“Daily Insanity Im Interview”

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Daily Insanity ist eine drei Mann starke Metal-Band, die 2015 in Berlin gegründet wurde. Mit einflüssen aus Punk, Thrash und traditioneller Heavy Metal-Musik beeindruckten sie mich zuletzt mit ihrer Single “The Reckoning”. Daher wollte ich mehr über die Band erfahren und schickte ihnen ein paar Interviewfragen, welche ihr im folgenden lesen könnt – Viel Spaß!

Das Interview hat DAILY INSANITY Bandchef und Mastermind Gene beantwortet.

Metal and Me

Gene von Daily Insanity

Hallo Jungs. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen von mir nehmt. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an euch u.a. zum Song „The Reckoning“.

Als erste Frage jedoch: Wie geht’s euch derzeit?

Vielen Dank für das Interview und danke der Nachfrage, gesundheitlich geht‘s uns gut, als Band aufgrund der aktuellen Lage eher bescheiden.

Wie würdet ihr euch beschreiben, wolltet ihr einem „Unwissenden“ von Daily Insanity erzählen.

Musik die aus dem Bauch heraus kommt. Wir möchten uns da nicht unbedingt in irgendeine Schublade stecken lassen. Wir lassen bei unseren Songs viele Einflüsse zu. Ich würde so im Groben sagen, wir machen ein bisschen Thrash mit einer Prise Heavy Metal und lassen uns dabei immer irgendwo eine musikalische Tür offen.

„The Reckoning“ war der erster Song den ich von euch gehört habe und der gefiel mir sehr. Könnt ihr meinen Lesern etwas über das Lied erzählen?

In diesem Song spricht eine fiktive Figur, die als Metapher für den Inhalt des Songs steht. Es geht um alle Ausreden, die Menschen im Laufe der Jahrhunderte angehäuft haben, um menschenverachtende Handlungen zu rechtfertigen. Dieses Verhalten gab es, gibt es und wird es wahrscheinlich immer geben. Die Figur verkörpert die Normalität des Bösen und eine Selbstverständlichkeit der Zerstörung, die auch eine Selbstzerstörung billigend in Kauf nimmt.

Dürfen wir in naher Zukunft eine weitere Auskopplung aus eurem kommenden Album „Chronicles of War“ genießen?

Ja, schon sehr bald. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr. 🙂

Was dürfen wir von euch im Hinblick auf euer neues Album erwarten? Gibt es schon ein festes Datum?
Was unterscheidet das neue Album von eurer Debütscheibe?

„Chronicles Of War“ wird am 10.09.2021 erscheinen und wird ein loses Konzeptalbum ein.
Es wird auf jeden Fall düsterer und „heavier“ als die Scheibe davor. „The Reckoning“ ist die Ruhe vor dem Sturm!

Der tägliche Irrsinn ist ja allgegenwärtig und gerade ist er das ganz besonders. Wie kam euer Bandname zustande?

Ja, wie du schon sagst – der tägliche Wahnsinn ist allgegenwärtig. Dazu kommt noch, dass wir in Berlin leben und man da auch viele schräge Situationen erlebt. Das war für uns schon immer irgendwie ein Thema. Von daher war der Bandname relativ schnell gefunden. Und textlich beschäftigt sich die Band auch immer wieder mit ganz „speziellen irrsinnigen“ Themen.

Gibt’s denn Anekdoten aus der Zeit, in der „The Reckoning“ entstanden ist?

Anekdote eher nicht, aber für mich persönlich gibt es da eine sehr bemerkenswerte Sache.  Wir wussten im Vorfeld natürlich wo die Reise bei diesem Song hingeht. Das bedeutete, dass Hans, unser Sänger, diesmal klar singen sollte. Als der Song dann fertig aufgenommen war, fehlte nur noch der Gesang, den wir vorher nicht wirklich richtig geprobt hatten. Sprich: der Hans kam zu mir, um den Song einzusingen und keiner wusste bis zu diesem Zeitpunkt wie sich das anhört. Als er dann anfing zu singen, habe ich eine echte Gänsehaut bekommen und war am Ende auch völlig stolz und begeistert vom Endergebnis, das ja nun auch jeder genießen kann.

Welche Künstler inspirieren euch am meisten bei der Arbeit an euren Songs?

Ich denke dass es keine direkten Einflüsse gibt, sondern alles indirekt geschieht, da wir selber ja auch Musikfans sind und dementsprechend viele Bands hören.

Wie hatte ein guter Freund von uns gesagt, als er uns vor einigen Jahren das erst Mal hörte: „Thats fucking german old school thrash metal!“

Ja natürlich beeinflusst uns der Thrash Metal der 80er/90er Jahre eben doch schon mehr als die neuen Sachen. Wir sind halt damit aufgewachsen.

Wie wichtig ist es euch während dieser Zeit über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Social Media ist für uns generell (nicht nur während dieser Pandemie) ein sehr wichtiges Thema, da man darüber gleich ein direktes Feedback hat. Wir legen darauf ein besonderes Augenmerk und ich denke, dass wir da dementsprechend relativ gut aufgestellt sind. Wo kann man heutzutage mehr Informationen von sich selbst verbreiten, als auf diesen Plattformen. Von daher wäre man schön blöd, wenn man das nicht exzessiv nutzt.

Wie sehr hat es euch die Pandemie eingeschränkt bei der Arbeit am letzten Song und dem kompletten Album?

Zum Glück waren die Songs (außer eben „The Reckoning“) schon vor dem ganzen Chaos fertig, so dass wir „nur“ mit dem Vocal Recording, Mixen und Mastern zu tun hatten. Da mussten wir dann natürlich schauen, dass wir das im Rahmen der Möglichkeiten und aktuellen Vorschriften erledigen konnten. Man muss da eben immer einen Weg finden. 😉

Eine Tour ist ja derzeit nicht möglich. Tourdaten wurden aber bekanntgegeben, glaubt ihr, die Termine halten zu können?

Unser Booker arbeitet unter Hochdruck an mehreren Möglichkeiten, wie die Shows stattfinden können. Unser Tour Start in Polen musste bereits auf 2022 verlegt werden. Aber wir geben da die Hoffnung nicht auf und beobachten ständig die Lage.

Die Shows in 2021 sollten ja nur den Anfang unserer Chronicles Of War Tour darstellen. Wir planen sehr weit im Voraus. Unsere Planungen reichen aktuell bis ins Jahr 2023. Mal sehen was bis dahin umgesetzt werden kann.

Gibt es Pläne für einen Livestream falls die Tourdaten nicht gehalten werden können?

Wir sind in der Hinsicht ständig am Überlegen, was man machen kann. Wir haben am Anfang der Pandemie bereits einen relativ spontanen Live Stream „gespielt“ und waren damit auch einer der ersten Bands, die sowas gemacht haben, daher sind wir uns da aktuell noch nicht ganz sicher. Wir wollen halt auch nicht immer das Gleiche machen und vor allem nicht das, was jetzt alle machen. Mittlerweile findet ja an so gut wie jedem Wochenende ein Live Stream irgendeiner Band statt. Falls wir so etwas nochmal machen, wollen wir auch nicht dass die Fans dafür bezahlen müssen. Wir sehen sowas eher als Werbeplattform um CD und Merch Verkäufe anzutreiben und neue Fans zu gewinnen. Das will gut durchdacht sein.

Welche Bands hört ihr gerne in eurer Freizeit?

Da gibt es eigentlich nichts Konkretes. Wir hören alles querbeet. Jeder von uns hat da natürlich seine eigenen Favoriten. Im Groben kann man da sagen das der Fokus auf dem klassischen Heavy Metal und Thrash Metal liegt.

Wenn ihr jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?

Ich denke da könnte sich die gesamte Band auf Kreator einigen.

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys? Fussball? Zocken?

Außer dass man etwas Sport treibt oder auch gerne mal was Gutes kocht oder ein Buch liest, gibt es da keine anderen großen Hobbys. Unsere Beschäftigung Nr.1 ist schon die Band, die da auch entsprechend Zeit in Anspruch nimmt. Dann hat auch jeder von uns Familie und die will ja auch nicht vernachlässigt werden.

Was viele vergessen oder sich nicht vorstellen können, ist, dass bevor ein Song hörbar ist, sprich aufgenommen ist, eine Menge Zeit draufgeht. Songs schreiben, dran arbeiten – proben bis hin zum Recording und Mix. Und so vergeht die Zeit sehr schnell. 😉

Wie habt ihr die Feiertage in 2020 verbracht?

Ordnungsgemäß jeder im Kreise seiner Familie. Die Bewegungsfreiheit war und ist ja leider eingeschränkt.

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die Metalheads da draußen.

Lasst euch nicht ärgern, die Zeit wird wiederkommen in der wir wieder auf Konzerte gehen können – stay heavy!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: habt schöne Feiertage, ein erfolgreiches 2021 und bleibt stabil. Viel Erfolg mit dem Album!

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