„Iron Savior im Interview“

Albumcover
„Skycrest“

Die Regentage haben wir optimal genutzt und mit „Iron Savior“ ein Interview rund um das kommende Album „Skycrest“ geführt. „Skycrest“ kommt am 27.11.2020 in die Läden und kann u.a. bei AFM-Records in verschiedenen Varianten vorbestellt werden. Genug der Werbung – lesen wir, was die Band uns verraten hat.

„Metal and Me“:
Moin Moin sagt man ja in Hamburg. Also „Moin Moin“ Iron Savior. Schön das ihr euch zu einem Interview mit Metal andMe bereiterklärt habt. Wichtige Frage in dieser Zeit: Wie geht’s euch gesundheitlich?

„Iron Savior“:
Also in Hamburg sagt man nur „Moin“… „Moin Moin“ sagen hier nur die Quasselstrippen *lacht
Covid-19 hatte glücklicherweise bisher keiner von uns. Aber das wichtigste ist, dass Jan seine Krebserkrankung vollständig überwunden hat und von seinem Arzt als vollständig geheilt entlassen wurde. Das war die schönste Nachricht des Jahres. Er muss sich zwar noch ein wenig mit den Nachwehen herumschlagen, hat aber gerade auch seine Reha abgeschlossen

„Metal and Me“:
Und wie geht es euch, wenn ihr an den 04.12.2020 denkt? Da gibt’s ja gleich zwei Gründe zum feiern.

„Iron Savior“:
Das ist völlig richtig! Daher ist natürlich der 4. Dezember, Jan‘s Geburtstag, der in jeder Hinsicht perfekte Termin zum Release. Wir haben daher alles dran gesetzt, diesen Termin unbedingt zu halten. Zwischendurch gab es mal ein paar kleine Störungen der Macht, so konnte zum Beispiel die Vinyl nicht rechtzeitig produziert werden, aber AFM hat es dann doch noch hinbekommen!

„Metal and Me“:
Das Artwork sieht ja nur fett aus! Wie kamt ihr drauf?

„Iron Savior“:
Das ist eine lustige Geschichte… Eigentlich sollte das Album ursprünglich „Hellbreaker“ heißen. Da aber die bildliche Umsetzung etwas zäh und schleppend und nicht unbedingt in die von mir gewünschte Richtung ging, habe ich das Steuer um quasi kurz vor zwölf noch einmal komplett herum gerissen und das Konzept über den Haufen geworfen. Das war natürlich ein gewisses Pokerspiel, denn das hätte auch schief gehen können und dann hätten wir den Releasetermin auf jeden Fall vergessen können. Glücklicherweise hatte ich aber die Inspiration für dieses neue Cover und bin super froh, dass Felipe meine Grundidee so perfekt umgesetzt hat. Ich finde dieses ist eines der besten Cover die wir je hatten.

„Metal and Me“:
Warum ist „Skycrest“ besser als „Kill or get Killed“? Was dürfen wir Metalheads erwarten?

„Iron Savior“:
Tatsächlich ist es so, dass Skycrest noch mal 20-30 % mehr zu bieten hat als der Vorgänger. Und den fand ich schon richtig geil damals… Ich kann dir gar nicht genau sagen, warum das Album so geil geworden ist… Manchmal passieren Dinge einfach, aber als ich in der Endphase der Produktion alles zusammengefügt habe, war ich selber wirklich überrascht über die Stärke,  die Dynamik die Bandbreite, den Sound… also irgendwie alles, ha ha. Es ist halt unheimlich viel zusammengekommen, was nicht wirklich geplant war, aber trotzdem total gut zusammen gepasst hat. Man kann sich natürlich immer Mühe geben, und das tun wir mit Iron Savior ja immer, es gibt keine schlechte Veröffentlichung von uns, aber manchmal gelingen die Dinge eben etwas besser und manchmal gelingen sie ganz besonders gut. Das ist auf Skycrest der Fall. Ich glaube, dass das neue Album das Potenzial hat in die All-Time-Favorit Top 3 unserer Veröffentlichungen einzuziehen. Damit lehne ich mich ganz schön weit aus dem Fenster, das weiß ich, aber das glaube ich wirklich. Nun gut die Zeit, wird darüber richten :-). 

„Metal and Me“:
Könnt ihr uns und euren Fans erzählen was euch zu Liedern wie dem Titelsong „Skycrest“ oder auch „Our Time hasCome“, was ja die erste Single war, inspiriert hat.

„Iron Savior“:
Bei „Skycrest“ hatte ich tatsächlich den mächtigen Iron Savior vor Augen, wie er im Erdorbit thront und die Menschheit vor Übel bewahrt. Von daher ist der Text eine Aufzählung aller Fähigkeiten und sonstigen positiven Eigenschaften, die der Iron Savior so zu bieten hat. Das ist zwar nicht der tiefgründigste Text den ich je geschrieben habe, ich finde ihn aber trotzdem voll geil.

Zu „Our Time Has Come“ gibt es folgende Anekdote: kurz nach Fertigstellung des letzten Albums nahm der Autor der Hörspielreihe „Seven, das Ende aller Tage“ Kontakt zu mir auf. Es hieß, in der Hörspielreihe ginge es auch um Atlantis und ob ich nicht Lust hätte, für die nächste, gerade sich in Produktion befindliche, Folge einen Musiktitel beizusteuern.

Dem stimmte ich zu und so schrieb ich den Song eigentlich für dieses Hörspiel. Leider bekamen die beiden Autoren dann Probleme mit ihrem Verlag, die auch bis jetzt leider offenbar noch nicht wirklich geklärt sind, sodass es bisher eben zu keiner Veröffentlichung dieses Hörspiels kam. Ich hatte zwar ohnehin vor den Song auf das Album zu nehmen, aber ohne das Hörspiel machte der Text so wie ich ihn ursprünglich geschrieben hatte keinen Sinn, so, dass ich diesen etwas verändert habe, um ihn den Iron Savior Geschehnissen anzupassen. Der Text spielt nun zeitlich gesehen kurz vor der endgültigen Vernichtung von Atlantis durch die feindliche Allianz. 

„Metal and Me“:
„Welcome to the New World“ – ein Song der mir persönlich Gänsehaut verschaffte, aufgrund der Thematik. Wie sind eure Gedanken wenn ihr darüber sinniert „was wäre wenn“? Denn einiges im Song trifft ja die derzeitige Lage genau.

„Iron Savior“:
Eigentlich meinen ja viele, dass man sich als Musiker politisch nicht äußern sollte. Das teile ich nur bedingt. Ich finde, dass es in besonderen Zeiten auch notwendig ist, eine klare Kante zu zeigen und auch sein Sendungsbewusstsein – sei es noch so klein – einsetzen muss. Natürlich darf man die Sache auch nicht übertreiben und deswegen gibt es auch nur einen Song auf dem Album, der politisch ist. Die Aussage dürfte relativ klar sein: ich bin kein Freund von Präsident Trump und hoffe inständig, dass „Welcome to the new World“ zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einen Blick in die Vergangenheit darstellt und Trump nicht mehr im Weißen Haus sitzt.

„Metal and Me“:
Wie steht ihr zu Stream-Konzerten? Hab ihr etwas geplant zwecks dem Release von Skycrest?

„Iron Savior“:
Das ist so eine Sache… Es ist wie eine Fernsehaufzeichnung, wo ein Komiker einen Witz reißt aber niemand lacht, weil eben keiner da ist. Eine Show ohne Publikum zu spielen ist schon eine Herausforderung. Dennoch werden wir dieses Experiment begehen und haben zur Zeit tatsächlich für Dezember ein derartiges Show Event in Aussicht. Wir werden ein weiteres Event im Januar bestreiten, so alles klappt. Da eine Liveshow natürlich ganz stark von der Interaktion von Künstler und Publikum liebt, wird das eine besondere Erfahrung werden, dessen bin ich mir sicher. Wir werden natürlich versuchen die Energie so gut wie möglich durch die Kameras über die DSL Leitungen auf die heimischen TV Geräte zu bringen.

„Metal and Me“:
Die letzten Gigs in Moskau und St. Petersburg sind nun auch schon mehr als ein halbes Jahr vorbei. Das euch Live-Auftritte fehlen brauche ich nicht zu fragen. Stattdessen würde ich gern wissen wie wichtig Social Media derzeit ist. Es gibt ja nicht viele Möglichkeiten, mit euren Anhängern in Kontakt zu treten momentan.

„Iron Savior“:
Wir sind schon immer auf Social Media recht aktiv und treten gerne und viel mit unseren Fans in Kontakt. Dies ist natürlich in diesen besonderen Zeiten noch umso wichtiger. So hat man doch zu mindestens das Gefühl, den Kontakt irgendwie zu halten und nicht vollkommen in der Covid19 Panik Pandemie unter zu gehen.

„Metal and Me“:
Wie war es für euch in Russland zu spielen? Gab es da schon erste Schutzmaßnahmen der Russen oder eurerseits im Hinblick auf Covid19?

„Iron Savior“:
Die Konzerte in Sankt Petersburg und Moskau dieses Jahres waren der Hammer. Wir haben ja in den letzten Jahren schon immer wieder dort gespielt und uns eine gewisse Fanbasis aufgebaut, die uns sehr treu unterstützt und zu den Shows kommt. So war es auch dieses Jahr. Da unser Jan ja leider aufgrund seiner Krebserkrankung ,die er inzwischen allerdings vollständig überwunden hat, nicht dabei sein konnte, hatten wir Jan Bünning von unserer befreundeten Band „Paragon“ dabei. Beide Shows verliefen, wie gesagt, sehr gut und da wir uns nach den Auftritten auch immer viel Zeit mit den Fans nehmen, haben wir tatsächlich jedem Besucher die Hand gegeben, CD signiert, Fotos gemacht etc… Das ganze war im Februar als es selbstverständlich noch keine COVID-19 Maßnahmen gab, beziehungsweise es Covid-19 in Europa auch noch nicht wirklich gab. Das sich damals von uns keiner angesteckt hat, grenzt schon irgendwie an ein Wunder…

„Metal and Me“:
Wie war die Stimmung insgesamt bei beiden Konzerten? 

„Iron Savior“:
Da Covid-19 zu dem Zeitpunkt noch kein Thema war, war die Stimmung wie immer: super geil!

„Metal and Me“:
Mal was anderes. Als Hamburger Band – HSV oder St. Pauli? Oder gar kein Fussball? 

„Iron Savior“:
Ich selbst bin kein wirklicher Fußball Fan. Ich gucke mir es gelegentlich an und verfolge auch Europa sowie Weltmeisterschaften. Bundesliga ist mir zu anstrengend… Das nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Soweit geht meine Liebe zum Fußball dann doch nicht. Aber Piesel ist bekennender St. Pauli Fan. Und bei Pauli liegen auch meine Sympathien.

„Metal and Me“:
Zu guter Letzt ein paar Worte an die Fans und Metalheads, welche aufs Album warten und bestimmt mit Sehnsucht auf Live-Material von euch hoffen.

„Iron Savior“:
Auch wir warten sehnsüchtig darauf, endlich wieder live auf die Bühne zurückkehren zu können und Fans und Freunde wieder treffen zu können. Wir scharren wirklich mit den Hufen und hoffen, dass die Corona Scheiße jetzt endlich bald mal vorbei ist und uns nicht auch noch einen Strich durch 2021 macht. Ist mal gut jetzt, wie man in Hamburg sagt. 

Besonders bedanken möchten wir uns bei allen Fans, die Jan und uns während der schwierigen Zeit seiner Krebserkrankung und Behandlung in der ersten Jahreshälfte zur Seite gestanden haben. Das hat Jan und auch uns viel Kraft gegeben. Das werden wir nicht vergessen. 

„Metal and Me“:
Dankeschön an Iron Savior für das Interview mit mir. Bleibt gesund und munter und grüßt vor allen Dingen den Jan, möge der Iron Savior ihn beschützen! Am 04.12.20 gibt’s „Skycrest“ zu kaufen und somit mächtig Power auf die Ohren!

Bandphoto
„Iron Savior“
Piet Sielck | Vocals, Guitars
Joachim “Piesel” Küstner | Guitars
Jan S. Eckert | Bass
Patrick Klose | Drums

Bandphoto by Thomas Sprenger