler Form gesehen habt.

Das freut mich! Weil wir uns am Anfang doch etwas schwer getan haben mit dem Motiv. Wir wollten erst so einen Schädel, durch den eine Schallplatte fliegt. Aber das war schwer umsetzbar. Dann hatten wir die Idee, so einen Metalraum zu machen wo ein Metalhead drin liegt mit Poster, Alk, Weiber, Platten usw. Aber das hätte zu sehr nach Steelpreacher oder Tankard ausgesehen. Dann kam Sven mit einer alten Tatoo-Idee seines Nachbarn um die Ecke. Die fanden wir ganz gut. Bis es dann zur jetzigen Ausführung kam, war es aber noch ein etwas längerer Weg. Wir haben uns oft mit dem Künstler Jens Reinhold (zenz-art) ausgetauscht.

Das Cover war also nicht „auf einmal da“ und wir mussten nur „Top“ oder „Flop“ sagen, sondern es war ein längerer Arbeitsprozess. Letztendlich passt es zum Album und sieht gut aus. Tattoo ist ne gute Idee 🙂 Als T-shirt-Motiv kommt es auch geil!

Bandphoto by Jochen van Eden

„Metal Feast“, „Victory“ und „Destiny“ sind momentan meine persönlichen Favoriten auf der Platte. Erzählt ihr mir und den Lesern ein bisschen was über die Songs?

Metal Feast hat Sven relativ schnell komponiert, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ich war in der Vorproduktionsphase eigentlich nicht so gaaaanz angetan von dem Song, aber nachdem wir ihn aufgenommen haben, knallt er doch ziemlich geil, also alles gut! Victory ist ein bisschen daraus entstanden, dass Sven eine Idee hatte, das aber irgendwie nicht so richtig rockte. Dann habe ich den schnellen Doublebass Part vorgeschlagen im Half-Beat. Dadurch sind bei Sven wohl einige Synapsen im Gehirn geschmolzen und raus kam dann Victory.

Für mich auch einer meiner Faves auf dem Album. Schöner Refrain und geile Doublebass. Destiny haben wir im Studio nachträglich noch gekürzt, der war eigentlich länger und zog sich dadurch etwas. Jetzt ist er „rund“. Das war einer der Ideen, die unser Produzent Martin Buchwalter hatte. Und es war eine gute. Ich finde, es ist ein würdiger Ausklang für das Album.

Wie viele persönliche Erlebnisse stecken in den Songs des aktuellen Albums?

Naja, unser ganzes Metal-Leben, ne? Manche Songs hat Sven mit dem Feeling des Lockdown geschrieben, was ihm so ziemlich an die Nieren (und mittlerweile auch an die Leber) gegangen ist. Dann haben wir in 30 Years of Metal natürlich auch auf unsere Bandgeschichte bzw. unser Leben als Metalhead zurückgeblickt. Und Metal in my Head ist halt über den Metal an sich. Der Rest ist cliche- und fantasy mäßig. Wie man das von Wizard gewohnt ist. Keine Überraschungen.

Gibt’s denn Anekdoten aus der, extrem seltsamen, Zeit in der „Metal in my Head“ entstanden ist?

Sven hat 2 Wochen vor dem Studio-Termin aufgehört zu rauchen, bzw. auf E-Zigarette umgesattelt. Am ersten Studio-Tag lief dann gar nix.  Aus Frust hat er dann Abends wieder ne normale Packung Zichten gekauft, sich ein paar Jacky reingeschraubt und siehe da: am nächsten Tag lief es wieder wie geschmiert, hahaha. Manchmal macht er mir Angst…

 Welches der neuen Lieder ist euer Favorit?

Also EINEN Song zu nennen ist wirklich schwer. Eine schwache Nummer gibt es für mich  nicht (jetzt ehrlich, die sind alle geil). Also du hättest auch fragen können: Welchen Song findest du denn am beschissesten? Da hätte ich auch nix zu sagen können, hahaha.

Wie war die Zusammenarbeit mit Gustavo Acosta (FEANOR)?

Ach, Sven ist ja mit ihm in der argentinischen Band Feanor. Er war auch schon ein paar mal bei uns in Deutschland, von daher kennen wir uns ganz gut. Wir wollten unbedingt einen schönen Song für unseren plötzlich verstorbenen Metalbrother Martjo Brongers (Vortex, Steel shock) machen. Und da wir keinen Keyboarder haben, hat sich Gustavo angeboten, auf dem Klavier was zu klimpern. Sven hat das dann alles arrangiert und raus gekommen ist der Hammer-Song Whirlewolf. Er hat für uns eine ganz besondere Bedeutung und ist uns wichtig.

Wie wichtig ist es euch, besonders während der Pandemie, über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Ja, auch wir alten Säcke tummeln uns auf Facebook. Ist ja auch ganz spaßig manchmal. Uns kann jeder anschreiben und wir freuen uns auf jede Reaktion, die wir dort kriegen. Irgendwie muss man die Sippschaft ja zusammenhalten, wa? Wenn einer unsere Seite noch nicht abonniert hat ist er herzlich eingeladen: facebook.com/wizardmetal

Wie sehr hat es euch die Pandemie eingeschränkt bei der Arbeit am Album und allem was dazugehört?

Eigentlich gar nicht, genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn Corona nicht gewesen wäre, hätten wir jetzt kein Album. Wir hätten ja für live proben müssen, Konzert geben usw. usw. Da bleibt nicht sooo viel Zeit für ein neues Album. Von daher können wir auch positive Aspekte aus der Krise ziehen. Ist alles gut gelaufen. Konzerte machen wir dann hoffentlich ab diesem Jahr wieder, und dann mit neuem Album im Gepäck. Ist doch Spitze!

Eine Tour ist ja derzeit nicht möglich. Habt ihr trotzdem schon Auftritte geplant bzw. darüber sinniert, wie man Konzerte bei Lockerungen möglich machen könnte?

Ja, die meisten Konzerte sind ja nicht abgesagt sondern „nur“ verschoben. Hoffentlich geht es ab Sommer wieder los, sonst werden wir noch alle bekloppt. Ich hoffe, dass auf jeden Fall die Tour im Herbst mit Stormwarrior und Steel Shock klappt. Muss einfach! Muss!

Habt ihr vielleicht ein Stream-Konzert, eventuell eine virtuelle Releaseparty, in naher Zukunft vor, oder möchtet ihr ausschließlich vor Publikum auftreten.

Nee, ich glaube, das kommt bei uns nicht so gut. Wir leben ja vom Publikum. Und das Publikum von uns. Und vom Bier. Und von der Lautstärke. Und der Energie und dem Schweiß und dem Mitgrölen. Und den anderen Metalheads. Und und und. Wie soll man das übern Fernseher oder übers Handy hinkriegen? Das wäre ja noch schlimmer als Hitparade früher, hahaha.

Welche Bands hört ihr gerne in eurer Freizeit?

Snoppi: Also ich höre gerade Slayer, ganz oldschool. Aber auch Iced Earth oder Five Finger Death Punch, Avenged Sevenfold, Virgin Steele, Takida, U.D.O., Axel Rudi Pell und und und.

Wenn ihr jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?

Also ich habe noch Karten für Maiden dieses Jahr. Bin zwar lange nicht mehr der Maiden Fan, der ich in jungen Jahren mal war, aber ich habe sie noch nie live gesehen und wollte das (auch meiner Frau zum Gefallen) mal einmal machen. Dann ist auch gut gewesen, denke ich. Och, und dann mal gucken, was so kommt, ich lass mich überraschen. 

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys? Fußball? Zocken?

Ich hab ja schon trommeln als Hobby. Außerdem lese ich gerne (meist Fantasy) und mach auch regelmäßig Sport. Sonst schaff ich das Trommeln nicht und verfette, hahaha. 

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die Metalheads da draußen 🙂

Wir sind absolut heiß auf die neue Scheibe! Ich hoffe, ihr seid es genauso! Wenn ihr Wizard noch nicht kennt, hört doch mal rein! Und supported uns auf Facebook und Konsorten. Ach ja, vorbestellen könnt ihr gerne u.a. bei Amazon. Ihr würdet uns echt unterstützen. Bis zum 19.02.2021 und später dann in der ein oder anderen Konzerthalle! Bis dahin haben wir absolut nur METAL IN OUR HEADS!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: habt ein erfolgreiches 2021 und bleibt gesund. Viel Erfolg mit dem Album und allem was danach kommt.

Dir auch vielen Dank für die Anfrage und dein Interesse an uns! Alles im Sinne des Metals!

Albumcover