“Storm Seeker im Interview”

Albumcover

Arrrrrr…..hey ihr Landratten! In ein paar Tagen, genauer am 29.01.2021, erscheint “Guns don´t Cry” von Storm Seeker. Ein Freudentag für alle, die sich im Genre des “Pirate Folk Metal” wohl fühlen 🙂 Natürlich habe ich auch ein Review für euch, das kommt allerdings erst in ein paar Tagen. In der Zwischenzeit durfte ich ein Interview, per Mail, mit Sandy führen. Viel Spaß beim lesen.

Storm Seeker

Metal and Me

Hallo ihr Sandy. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr du dir die Zeit für ein paar Fragen von mir genommen hast. Ich betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht, um Tickets zu bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich auch den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an dich u.a. zum Album „Guns Don’t Cry“

Als erste Frage jedoch: Wie geht’s euch derzeit?

Die Zeiten sind nicht schön für Musiker und uns fehlen die Auftritte und das gemeinsame Musizieren extrem. Aber es hilft ja nichts und so konzentrieren wir uns auf das, was uns auch in diesen Zeiten bleibt und uns glücklich macht. Wir haben online Sessions und sind ganz mit unserem anstehenden Release beschäftigt, das tut sehr gut!

„Guns Don’t Cry?“ war mein erster Track, den ich von euch gehört habe und der führte zu mächtig Durst nach Rum. Was fasziniert euch an dem Zeitalter der Seeräuber?

Zum einen assoziieren wir uns mit den Gefühlen, die mit dieser romantisierten Seeräuberei einhergehen, das rebellische, die Freiheit. Zum anderen ist es ein weites Themenfeld und geht weit über Rum und Kanonen hinaus. Seefahrer können auf ihren Reisen alles Mögliche sehen und erleben und wir stellen uns gern die lustigen oder auch dramatischen Geschichten vor, die sich da so ereignen könnten.

Die neuen Songs machen mächtig Spaß. Wie lange habt ihr an ihnen geschrieben und wie lange dauerte es, bis sie saßen.

Es ist schwer, einen konkreten Songwriting Zeitraum zu benennen. Manche der Songs stehen schon recht lange und manche sind kurz vor Produktionsbeginn entstanden. Wenn erstmal eine gute Idee da ist, entwickelt sich daraus meist aber recht schnell der gesamte Song.

Dank Corona haben wir die Songs nicht zusammen geübt, ich kann da also gar nicht überblicken, wie es bei meinen Kollegen lief. Ich habe mich für die Studioaufnahmen schon ein paar Wochen intensiv vorbereitet, dann saß aber auch alles.

Möchtet ihr auch Mal ein Album mit klassischen Shantys machen? (Ich bin Assassin’s Creed Black Flag geschädigt :-D)

Wir haben ja kürzlich ganz spontan eine eigene Version vom „Wellerman“ Shanty veröffentlicht. Wir haben da mal wieder gemerkt, dass uns auch die Akustiknummern extrem viel Spaß machen und ich denke, dass da auch noch der ein oder andere Shanty folgen könnte.

Bandphoto

Einige Gastmusiker sind auf eurem neuen Album vertreten, wie spaßig war eure Zusammenarbeit und wie viel Bier und Rum mussten daran glauben.

Auch da lief dank der aktuellen Situation alles ein wenig anders. Wir hätten unsere Kollegen so gern persönlich eingeladen und uns auf ein paar Bier zusammengesetzt, aber das war einfach nicht möglich.

Unsere Gäste haben uns ihre Parts ganz Corona konform online zukommen lassen, das hat aber die Aufregung und Begeisterung unsererseits nicht geschmälert. Zu hören, was sie aus den Songparts gemacht haben, war für mich in der Albumentstehung ein ganz besonderer Moment.

„Compass“, „Guns Don’t Cry“ und „Shoot This Ship Down“ sind momentan meine persönlichen Favoriten auf der Scheibe. Erzählt ihr mir und den Lesern ein bisschen was über die Songs?

„Compass“ ist der ruhigste Song der Platte und handelt von der Suche nach dem Kurs, nach Zielen und Orientierung, etwas, was sicher jeder auf die ein oder andere Art kennt. Dieses Bild passte einfach fantastisch zur Seemannsthematik und unserer Instrumentierung.

„Guns don’t Cry“ ist einer der lustigeren Songs, der von der unerwiderten Liebe eines Seemannes handelt, der am Ende dann lieber seine „Gun“ liebt, weil diese ihn nicht enttäuscht. Müsste ich den Song musikalisch beschreiben, würde ich sagen: Ballert!

„Shoot this ship down“ gibt es von diesen drei Songs schon am längsten. Eine epische Seeschlacht, die entsprechend auch ein paar virtuose Soli und gut Tempo hat. Einer meiner Favoriten des Albums.

Wie sehr sind persönliche Erlebnisse/Erfahrungen in eure Lieder geflossen?

Ich erwähnte eben schon die Geschichte von „Compass“, wo man das vielleicht am direktesten sehen kann. Es gibt Gefühle, die uns umtreiben und wenn es passt, wird es zu einem Song. Manchmal vielleicht etwas indirekter, auch gute Laune oder Lust am herumwitzeln können Songideen werden.

 Welches der neuen Lieder ist euer Favorit?

Schwierig, ich rechne damit, dass wir gar nicht alle denselben Favoriten haben. Ich denke, dass mein Favorit Sextant oder Shoot this ship down wäre. Ist aber eine ganz schwere Entscheidung. Bei Ughar war’s, soweit ich weiß, Naval Hitchhike.

Welche Dinge aus der nautischen Welt inspirieren euch am meisten bei der Arbeit an euren Songs?

Das ist glaube ich total phasenabhängig. Manchmal widmen wir uns den klassischen Bildern, die man im Kopf hat, wenn man an diese Welt denkt. Seeschlachten, Rum und so weiter. Aber oft reizen uns auch die kleinen absurden Gedankenspiele. Wie sieht das aus, wenn ein Seemann per Anhalter fährt?
Was ist denn das perfekte Haustier für einen Piraten? Und darum spinnen wir dann eine Geschichte.

Wie wichtig ist es euch während dieser Zeit der Pandemie über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben und zu erfahren, wie so die Stimmung ist.

Das ist momentan extrem wichtig. Wir streamen regelmäßig und versuchen, alle Möglichkeiten zu nutzen, die wir online so haben. Es ist das Einzige, was zur Zeit geht und wir möchten einfach dabei bleiben und zeigen, dass Storm Seeker in der Pandemie nicht weniger da ist. Noch dazu brauchen wir alle gerade jetzt die gute Stimmung und ein wenig Ablenkung, das tut den Fans gut und uns auch.

Bandphoto

Wie sehr hat es euch die Pandemie eingeschränkt bei der Arbeit am Album und allem was dazugehört?

Wir sind stark eingeschränkt. Wir werden nicht sofort touren können und wollen uns aktuell (selbst wenn wir dürfen) nicht treffen, das ist einfach eine moralische Sache. Also gehen wir die Umwege, die nötig sind und jeder macht, was er zuhause machen kann. Wir sind da recht gut aufgestellt, deswegen funktioniert es so für uns. Wir müssen immer wieder kreativ werden, aber das ist auch unsere Stärke.

Eine Tour ist ja derzeit nicht möglich. Habt ihr trotzdem schon Auftritte geplant bzw. darüber sinniert, wie man Konzerte bei Lockerungen möglich machen könnte?

Wir haben ein paar Möglichkeiten in Aussicht und hoffen natürlich sehr, dass da diesen Sommer was geht. Letzten Sommer standen wir ja auch ein paar Mal auf der Bühne. Sobald es für uns möglich und vertretbar ist, stehen wir wieder auf der Bühne. Wir vermissen das sehr!

Habt ihr vielleicht ein Stream-Konzert in naher Zukunft vor, oder möchtet ihr ausschließlich vor Publikum auftreten.

Stream-Konzerte sind bisher nicht geplant, gerade bei unserer Musik ist einfach die direkte Interaktion mit dem Publikum sehr wichtig, was uns von dem Gedanken ein wenig entfernt. Da würden eher noch ein paar Sessions auf Youtube kommen, denke ich.

Wenn ihr jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?

Ich habe tatsächlich Karten für ein Konzert im Herbst gekauft und hoffe, dass ich da Opeth sehen werde. Mal schauen, ob das was wird, noch bin ich da skeptisch. Ansonsten wäre für mich gerade Knorkator ziemlich cool!

Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?

Ich zocke ab und an ganz gern, jetzt in der Promophase etwas weniger, aber das ist gut. Von Fabi weiß ich, dass sie gern liest und die anderen haben sich gerade dem Spiel „Sea of Thieves“ gewidmet. Da gibts übrigens auch Livestreams von uns auf Twitch.

Wie habt ihr die Feiertage in 2020 verbracht?

Sehr ruhig. Ich habe einen Großteil der Familie nicht gesehen und es war ganz anders als sonst. Genossen habe ich es trotzdem. Die sonst gemeinsam mit der Band verbrachte Silvesternacht machte mich ein wenig sehnsüchtig, ich hätte die anderen da gern gesehen und mit ihnen gefeiert. Das geht hoffentlich nächstes Jahr wieder.

Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die Metalheads da draußen.

Haltet durch, unterstützt eure Bands und bleibt gesund, wir vermissen euch und wir vermissen die Konzerte und Festivals mit euch. Wir sehen uns bald wieder!

Danke für das Interview. Etwas, das mir wichtig ist: habt ein erfolgreiches 2021 und bleibt gesund. Viel Erfolg mit dem Album!