„New World Depression im Interview“

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Im November letztes Jahr, genauer gesagt am 01.11.2020, veröffentlichten New World Depression ihr aktuelles Werk „Descent“. Das Album bekam sehr gute Wertungen und auch die Erstpressung der Vinyls war ratzfatz ausverkauft. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan bei den Jungs, das habe ich zum Anlass genommen, um mich mit ihnen zu unterhalten. Viel Spaß beim Interview mit New World Depression.

Metal and Me

New World Depression


Hallo Jungs. Mein Name ist Tobi. Danke, dass ihr euch die Zeit für ein paar Fragen von mir nehmt. Ich
betreibe eine Facebookseite und einen Webblog. Auf diesen Seiten poste ich Reviews aktueller
Alben, Interviews, Bandvorstellungen und Berichte über Konzerte, welche ich mit dem Rollstuhl
besuche. Zum einen um anderen Rollifahrern zu berichten wie der Veranstaltungsort in puncto
Barrierefreiheit ausgestattet sind und zum anderen wie man am besten vorgeht um Tickets zu
bekommen, denn meist geht das bei herkömmlichen Ticketportalen nicht. Natürlich bewerte ich
auch den Auftritt der Bands. Heute habe ich ein paar Fragen an euch.


Als erste Frage jedoch: Wie geht’s euch derzeit?


Erstmal Hallo und danke, dass du uns dieses Interview hier ermöglichst. Ich bin Hütte, der Sänger von
New World Depression und werde im Namen der Band deine Fragen beantworten.
In Anbetracht der aktuellen Lage kann man sagen, dass es uns allen gut geht. Über die
Weihnachtstage ist etwas Ruhe und Entspannung eingekehrt. Persönlich haben wir uns allerdings
schon wieder einige Wochen nicht gesehen. Tja, Pandemie und gemeinsame Proben mit 5
verschiedenen Haushalten, dass passt nicht wirklich. Wir hoffen auf ein besseres Jahr 2021.


Für diejenigen die euch noch nicht kennen, wie würdet ihr „New World Depression“ beschreiben?

Ich würde uns als eine groovige oldschool Death Metal Walze bezeichnen. Geprägt von Bands wie
Bolt Thrower, Obituary und den frühen Six Feet Under. Die Trademarks der genannten Bands tragen
wir schon lange in uns. Mit dem Einstieg unseres Gitarristen Julian 2018, bekamen wir dann genau
den Sound, den wir gesucht haben. Roh, brutal, groovig und mit einer Prise Melodie versehen.

Bandphoto


Die erste Auflage eures Vinyls, erschienen bei Fucking Kill Records, ist komplett vergriffen (ich bin
auch stolzer Besitzer). Eine zweite Auflage ist derzeit im Verkauf. Wie stehen die Chancen eine Platte
zu bekommen?


Da sollte man sich etwas beeilen, die Zweitpressung (in gold/schwarzen Vinyl) verkauft sich im
Vorverkauf auch wieder hervorragend. Über 50% der 100er Auflage sind vergriffen. Offizieller
Release der Zweitpressung ist am 15.01.2021. Bei Interesse besucht ihr am besten die Bandcamp
Seite unseres Labels FUCKING KILL RECORDS und bestellt das Teil.


Für Liebhaber von CDs, wann wird „Descent“ als CD zu kaufen zu sein.


Eigentlich sollte das Digipack als Präsent schon unter vielen Weihnachtsbäumen gelegen haben.
Corona sei Dank, gibt es auch hier leider Verzug. Wir hoffen, dass sich unser Lager spätestens Mitte
Januar füllt. Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir diese auf unseren Facebook und Instagram
Seiten bekannt geben. Eine Bestellung über die bandeigene Bandcamp-Page ist auch möglich.

„Descent“, euer aktuelles Album erhielt jede Menge sehr gute Wertungen! Ihr müsst absolut stolz
auf euer Werk sein, wie groß ist das Verlangen endlich live performen zu dürfen?


Wir hatten schon früh das Gefühl, dass wir da ein richtig gutes Album kreiert haben. Bei den
Aufnahmen im LIQUD AETHER STUDIO verstärkte sich dieses Gefühl. Mario Dahmen hat uns da trotz
eines engen Zeitrahmens super durch die Produktion gebracht. Der fette Sound zeugt davon. Dass es
aber so viel positives Feedback gibt, überrascht uns dennoch und macht uns unfassbar glücklich.
Unsere Heimat war in den 15 Jahren unseres Bestehens immer die Bühne. Live Gigs gaben uns immer
den Antrieb, alles aus der Band heraus zu kitzeln. Es geht nichts über das Gefühl, Menschen Live
„abzuholen“ und mordsmäßig die Kuh fliegen zu lassen. Sobald das wieder möglich ist, sind wir direkt
vorne mit dabei! Wer uns buchen möchte, darf sich also ruhig jetzt schon melden (…hahaha).


Welches der Lieder auf der Platte ist euer Favorit?


Man soll ja kein Kind dem anderen vorziehen, aber „Panzer“ würde ich hervorheben. Der Name ist
bei dem Song Programm. Der rollt alles platt (…haha). Letztlich hat jeder aus der Band seinen eigenen
Favoriten. Sig, unser Drummer, feiert zum Beispiel „Working with flesh“ absolut ab. Das „Ceremony
of Delusion“ das Album eröffnet, hat natürlich auch einen Grund: Da kommt alles was uns ausmacht
zusammen.


Wie wichtig ist es euch während dieser Zeit über Social Media mit euren Fans in Kontakt zu bleiben
und zu erfahren, wie so die Stimmung ist und die Songs ankommen?


Sehr wichtig! Der Kontakt zu Fans auf Konzerten ist durch nichts zu ersetzen. Aber wir sind bei
Instagram und Facebook immer sehr aktiv, hier bekommt man auch schönes Feedback.
Auch auf Spotify wurde einiges gemacht. Das spiegelt sich deutlich in der Anzahl unserer Streams
wieder. DESCENT ist seit dem 01.11.2020 Online verfügbar, allein 12.000 Streams bei Spotify
sprechen eine deutliche Sprache. Für eine kleine Underground-Metal-Band ist das wirklich nicht
schlecht. Monstera Music haben uns hierbei sehr geholfen. Online ist ja mittlerweile ein ziemlicher
Dschungel entstanden. Da ist es gut, wenn man jemanden an der Hand hat der den Durchblick
behält.


Wie sehr hat es euch die Pandemie eingeschränkt bei der Arbeit an Songs, beim Proben und allem
was dazugehört?


Das mit dem Albumrelease hat trotz der Pandemie super funktioniert. Was das Songwriting angeht
merken wir aber, dass New World Depression eine typische Proberaumband ist. Unsere Gitarristen
Ritchie und Julian bringen meist grobe Songideen bzw. Riffs mit, die wir dann als Band zusammen
arrangieren und mit unserem Stempel versehen. Wenn das Songgerüst steht, schreiben ich oder
unser Bassist Sascha die Texte.

Wir hatten im Herbst gerade mit neuem Material für ein neues Album gestartet, da kamen die
erneuten Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen zum Tragen. Das Thema hatte uns auch
sofort zu einem Song inspiriert. Sascha kam mit dem Text zu „Fools of Pandemic“ um die Ecke und
schon war ein neuer Song entstanden. Musikalisch hat das Ding eine (wie sollte es auch anders
sein…) fette Bolt Thrower Kante.

Der genannte Song, ein Titel aus einer älteren Session und ein halber Song, der entstanden ist bevor
nix mehr ging… magere Ausbeute. Es wird Zeit das wir wieder loslegen können. Die Riffs häufen sich
und warten darauf, zusammengewürfelt zu werden (…hahaha).


Ein Ausblick auf 2021 – gibt’s derzeit irgendwelche Pläne für Live Auftritte oder eventuelle Live
Versionen auf YouTube?


Eine vernünftige Planung ist quasi unmöglich. Wir halten die Ohren und Augen permanent offen,
beobachten die Entwicklungen der Pandemie. Mehr kann man vorerst nicht machen.
In der 2. Jahreshälfte hoffen wir auf eine Rückkehr auf die Bühne. Sascha, der sich um alle Business
Belange abseits der Streamingdienste kümmert, hat hier immer etwas in der Pipeline. Wir warten nur
auf das „GO“ der Behörden.

Auf Streaming-Shows werden wir wohl verzichten. Nur für eine Kamera zu Performen, fühlt sich
abseits von Musikvideo-Drehs komisch an.

Bandphoto


Wenn ihr jetzt ein Konzert besuchen dürftet, zu welchem Künstler würdet ihr gehen?


Jedes Konzert unter regulären Bedingungen wäre ein Traum. Wenn du mich jetzt spontan fragst,
wäre es keine einzelne Band. Das Party.San Open Air wäre mein Ziel!!! Da sind einige Bandmitglieder
von uns regelmäßig zu Besuch. Einfach ein geniales Festival.


Mal ein wenig weg von der Musik. Wie schaut’s aus mit Hobbys?


Musik ist für uns noch immer ein Hobby! Das wichtigste Hobby überhaupt. 2/5 der Band haben
Familie, da bleibt neben den Bandaktivitäten kaum Zeit für anderes. Ansonsten finden sich mit
Klettern, Mountainbike fahren oder auch skaten viele sportliche Aktivitäten auf dem Stundenplan
wieder. Dass unsere Gitarristen sich zudem noch als Drummer bei den Bands NO SHELTER (Ritchie)
und MAN∅VER (Julian) verdingen, sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben. Riskiert hier gerne mal
ein Ohr, da gibt’s amtliches Geballer!


Wie habt ihr die Feiertage in 2020 verbracht?


Sehr ruhig und im kleinen Familienkreis, was anderes sollte aktuell ja auch vermieden werden. Man
munkelt, dass der eine oder andere auch noch etwas renoviert hat (…haha).


Zum Schluss ein paar Sätze von euch an die Metalheads da draußen.


Passt auf euch auf, bleibt gesund und ich hoffe, wir sehen uns bald auf, vor oder neben der Bühne
wieder. Supportet den Underground und alles was dazugehört. In diesem Sinne: STAY BRUTAL!

Danke für das Interview. Etwas, dass mir wichtig ist: habt ein erfolgreiches 2021 und bleibt gesund!😊

New World Depression sind:
Ritchie | Guitars
Julian | Guitars
Sascha | Bass
Sig | Drums
Hütte | Throat

Albumcover „Descent“
Tracklist
01. Ceremony of Delusion 4:37 Minuten
02. Scoff till Death 3:47
03. Working with Flesh 4:09 Minuten
04. Panzer 3.43 Minuten
05. Nasha 3:21 Minuten
06. Descent to Hell 4:25 Minuten
07. Pervitin 2:32 Minuten
08. Ritual 3:17 Minuten
09. Devils Slavery 3:14 Minuten
10. Hate.Kill.Repeat. 4:50 Minuten

Band Homepage bei Bandcamp – hier könnt ihr euch eure Ausgabe von „Descent“ sichern! Ab dafür!

Photos by ConcertMoments.de